Kommt der Zug jetzt ins Rollen?

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Mühsam ist das Einsteigen in die Züge - besonders für behinderte Menschen oder Mütter mit Kinderwägen. Der Bahnsteig soll höher gelegt werden.

Babenhausen (st) ‐ Ist endlich ein Ende der widrigen Verhältnisse am Babenhäuser Bahnhof absehbar? Als „entscheidenden Schritt nach vorn“ bezeichnet jedenfalls Bürgermeisterin Gabi Coutandin den nun vorliegenden Vertragsentwurf zur Modernisierung des Areals.

Alle an diesem Projekt beteiligten Akteure regeln in dem Vertragswerk Planung, Aufgabenverteilung und die jeweiligen Finanzierungsanteile. Der ermittelte Finanzbedarf liegt bei 6,3 Millionen Euro, der städtische Anteil wird mit maximal 1,2 Millionen Euro beziffert. Hinzu kommen noch 130 000 Euro für den Durchstich zur B 26/Aschaffenburger Straße.

Dort soll in einem späteren Bauabschnitt eine Park-and-Ride-Anlage errichtet werden. Die Zustimmung der Stadtverordneten zum etwas sperrig klingenden „Realisierungs- und Finanzierungsvertrag“ für den barrierefreien Umbau des Bahnhofes ist die Voraussetzung für die Verwirklichung des Großprojekts.

„Seit 2005 gibt es Planungen und Gespräche zur Bahnhofsmodernisierung. Jetzt kommt der Zug ins Rollen, die Realisierung rückt in greifbare Nähe“, freut sich Coutandin, die noch am Montag im Hessischen Wirtschaftsministerium Verhandlungen über weitere Fördermittel geführt hatte. „Die positive Entscheidung der Stadtverordneten ist jetzt der Dreh- und Angelpunkt für die Durchführung der Maßnahme. Ich bin mir sicher, dass unsere Abgeordneten dieser Verantwortung gerecht werden“, sagt sie.

Seit vielen Jahren fordern Passagiere und Stadtverwaltung die Sanierung des Bahnhofs und die Verbesserung der nutzerunfreundlichen Rahmenbedingungen. Doch der Fortschritt war und ist zäh und mühsam.

Um den Planungsprozess zum barrierefreien Ausbau des Bahnhofs und den Durchstich der Personenunterführung zur Aschaffenburger Straße hin voranzubringen, finden seit einem halben Jahr regelmäßige monatliche Abstimmungstermine statt. Beteiligt an dem Verfahren sind der Rhein-Main-Verkehrsverbund, die DB Station & Service AG, die DB Energie GmbH, das Land Hessen und die Stadt Babenhausen.

Die Terminplanung sieht - bei planmäßiger Fortführung des Verfahrens - vor, in der ersten Jahreshälfte 2011 mit dem Projekt zu beginnen. Es wird mit gut zwei Jahren Bauzeit gerechnet.

Die Arbeiten beziehen sich auf den barrierefreien Zugang zu den Gleisen mit Erhöhung des Bahnsteigs. Hier haben Behinderte Schwierigkeiten, in die neue Generation der Waggons einzusteigen. Die beiden auf der rechten Seite gelegenen Treppen (vom Bahnhofsgebäude aus gesehen) werden zugemacht. An ihre Stellen werden Aufzüge montiert.

Quelle: op-online.de

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