Wie sieht sportliche Zukunft aus?

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Um Sportstätten wie die Schulsporthallen - auf dem Foto ein Juniorenkick - geht es unter anderem in Babenhausens „Kommunaler Sportentwicklungsplanung“.

Babenhausen - . Der Bericht ist 85 Seiten stark und befasst sich mit nichts Geringerem als der sportlichen Zukunft Babenhausens: Vor einem Jahr berichtete unsere Zeitung über das Vorhaben der Stadt, eine „Kommunale Sportentwicklungsplanung“ vornehmen zu lassen. Von Jens Dörr

Noch im Jahr davor, 2010 also, hatte der Magistrat das „Institut für Kooperative Planung und Sportentwicklung“ (ikps) aus dem Schwäbischen beauftragt, diese Planung gemeinsam mit Stadt und Vereinen zu erstellen. Aus dem Trio ging Anfang 2011 eine Planungsgruppe hervor, die die Entwicklung des Sports in der Stadt verfolgt.

Zwischen 15 und 20 Mitstreiter arbeiteten ein Jahr lang unter Führung von Oliver Schreiner (Stadt) und Dr. Jörg Wetterich (ikps) an der Mammutaufgabe. Im Vergleich zu anderen Städten sehr engagiert und konstruktiv, wie aus ikps-Kreisen lobend gegenüber den Babenhäusern verlautete. Derzeit nehmen die Beteiligten noch letzte Überarbeitungen des Abschlussberichts vor. Er umfasst 85 Seiten, entwickelte sich Stück für Stück im Laufe des Prozesses. Am 8. Februar wird er um 19.30 Uhr im Rathaus in einer Sondersitzung des Bauausschusses von Stadt, Vereinen und Institut vorgestellt. Mit den Ergebnissen sollen sich am 1. März zudem die Stadtverordneten befassen.

In Kürze gibt es also Konkretes - bis dato bleibt, noch einmal Sinn und Zweck sowie das Vorgehen zu skizzieren. Erster Schritt war eine Bestandsaufnahme: Mitgliederentwicklung der Vereine, verfügbare Sportstätten, aber auch die Entwicklung des Schulstandorts Babenhausen. Das Ganze nahmen die Planer stets mit Blick nicht nur auf die Kernstadt, sondern alle Stadtteile vor. Die Vereine erhielten zur Ermittlung der Daten einen Fragebogen. Analysiert werden konnte somit der Bedarf, den die Vereine nennen: Vor allem, aber nicht nur um Hallenzeiten geht es dabei.

Handlungsempfehlungen für die Lokalpolitik

Institut und lokale Experten haben daraus und aus vielem mehr eine kooperative Planung kreiert, die Stadt und Lokalpolitik fundierte Handlungsempfehlungen an die Hand geben soll. Durch den professionellen, von der Stadt Babenhausen bezahlten Partner ikps erhöht sich der Stellenwert der Aussagen, deren Sinn und Richtigkeit so zumindest nicht frontal attackiert werden dürften. Zumal das Institut nicht nur kleinere Orte wie Babenhausen oder Dreieich, sondern auch Großstädte mit mehr als 100.000 Einwohnern beriet und berät.

Um Sportstätten wie die Schulsporthallen - auf dem Foto ein Juniorenkick - geht es unter anderem in Babenhausens „Kommunaler Sportentwicklungsplanung“.

Schon vor Gründung der Planungsgruppe hatte ikps-Mann Wetterich skizziert, dass es ein schlichtes „Weiter wie bisher“ aufgrund demografischer und gesellschaftlicher Entwicklungen auch in der Sportentwicklungsplanung deutscher Städte und Gemeinden nicht geben dürfe. „Wir werden weniger, weiblicher, älter, internationaler“, brachte es Wetterich auf den Punkt. Zudem gebe es eine Erweiterung des Sportartenspektrums, immer mehr Anbieter jenseits der Vereine – Fitness-Studios etwa – mischen im Geschäft Sport mit, was auch Einfluss auf die Vielfalt der Sportstätten hat.
Die Zielgruppen sind ebenfalls vielfältiger als früher. Neben dem Klettergerüst für den Fünf- und dem Kraftraum für den 20-Jährigen sind auch Angebote – und damit Räumlichkeiten – für den 70-Jährigen Gesundheitssport-Treibenden vonnöten. Stets im Blick zu behalten: Auch wenn es in Harreshausen (Tennis), Langstadt (Tischtennis) und Babenhausen (Baseball) herausragende Exempel für Mannschaftssport gibt – womit die Liste erst angefangen wäre –, sind die meisten Menschen doch zumindest auch Individualsportler. Radfahren, Laufen, Schwimmen und Gymnastik erreichen die Masse noch stärker als Fußball, Handball, Basketball und Co. Manchmal genügt also auch eine gute Beschilderung von Jogging-Strecken oder der Ausbau des Radwege-Netzes.

Quelle: op-online.de

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