Konzert mit meditativem Charakter

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Besinnliche Deko, traditionelles Liedgut: Das Ensemble „philSaitig“ sorgte für ein proppenvolles Gotteshaus.

Dieburg/Hergershausen/Groß-Umstadt ‐  Kerzen in großen geschmückten Gläsern weisen windgeschützt den Weg zum Hergershäuser Gotteshaus. Und auch im Inneren der Kirche erwartet die Besucher ein Meer aus vielen hell erleuchteten Punkten: Lichterketten zieren neben langen roten Bändern nicht nur die einzelnen Bänke sondern auch die Emporen. Von Michael Just

Besinnlicher hätte die Dekoration beim jüngsten Auftritt von „philSaitig“ kaum ausfallen können. Der Lichter- und Kerzenglanz gehört zum festen Konzept des zwölfköpfigen Ensembles und wird vor dem Konzert durch viele fleißige Hände hergerichtet.

Unter dem Titel „Musik und Texte im Advent“ traf die klassische Formation im Babenhäuser Stadtteil auf ein Gotteshaus, das nur noch auf der Empore Platz hatte. Die Formation „philSaitig“ besteht seit 2004. Die Sänger und Musiker kommen aus Dieburg, Otzberg, Darmstadt und Köln. Die besondere Besetzung des Ensembles, das sich seit Jahren kennt, macht vieles möglich: Neben den beeindruckenden Stimmen findet sich eine Instrumentalgruppierung, die außergewöhnliche Arrangements umsetzt.

„Abendsegen“ aus „Hänsel und Gretel“

Das Ziel der Gruppe, die vornehmlich in der Weihnachtszeit auftritt, ist, dass die Besucher bei Kerzenschein, Musik und den ergänzenden Lesungen zur Besinnung kommen. Dafür suchen sie sich ganz spezielle Auftrittsorte aus. Zum rund 90-minütigen Programm gehören ein großes Repertoire an traditionellen Weihnachtsliedern, aber auch Opernstücke, wie etwa der „Abendsegen“ aus „Hänsel und Gretel“ von Engelbert Humperdinck.

Besonderen Anklang fanden die Vorträge von anderssprachigen Weihnachtsliedern, wie etwa das „O helga natt“ aus Schweden oder „Les anges dans nos campagnes“ aus Frankreich. Mit dem Stück „Shalom – Frieden“ floss auch ein Stück Klezmer-Musik mit ein.

Das Konzert überzeugte vor allem durch die klangvollen Gesangseinlagen und Soli, wie die der Sopranistinnen Jutta Roller und Maria Enders-Otto oder dem Bariton Dietmar Heberer.

Kleine heimelige Hergershäuser Kirche

Zusammen mit den musikalischen Darbietungen legten sie einen warmen meditativen Schleier über ihre Zuhörer, der kaum besser zum dritten Advent hätte passen können. Die kleine heimelige Hergershäuser Kirche tat ihr Übriges dazu. Vor dem Konzert hatte man die Besucher gebeten von Zwischenapplaus abzusehen und diesen für den Schluss aufzuheben. Nach ihrem Abschiedslied begleiteten die Musiker die Besucher in aller Stille zum Ausgang.

Wer dieses Konzert verpasst hat, bekommt noch eine zweite Gelegenheit „philSaitig“ zu bewundern: Am vierten Advent, 17 Uhr, folgt in Groß-Umstadt ein weiterer Auftritt in der evangelischen Stadtkirche am Marktplatz.

Quelle: op-online.de

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