Gesamtelternbeirat nimmt Stellung

Kita-Themen vertagt: Aufgeschoben, aber nicht aufgehoben

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Symbolbild

Babenhausen - „Läuse, Krätze und Viren – willkommen! Stadt spart an Reinigung“ und „Nein zur Wucher-Kita“ stand auf zwei Plakaten, die Eltern zur Stadtverordnetenversammlung mitgebracht hatten.

Etliche Mütter und Väter bevölkerten am Donnerstag die proppenvolle Besuchertribüne oder nahmen auf eilig herbeigeschafften Stühlen im Rathaus-Sitzungssaal Platz. Die Elternschaft demonstrierte Stärke, doch die Kindertagesstätten betreffenden Tagesordnungspunkten wurden von den Politikern gar nicht behandelt. Der SPD-Antrag zur Einführung einen Stufenmodells (fünf, sieben oder neun Stunden Betreuung) wurde von den Sozialdemokraten zurückgezogen, teilte Stadtverordnetenvorsteher Friedel Sahm zu Beginn der Sitzung mit. Und CDU-Abgeordneter Günther Eckert stellte den Antrag, die Punkte „Senkung des Bruttoaufwandes im Produkt Kindertagesstätten“ und „Änderung der Gebührensatzung“ von der Tagesordnung zu nehmen. Seine Begründung: Es sei dringend geboten, ein Gremium zu schaffen, in dem Stadtverwaltung, Lokalpolitik, Elternvertreter und „gegebenenfalls auch der ASB“ als Betreiber der Kitas sich austauschen können. Damit reagierte Eckert offenbar auf die deutliche Kritik des Gesamtelternbeirates, der sich vor vollendete Tatsachen gestellt sah. Vor allem die Entflexibilisierung der Betreuungszeiten und die befürchtete Anhebung der Kita-Gebühren erzürnte die Elternvertreter.

Zu den von CDU und Freie Wählern mehrheitlich beschlossenen Konsolidierungsmaßnahmen gehörte unter anderem das Ende der einkommensabhängigen Gebührenstaffel und eine geforderte Kostenreduzierung in Höhe von mehr als 700.000 Euro. 2014 legte die Stadt bei den Kitas 3,5 Millionen drauf, für 2016 rechnet die CDU gar mit 4,4 Millionen Euro.

Klagen auf den Kita-Platz - aber wie?

In einer am Donnerstagabend verteilten Stellungnahme an die Stadtverordneten und den Magistrat zeigt der Gesamtelternbeirat auf der einen Seite Verständnis, fordert aber auch Mitsprache ein. Im Wortlaut: „Wir möchten die Gelegenheit nutzen Ihnen mitzuteilen, dass die Beweggründe für Erhöhungen und Flexibilitätsverlust bekannt sind und die Elternschaft das im Haushalt der Stadt Babenhausen herrschende Problem kennt und mit der nötigen Ernsthaftigkeit angeht. Wir möchten betonen, dass die Elternschaft nicht als starre ‘Wir sind dagegen!’-Wand, sondern vielmehr als konstruktiver Gesprächspartner agieren und wahrgenommen werden will.“

Mit großer Mehrheit wurden die beiden Tagesordnungspunkte auf kommendes Jahr vertagt. Zuvor sollen besagte Gesprächsrunden stattfinden. (nkö)

Quelle: op-online.de

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