Kleine stark machen fürs Leben

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Teamwork, Konfliktlösungen und Kommunikation: Diese Eigenschaften lernen die Kinder auf spielerische Weise.

Langstadt - „Langsamer!“ „Ein bisschen zur Seite!“ In der Markwaldhalle herrscht volle Konzentration. Ein Holzklotz baumelt im Zentrum der Runde, gemeinsam versuchen die Kinder, den Baustein über lange Schnüre und mit viel Gefühl auf ein Türmchen zu platzieren. Von Ursula Friedrich

Fünf Holzklötze ruhen zum Schluss aufeinander. Die Klasse ist stolz, zumal der vorangegangene Turmbauversuch kläglich scheiterte.

Das Spiel ist Teil eines ganz besonderen Unterrichtsprogramms an der Markwaldschule. Sozialpädagogin Maria Schiffner vom Institut für Gewaltprävention trainiert mit ihren Schützlingen der dritten Klasse Teamwork, Konfliktlösungen und Kommunikation. Ziel der Gesamtprojektes ist, nicht wegzuschauen, wenn ein Mitschüler gemobbt wird. Selbstbewusstsein und Stärke zu zeigen – auch, wenn die Clique anders denkt. Gemeinsam Probleme lösen, nicht im Alleingang. In der kommenden Woche wird Fachfrau Schniffner einen weiteren Vormittag mit den Kindern der ersten und zweiten Klassen verbringen.

Im praktischen Teil ihres Projekttages hat die dritte Klasse bereits eine wichtige Erkenntnis gewonnen: Als alle voller Feuereifer im Alleingang vorgingen, brach das gemeinsame Werk zusammen. Das „an einem Strang ziehen“ wurde im zweiten Versuch verinnerlicht und war von Erfolg gekrönt.

Motto: „Kinder stark machen“

„Kinder stark machen“, so lautet das Motto des Präventionskurses an der Grundschule, der durch das Engagement des fünfköpfigen Lehrerkollegiums nachhaltig wirken soll. „Kinder stark und teamfähig machen ist Teil unseres Schulprogramms“, erklärt Brigitte Lübow, Leiterin der 65 Schüler starken Grundschule.

„Externe Fachleute haben noch einmal eine andere Herangehensweise an das Thema“, freut sie sich über die Unterstützung. Die ist der kommunalen Kinder- und Jugendförderung zu verdanken, die den Kurs zu 50 Prozent finanziert. Die zweite Hälfte trägt der Förderverein der Markwaldschule.

Eine gute Investition, so das Credo von Selbstbehauptungstrainerin Schiffner, denn Gewalt unter Kindern und Jugendlichen habe zugenommen. „Prävention und Integration ist seit zwei Jahren unser Thema“, sagt Michael Spiehl von der Kinder- und Jugendförderung. So werden von dieser Seite Babenhäuser Schulen auch weiterhin (finanzielle) Unterstützung erfahren, wenn externe Pädagogen helfen, kleine Bürger stark für ihr Leben zu machen.

Quelle: op-online.de

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