Walzer für soziales Miteinander

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Die Darsteller des Projekts People’s Theater mit einer Szene aus dem „Englisch-Test“.

Dieburg/Babenhausen - „Es gibt viele, die Weltstars sein wollen, aber nur wenige, die es wirklich sind“, brachte es der Leiter des Blasorchesters und Moderator des Abends, Walter Sachs, auf den Punkt. Von Verena Scholze

Mit lautstarkem Beifall fand das Benefizkonzert, zu dem der Rotary-Club Dieburg-Babenhausen am Samstagabend in die Dieburger Römerhalle eingeladen hatte, einen stimmungsvollen Abschluss. Die Musiker des Landespolizeiorchesters Hessen setzten mit dem Finale einen Schlusspunkt unter die musikalische Versammlung vieler Weltstars, deren Melodien den Abend über erklangen.

So spielten die musizierenden Gesetzeshüter einen Frühlingsreigen mit Kompositionen von Johann Strauß bis Andrew Lloyd Webber. „Ein Walzer darf bei einem Frühlingskonzert nicht fehlen“, meinte Sachs und daher brachte das Orchester beschwingt die Jazz Suite No. 2 von Dmitri Dmitrijewitsch Schostakowitsch zu Gehör. Andrew Lloyd Webber ist der erfolgreichste Musical-Komponist dieser Zeit und viele seiner Songs wurden auch außerhalb der Musicals Welthits. Rasant ging es zu unter dem Motto „Rollschuhe anschnallen und losfahren“ mit einem Medley aus „Starlight Express“, schauriger und tragender wurde es beim Medley aus dem „Phantom der Oper“. Als absoluter Weltstar bekannt ist Frank Sinatra, dessen Hit „My Way“ in einer Version von Trompeter Gerhard Schultheis als hervorragender Solist dargeboten wurde. Eine Hommage an die kürzlich verstorbene Sängerin Whitney Houston war die musikalische Vertonung ihres Songs „One Moment in Time“.

Gemeinnütziger Verein People’s Theater

Nach der Pause betraten fünf Akteure des Projekts People’s Theater die Bühne, zu dessen Gunsten das Benefizkonzert ausgerichtet war. Der gemeinnützige Verein People’s Theater aus Stadt und Kreis Offenbach hat sich zum Ziel gesetzt, durch die Vermittlung konstruktiver Konfliktbewältigungsstrategien Selbst- und Sozialkompetenzen bei Jugendlichen und Kindern zu fördern. Dadurch werden Beiträge zur Gewaltprävention geleistet und Integrationsprozesse angestoßen. Jugendliche im Alter von zehn bis 14 Jahren erlernen im Klassenverbund den Umgang miteinander und erarbeiten soziale Kompetenzen. Alltagsprobleme wie Mobbing, Gruppenzwang, Gewalt oder Ausgrenzung werden spielerisch erarbeitet und Verhaltens- und Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt.

Musikalischer Leiter des Abends war Walter Sachs.

Unter dem Titel „Der Englisch-Test“ spielten die Darsteller eine Szene, die eine Alltagssituation zwischen Eltern und Jugendlichen darstellte. Im Mittelpunkt dieser Darstellung stand ein Mini-Drama, in dem ein sozialer Konflikt mit einer Eskalation in einer kurzen Theaterszene dargestellt wird. Anders als in Schulen, wo diese Show durch einen Moderator begleitet und unter Einbeziehung der anwesenden Schüler aktiv gelenkt wird, bestand im Rahmen des Benefizkonzertes für das Publikum nur die Möglichkeit, sich einen Einblick über die Arbeit des Projekts zu verschaffen.

Erste positive Erfahrungen konnten bereits an der Dieburger Goetheschule mit Unterstützung des Rotary-Clubs gesammelt werden. Der Inhalt der Shows wird von den Akteuren an die jeweiligen Bedürfnisse des Publikums und die Klassensituationen vor Ort angepasst. Auch die Zusammenarbeit mit den Lehrern oder Erziehern im Sinne der Nachhaltigkeit ein sehr wichtiges Element der Show. Nun sollen weitere Klassen und Jugendgruppen in der Region dieses Angebot erhalten.

Quelle: op-online.de

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