Kleeblatt ist bereit für den Sturm

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Das Babenhäuser Prinzenpaar Elfriede II und Winfried II (Mitte) mit ihrer Hofdame Sabine und dem Junker Roland.

Babenhausen ‐ Bei den diesjährigen Babenhäuser Tollitäten Elfriede II und Winfried II aus dem Hause Hofmann ist manches anders als bei ihren Vorgängern. Von Petra Grimm

Nicht nur dass sie erst einen Tag vor ihrer offiziellen Vorstellung als neues CVB-Prinzenpaar vom Carnevalsverein rekrutiert wurden. Was dazu führte, dass sie an eben dieser Vorstellung gar nicht teilnehmen konnten, da sie ihren schon länger gebuchten Urlaub angetreten hatten (wir berichteten). Sie sind aber nicht nur das Prinzenpaar mit der kürzesten Vorbereitungszeit in der Geschichte des CVB, sondern haben auch noch zwei ganz neue „Ämter“ geschaffen.

Die beiden werden von einem befreundeten Paar tatkräftig unterstützt: Als Hofdame und Junker werden Sabine Kratz und Roland Keil an der Seite des Prinzenpaares im Einsatz sein. „Diese beiden Rollen gab es beim CVB eigentlich bisher noch nicht. Aber für uns vier war klar, dass wir das zusammen machen und die Arbeit und die Kosten gemeinsam auf uns nehmen“, sagt Elfriede Hofmann, eine echte Babenhäuserin, die vielen als Vorsitzende des Gesangvereins Eintracht und Vorstandsmitglied des Geflügelzuchtvereins bekannt ist. Gemeinsam mit ihrer Hofdame Sabine, die im richtigen Leben Inhaberin der Alexander-Apotheke in Groß-Umstadt ist, war die Prinzessin vor zehn Jahren auch Mitbegründerin des Eintracht-Frauenchores „Women and Voices“.

„Es soll für die Babenhäuser eine schöne Fastnacht werden“.

Als ausgewiesene Fastnachterin hat sich die 47-jährige Mutter von drei Kindern bisher allerdings nicht betrachtet, auch wenn sie im vergangenen Jahr im Elferrat des CVB war. Ihr Ehemann Winfried, Inhaber der Schlosserei Hofmann, ist dagegen schon länger auf der Fastnachtsbühne aktiv. Denn der gebürtige Mömlinger tanzt – ebenso wie sein Junker Roland – von Anfang an beim Männerballett „Hypertonics“ mit. Diese grazile Truppe, in der auch der CVB-Vorsitzende Klaus Fengel das Tanzbein schwingt, sorgt bei den CVB-Sitzungen immer für einen besonderen Stimmungshöhepunkt.

Junker Roland, der seine Brötchen als kaufmännischer Angestellter verdient, ist seit 40 Jahren im Tischtennisverein als Spieler aktiv. Gemeinsam haben die vier ein Ziel für die Kampagne: „Wir wollen zusammen Spaß haben, und es soll für die Babenhäuser eine schöne Fastnacht werden.“

Dabei ist ein beachtlicher Terminplan während der närrischen Zeit zu bewältigen. Neben den verschiedenen CVB-Veranstaltungen besuchen sie auch die Sitzungen in den Stadtteilen, wollen mit ihrem Hofstaat einen närrischen Abstecher ins Harreshäuser Seniorenzentrum machen, beim Prinzenpaartreffen in Froschhausen und der Straßenfastnacht in Mömlingen mitfeiern.

Das Prinzenpaar übernimmt am Samstag die Herrschaft in Babenhausen

Wir haben insgesamt über 30 Termine. In der Woche bis zum Aschermittwoch ist es dann am extremsten. Da sind es teilweise mehrere Termine pro Tag“, sagt Elfriede Hofmann, die im närrischen Kleeblatt für die organisatorischen Dinge zuständig ist. Jeder im Team habe seinen Schwerpunkt, erzählen die vier. Junker Roland schreibt die Reime für die Reden der Tollitäten. Dabei legt er sich schwer ins Zeug, denn die Sache soll „Hand und Fuß“ haben. Geübt werden die Ansprachen schon seit Wochen. „Da haben wir viel Spaß dabei“, sagen sie lachend. Wie wird es mit dem Lampenfieber bei den Auftritten vor größerem Publikum sein? „Das lassen wir auf uns zukommen“, sagt die Prinzessin entspannt.

Für das Handwerkliche ist Prinz Winfried zuständig. Gemeinsam mit einem tatkräftigen Team baut er den Prinzenwagen. Hofdame Sabine hat sich um die Kostüme gekümmert, die aus dem Theaterverleih in Frankfurt stammen. Außerdem ist sie für das leibliche Wohl zuständig.

Der erste große öffentliche Auftritt der Vier und ihrer Pagen Maria Perretti und Ramona Rauschenbach steht am kommenden Samstag auf dem Plan. Da werden sie um 11.11 Uhr mit ihren närrischen Garden das Rathaus stürmen. „Wir wünschen uns, dass viele Babenhäuser dabei sind“, sagt das gut gelaunte Prinzenpaar, das bis Aschermittwoch die Macht in der Stadt übernehmen wird.

Quelle: op-online.de

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