Weiterer Schritt für Kita-Erweiterung

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Die Opposition befürchtet Probleme mit dem Denkmalschutz, wenn der Neubau der Kita Ludwigstraße zu nahe an den Breschturm (links) rückt.

Babenhausen - Eigentlich ging es um den Verkauf von 900 Quadratmeter städtischen Bodens in der Heinrich-Heine-Straße, der als Bauland den Kita-Neubau in der Ludwigstraße mitfinanzieren soll. Doch nutzten die Parlamentarier in der jüngsten Sitzung ihre Zeit für Grundsätzliches. Von Stefan Scharkopf

CDU und Grüne sprachen sich ein weiteres Mal dafür aus, dass die Kita neu in der Heine-Straße am Feldrand gebaut werden sollte, die „Allianz“ aus SPD, FWB und FDP sowie die „Bürger“ verteidigten ihren Beschluss.

Wie berichtet, hatten CDU und Grüne sich durchgesetzt, neu in der Heinrich-Heine-Straße zu bauen. Nach dem politischen Wechsel nach der Kommunalwahl im März hatten „Allianz“ und „Bürger“ den Beschluss aufgehoben und den alten Standort durchgesetzt.

Mit ihrem erneuten Antrag zur Verlegung des Kita-Neubaus hatten die Grünen verhindern wollen, dass das städtische Grundstück in der Heine-Straße jetzt verkauft wird und damit ein eventuell notwendiger Alternativstandort verloren geht. „Was die FWB/SPD/FDP-Koalition noch vor wenigen Wochen als planerische Herausforderung bezeichnet hat, erweist sich bei nüchterner Betrachtung als die Wahl eines falschen Standortes für die Kita. Ein ungünstiger Grundstückszuschnitt und die Auflagen der Denkmalpflege führen schon jetzt zu Mehrkosten, die die kalkulierte Bausumme von 2,7, Millionen auf rund 4,5 Millionen Euro steigen lassen werden und ein Ende ist nicht absehbar“, argumentierte Frank Ludwig Diehl. So werde leichtfertig eine Chance vergebe. Außerdem werde man seinen eigenen pädagogischen Ansprüche nicht gerecht, nämlich für den am stärksten sanierungsbedürftigen Kindergarten zukunftsfähige Konzepte umzusetzen. So lange es keine Baugenehmigung für den Standort Ludwigstraße gibt, werde man dem Verkauf in der Heine-Straße nicht zustimmen, sagte Heidrun Koch-Vollbracht (CDU).

Keine belastbare Kostenschätzung

Für Maria Steinmetz-Hesselbach (SPD) hat das Planungsbüro gutes Einfühlungsvermögen für die pädagogischen Gegebenheiten am seitherigen Standort bewiesen. Oliver Bludau (FWB) sagte, dass man die Architekten auf ihre Baukostenschätzung „festnageln“ werde. Willi Schäfer (SPD) erinnerte daran, dass alle einen Neubau der Kita wollten. Nun sei die Entscheidung für die Ludwigstraße gefallen, der Grundstücksverkauf sollte das Projekt zu finanzieren helfen.

Bürgermeisterin Gabi Coutandin sagte, dass tatsächlich mit 4,5 Millionen Euro gerechnet werden müsse. Eine belastbare Kostenschätzung gebe es aber noch nicht. Auch seinerzeit, als CDU und Grüne die Heine-Straße durchgesetzt und von 2,7 Millionen Euro an Baukosten die Rede war, habe sie verlauten lassen, dass das Geld nicht reichen werde. Ziehe man davon 500.000 Euro für die Architektenleistung und weitere 500 .000 an Mehrwertsteuer ab, verblieben 1,7 Millionen Euro. Eine siebengruppige Kindertagesstätte unter drei Millionen Euro bauen zu können, hält Rathauschefin Coutandin für „reines Wunschdenken“.

Der Grünen-Antrag wurde abgelehnt, dem Bebauungsplan für die Heine-Straße zugestimmt.

Quelle: op-online.de

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