Kleine Darsteller mit großem Talent

+
Die Klasse 3b der Schule im Kirchgarten führte das Stück „Der Weihnachtstraum“ auf und hatte dafür nur vier Wochen Vorbereitungszeit.

Babenhausen ‐ Wer dem grauen Novemberwetter am Wochenende entfliehen wollte, der war in der Stadthalle am richtigen Ort. Denn hier ging es zwei Tagen lang bunt und fröhlich zu. Von Petra Grimm

Kunst auf hohem Niveau war ausgestellt, Kinder spielten für Kinder Theater, Schülerbands sorgten für rockige Klänge, Puppentheater, Chormusik und eine Autorenlesung unterhielten viele Besucher. Zum ersten Mal hatte die Stadt zu einem Kunst- und Kulturwochenende eingeladen. Die Idee dazu sei vom Kunsttisch ausgegangen, der vor gut einem Jahr auf Initiative der Stadt entstanden sei, sagte Bürgermeisterin Gabi Coutandin bei der Eröffnung, bei der der Kreisbeigeordnete Uwe Bülter ein Grußwort sprach.

Mehr Bilder vom Kunst-Wochenende:

Kunst- und Kulturwochenende

Dieser runde Tisch der Künstler habe zu einem fruchtbaren Austausch – beispielsweise gegenseitigen Atelierbesuchen – geführt und sei die Plattform für eine Ideenschmiede. „Die Nutzung des Rathauses als Galerie, die Ausstellung in der evangelischen Stadtkirche während des Wein- und Spargelfestes, und nun unser Kunst- und Kulturwochenende – das sind Ergebnisse des Kunsttisches. Die meisten, die heute ausstellen, waren von Anfang an dabei“, sagte Coutandin. Im großen Saal waren Arbeiten von Francisca Hausch, Kurt Schlösser, Heide Jakob, Birgit Birlenberg, Sonja Schilling, Werner Kumpf, Anke Schemion, Willi Seibert, Ine Reichart und Jan Bürli zu sehen. Das kreative Spektrum war denkbar breit. Gemälde und Zeichnungen, Collagen, Bilder aus textilem Material, Fotografien, Installationen und Skulpturen. Die Motive reichten von Abstraktem bis zu historischen Bauten der Altstadt. Die Künstler waren an beiden Tagen auch vor Ort, um sich mit den Betrachtern auszutauschen.

Die Schauspielerin Franziska Bareins, die das Kulturfestival in Absprache mit dem Kunsttisch und mit Unterstützung von Sylvia Kloetzel vom Fachbereich Standortentwicklung auf die Beine gestellt hatte, führte durch das Programm und spielte am Sonntagnachmittag ihr klassisches Puppentheater. Sie betonte, dass sich viele der Beteiligten gefreut hätten, dass sie gefragt wurden, ob sie mitmachen wollen. Keiner habe einen großen finanziellen Nutzen von seinem Engagement. „Wenn die Stadt bereit ist, wir Künstler sind bereit“, sagte sie und stellte die Frage, wie eine kulturelle Infrastruktur aussehen müsse, dass sich größtmögliche Kreativität einstellt. Antworten darauf gaben Texte von Schiller und Lessing, die sie vorlas.

Die beiden Bandprojekte der städtischen Jugendförderung, die von dem Münsterer Musiker Steffen Huther geleitet werden, heizten den Gästen bei der Eröffnung musikalisch ein. Am Samstagnachmittag war der kleine Saal proppenvoll, denn die Kinder der Schule im Kirchgarten luden zu zwei Theateraufführungen ein. Die Klasse 4c mit ihrer Lehrerin Susanne Weinrich spielte „Die Heintzelmännchen von Köln“. Mit dieser engagierten Vorführung hatten sie zuvor bereits ihre Eltern und auch das Publikum beim Seniorennachmittag in Harreshausen begeistert. Schulleiterin Silke Schulz-Mandl hatte mit ihrer 3b das Stück „Der Weihnachtstraum“ einstudiert, und zwar innerhalb von vier Wochen.

„Die Zeit war ziemlich knapp, aber die Kinder wollten kein altes Stück, sondern ein ganz neues zeigen. Ich muss zugeben, ich bin ein bisschen aufgeregt, ob alles klappt“, sagte Silke Schulz-Mandl. Und die Premiere war mehr als gelungen. Die kleinen Darsteller zeigten großes Talent und wurden mit stürmischem Applaus belohnt.

Der TVB sorgte für das leibliche Wohl und wer da zugriff, unterstütze den Verein bei seinem Großprojekt Hallenumbau. „Ohne die Hilfe einiger Firmen, die uns nicht nur mit finanziellen Mitteln, sondern auch mit ihrem Know-How und Beratung unterstützten, hätte dieses Wochenende nicht stattfinden können“, betonten sowohl Sylvia Kloetzel, als auch die Bürgermeisterin. Man habe versucht, beim Programm möglichst viele Gruppen in der Stadt einzubeziehen und für alle Generationen etwas zu bieten. „Durch die Einladung an die Chöre von außerhalb und Michael Kibler, den Autor von Darmstadt-Krimis, wollten wir auch Gäste jenseits der Stadtgrenzen ansprechen“, erklärte Sylvia Kloetzel, die von ihren Kolleginnen Sandra Gökce, Monika Geiger und Imtraud Schöpp unterstützt wurde. Die Chormatinee mit „Women ans Voices“ des Gesangvereins Eintracht, dem gemischten Chor der Sängervereinigung Schaafheim und „Viva Diva“ vom Kellerschen Männergesangverein Dieburg hätte einige Besucher mehr verdient gehabt. Mit der Autorenlesung endeten die Kulturtage (Bericht darüber folgt).

Quelle: op-online.de

Kommentare