Kleines Auto, große Leidenschaft

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Das „Streifenhörnchen“ links ist der ganze Stolz von Dirk Hofmann. Mit diesem Mini Cooper S begann bei dem Babenhäuser die Leidenschaft für den englischen Kleinwagen.

Babenhausen ‐ Nein, mini im Hinblick auf seine Größe ist Dirk Hofmann wahrlich nicht. Im Gegenteil: Rund zwei Meter misst der 27-jährige Babenhäuser. Und dennoch ist ein Mini seine Leidenschaft, genauer: Von Jens Dörr

ein Mini Cooper S mit 163 Pferdestärken unter der Haube. 2004 hat Hofmann den angeschafft, seitdem alleine sieben Mal den Auspuff überarbeitet. Die Schrauberei am Mini ist das große Hobby des Metallbaumeisters, der einmal die Schlosserei Winfried Hofmann in die nächste Generation des Familienbetriebs führen soll.

Die selbst gefertigte Endrohrblende von Dirk Hofmann.

Wer einen Eindruck von Hofmanns scheinbar unerschöpflichem Know-how im Bezug auf den trendigen Kleinwagen erhält, mag kaum glauben: Ehe der Babenhäuser den Mini vor rund sieben Jahren als Jahreswagen kaufte, fuhr er nur Kraftrad. „Das bin ich gefahren, seit ich 16 war“, blickt er zurück. Ein Auto habe ihn erst gereizt, als er im Winter regelmäßig zur Abendschule fahren musste: „Das ging wegen der Kälte auf dem Motorrad ganz schön auf die Knochen.“ Also musste ein Auto her, ohne besondere Fähigkeiten. „Es sollte ein Dach haben und mich von A nach B bringen“, erinnert sich der junge Mann lächelnd. In Dreieich stieß Hofmann – gemeinsam mit seiner Mutter, mit der er sich den Wagen zunächst teilte – mehr oder weniger zufällig auf den kleinen Flitzer, Farbe silbern. „Wir standen davor und haben ihn genommen, es war eine ganz spontane Entscheidung“, sagt er. „Wir haben noch nicht einmal eine Probefahrt gemacht.“

20 bis 30 Minis stehen auf dem Hof

Bis dahin wäre die Geschichte zwar nicht der Rede wert, doch aus dem Gebrauchsgegenstand Mini wurde eine Leidenschaft: Mit neuen Felgen und neuem Auspuff begann die Optimierung des Kfz, in die sich Hofmann mehr und mehr hineinkniete. Manchmal abends nach der Arbeit, meist aber am Wochenende schraubte und polierte der 27-Jährige am Cooper S herum – selbst ist der Mann, bei Technischem sowieso. „Eins kam zum Anderen, das Motorrad habe ich irgendwann verkauft“, sagt er. Nur noch den Mini fuhr er, der alsbald ihm alleine gehörte. Ein weiterer – Modell Mini One mit 75 PS – ist mittlerweile Familienmitglied, Dirk Hofmann fährt aber weiter seinen acht Jahre alten Cooper S. „Das mache ich, bis er nicht mehr zu reparieren ist. Verlangen nach einem neuen oder anderen Auto habe ich nicht.“

Die Ausfahrten – gerne ins Hesseneck, ab und an auch mal mit Wettbewerbscharakter etwa in Gleichmäßigkeitsprüfungen – macht Hofmann schon lange nicht mehr solo. „Auf dem Hof unseres Betriebs in der Ziegelhüttenstraße haben wir mal aus Spaß ein Mini-Treffen mit drei Autos gemacht“, erzählt Hofmann. „Beim zweiten Mal waren schon zehn Autos da.“ Mehrmals im Jahr, alle vier bis zwölf Wochen, wird Babenhausen inzwischen Schauplatz eines solchen Treffens, immer auf dem Schlossereigelände. 20 bis 30 Minis stehen dann stets auf dem Hof und signalisieren Vorbeifahrenden auch mal Trügerisches: „Es ist schon vorgekommen, dass ein Mini-Besitzer die Mini-Werkstatt in Babenhausen gesucht und damit mich gemeint hat.“ Zwar schrauben und basteln manche der Besitzer bei den Treffen an den Fahrzeugen, viele kommen aber „nur“ zum Fachsimpeln und Grillen.

BMW-Marke häufiger auf deutschen Straßen

Hofmanns Rat ist dabei besonders gefragt. „Fünf oder sechs Teile, die ich kreiert habe, könnte ich mittlerweile sicher in Serie vertreiben“, sagt er. Die Sache soll jedoch Hobby bleiben. Etliche fragten beispielsweise nach, als er eine Endrohrblende für den Auspuff entwarf, die es so nicht im Handel gab. Über ein großes Mini-Forum im Internet hält er neben den persönlichen Treffen und Ausfahrten den Kontakt zu Gleichgesinnten. Wobei er immer wieder feststelle: Der Mini sei kein Fahrzeug nur für junge Leute, da immer bei den Treffen Autofans jeden Alters und jeder Schicht – egal ob Azubi, Ingenieur oder Arbeiter – zugegen seien.

Die BMW-Marke sieht man besonders seit dem Jahrtausendwechsel immer häufiger auf deutschen Straßen. Ein regelrechter Mini-Schwarm dagegen ist selten – so wie beim Mini-Treffen im englischen Silverstone. Dort gingen auch Dirk Hofmann die Augen über, je näher er dem Zielort kam: „Irgendwann war die Straße beherrscht von Minis.“

Quelle: op-online.de

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