Die Kommission kann kommen

+
Die Hergershäuser wollen’s wieder wissen und sind sich einig: „Unser Dorf hat Zukunft“

Hergershausen - Nach der mehrfach erfolgreichen Teilnahme am Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ machen die Hergershäuser noch mal ernst. Von Petra Grimm

Am Montag, 22. August, um 10 Uhr wird die Bewertungskommission für zwei Stunden anreisen, um sich im größten Babenhäuser Stadtteil umzusehen. „Wir hoffen, dass viele Hergershäuser dazu stoßen und ihr Interesse zeigen“, sagt Maren Gatzemeier, die zweite Vorsitzende des Vereins Herigar, die an der Spitze des Vorbereitungsteams steht.

Der vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz initiierte Wettbewerb besteht aus drei Stufen: Die Sieger auf der Regionalebene messen sich im Landesentscheid und schließlich bundesweit. Die Teilnehmer werden in zwei Gruppen aufgeteilt, in Dörfer mit und ohne das Programm „Dorferneuerung“.

Im Jahr 2005 holten sich die Hergershäuser den ersten Platz in der Region Süd, wodurch sie sich für die Teilnahme auf Landesebene im Jahr 2006 qualifizierten. Bei dieser hessenweiten Wettbewerbsrunde kam das Dorf dann auf den dritten Platz. Beim nächsten Anlauf im Jahr 2008 belegte man den zweiten Platz in der Region. „Leider kommt nur der Erste weiter“, bemerkt Gatzemeier, die auf das starke Mitbewerberfeld in der Gruppe „mit Dorferneuerung“ beim diesjährigen Regionalentscheid hinweist. „Wir treten an gegen Reinheim-Ueberau, das 2008 mit uns den zweiten Platz belegt hat sowie gegen Klein-Umstadt und Schlangenbad-Bärstadt aus dem Kreis Rheingau-Taunus.“

Seit der Dorferneuerung hat sich viel getan

Aber die Hergershäuser sind zuversichtlich, denn sie können in Sachen Dorfentwicklung mit vielem punkten. Es sei bei der Präsentation eigentlich eher das Problem, dass sich seit Beginn der Dorferneuerung 1999 so viel getan habe, erläutert Gatzemeier: „Die Themen werden immer mehr, aber wir haben nicht mehr als zwei Stunden Zeit.“ Man könne auch nicht die Dinge, die länger zurückliegen, einfach weglassen, denn bei dem Wettbewerb gehe es ja um Nachhaltigkeit. „Einmalige Aktionen, wie irgendwo ein paar Blümchen zu pflanzen, sind nicht gefragt“, so Gatzemeier, die für die Jury eine umfangreiche Informationsmappe vorbereitet. Demografische Daten, bürgerschaftliche Aktivitäten, die Bau- und Grüngestaltung des Ortes und die reizvolle landschaftliche Umgebung werden darin erläutert. Eine Chronologie der Dorferneuerung zeigt den Kommissionsmitgliedern die Erfolge dieses Landesprogramms, das bis heute nachwirkt und vor allem durch den 2009 gegründeten Verein Herigar fortgeführt wird. Er wurde als Trägerverein für das jüngste Projekt der Dorferneuerung – das Dorfgemeinschaftshaus „Alte Schule“ – ins Leben gerufen. Die Gründung von Herigar und die Schaffung des Dorfgemeinschaftszentrums, das alle Generationen auf vielfältige Weise mit Leben füllen, sind für Maren Gatzemeier Vorzeigeprojekte im Wettbewerb.

Zum Abschied noch ein Ständchen

Der Ablauf des Jurybesuchs steht bereits fest: Mit der Begrüßung an der Alten Schule - unter anderem musikalisch vom Schulchor – soll es losgehen. Dann läuft die Uhr. Kurze Vorträge mit Bildern werden auf den Ort einstimmen, ehe der Rundgang startet. Er führt vom Dorfgemeinschaftshaus über den hergerichteten alten „Schofsplatz“, dessen Brunnentrog mit dem Preisgeld der letzten erfolgreichen Teilnahme angeschafft wurde, durch die Kirche zum Kirchgängelchen. Dann geht es ein Stück am Bach entlang und zur Eckstraße. Von dort führt der Weg zum Dalles, wo die Kindertagesstätte mit einem Singspiel für Leben sorgen wird, im Anschluss durch die Breite Straße bis zur Rodgaustraße. Auf dieser Tour durch den historischen Ortskern wird es um die Bausubstanz gehen und was sich während der Dorferneuerung alles getan hat. Beispielsweise soll eine zum Wohnhaus umgebaute alte Scheune vorgestellt werden. In der Rodgaustraße endet der Fußmarsch und die Jurymitglieder steigen in Vereinsbusse, um ihre „Sightseeing-Tour“ durch den neueren Ortsteil und das Neubaugebiet fortzusetzen. „Alle Bürger, die den Rundgang bis dahin zu Fuß begleitet haben, sind dann eingeladen zur Alten Schule zu gehen und gemeinsam zu Mittag zu essen. Wir werden einen alten Kartoffeldämpfer aufbauen und Kartoffeln mit Wurst anbieten“, kündigt Gatzemeier an. Bei der Bustour werden unter anderem die vier Spielplätze, die Kita, der Obstbaumlehrpfad und die neue Grundschule präsentiert. Bei dieser Gelegenheit stellen Vereine neue, zukunftsweisende Initiativen vor, wie die Jungen Töne des Gesangvereins, die Kinderfeuerwehr „Firekids“ und das Mädchenfußball-Team des SV Kickers. Nach der Rückkehr zur Alten Schule sorgt das Blasorchester des TVH zum Abschied noch für ein Ständchen.

Bevor es allerdings so weit ist, treffen sich am Mittwoch, 3. August, um 20 Uhr noch einmal alle Interessierten in der Alten Schule, um weiter am Programm für den Kommissionsbesuch zu feilen.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare