Kitaplätze sind heiß begehrt

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Seit dem Rechtsanspruch auf Betreuung für Kinder ab einem Jahr hat sich auch in Babenhausen einiges getan. Ein großer Schritt ist die neue Kita Kunterbunt in der Amtsgasse. Draußen vor der Kita Kunterbunt sieht es noch nach Baustelle aus, im Inneren ist aber schon einiges fertiggestellt.

Babenhausen - Viel wurde über ihren Bau diskutiert und über die hohen Kosten geschimpft, doch für die Stadt ist die Kindertagesstätte Kunterbunt dennoch ein wichtigen Schritt in die richtige Richtung.

„Noch nach der Jahrtausendwende war die Vormittagsbetreuung für Kinder ab drei Jahren das übliche Angebot für Eltern“, heißt es von Seiten der Stadtverwaltung. Damals hatten berufstätige Mütter Glück, wenn sie ihren Sprössling auch am Nachmittag für zwei Stunden in Betreuung geben konnten. Dieses zeitliche Fenster hat sich mittlerweile geändert. In Babenhausen beträgt die Mindestbetreuungszeit für Dreijährige sechs Stunden. Dabei bekommen die Kinder auch ein warmes Mittagessen in der Kita. Für diejenigen, die einen Vollzeitjob haben, gibt es sogar noch mehr Flexibilität: Die Betreuungszeit kann auf 9,5 Stunden pro Tag verlängert werden.

Nach dem Rechtsanspruch auf U-3-Plätze im letzten Herbst wurde die Mindestbetreuungszeit für Kinder ab einem Jahr auch auf sechs Stunden täglich festgelegt. „Auch hier fragen Eltern immer öfter nach der maximalen Betreuungsdauer von neun Stunden“, erläutert Bürgermeisterin Gabi Coutandin. Obwohl das Land bei der Gesetzgebung davon ausging, dass rund 35 Prozent der Eltern eines Geburtenjahrgangs die Kleinkinderplätze beanspruchen werden, hat Babenhausen diesbezüglich weiter gedacht. „Deutlich mehr Eltern als von der Landesregierung angenommen benötigen einen Betreuungsplatz. Die Entwicklung zeigt, dass in Zukunft der Besuch einer Kinderkrippe genauso selbstverständlich sein wird wie es der Besuch des Kindergartens heute schon ist,“ betont Achim Knoke, Fraktionsvorsitzender der SPD.

Tagesmütter wünschen sich weitere Kolleginnen

Wegen der großen Nachfrage hat die Stadt schon jetzt gehandelt: Sie kalkuliert mit einer Quote von 50 Prozent. „Damit liegen wir genau richtig“, freut sich Knoke. Und die Prognose zeigt Ähnliches: Die 93 vorhandenen U-3-Plätze sind voll belegt. Und auch die Tagesmütter wünschen sich weitere Kolleginnen, um dem Bedarf Rechnung tragen zu können. Rund 30 Kleinkinder erleben im Moment ihre Eingewöhnungsphase in der Kita Kunterbunt. Die neue Kinderkrippe sei nun bezugsfertig, teilt Knoke mit. Sie ersetze die alte Kita in der Amtsgasse. Bis zur offiziellen Eröffnung werden wohl noch einige Wochen vergehen, aber im Inneren der Kita hat sich schon jetzt einiges getan.

Rund um den Breschturm gleicht es noch einer Baustelle, die Straße ist aufgerissen, Bauzäune versperren den Weg und Bagger deuten auf weitere Arbeiten hin. Wer aber genauer durch die Fenster schaut, erblickt schon Mobiliar. „Die Küche, das Bistro sowie der Bewegungsraum und die Personal- und Verwaltungsräume sind bereits fertig“, erläutert der SPD-Politiker.

Klagen auf den Kita-Platz - aber wie?

Klagen auf den Kita-Platz - aber wie?

Auch in Langstadt soll sich in naher Zukunft einiges ändern. Im Moment steht dort die einzige Kita der Stadt, die nur ein Halbtagsangebot hat. „Ab September wird es auch in Langstadt längere Öffnungszeiten bis hin zum Ganztagsangebot geben“, verspricht die Bürgermeisterin. Damit das realisierbar ist, werden dort die Räumlichkeiten erweitert, um eine gute Qualität der Betreuung anbieten zu können. Dazu zählt der Ausbau des Dachgeschosses für mehr Spielmöglichkeiten, weitere Toiletten und der Bau einer Küche.

Ähnliches Sorgenkind ist für Knoke die Kita in Hergershausen, bei der die Kinder noch zum Teil in einem Container-Anbau untergebracht sind. Dieser missliche Zustand sei keine Dauerlösung, so der Fraktionsvorsitzende. Generell gelte, dass den Kindern einen Kitaplatz in ihrem Stadtteil zugeteilt werden solle. In manchen speziellen Fällen sei dies aber nicht möglich, bedauert Coutandin. „Die optimale Alternative – jedes Kind wird garantiert in seinem eigenen Stadtteil betreut – ist wünschenswert und ganz bestimmt ein langfristiges Ziel“, so die Bürgermeisterin.

(chi)

Quelle: op-online.de

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