Kostenrahmen gesprengt

Neubau der Feldchenbrücke muss erneut ausgeschrieben werden

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Die Feldchenbrücke über die Gersprenz ist bereits seit Dezember 2016 für den landwirtschaftlichen Verkehr gesperrt. Um zu ihren Feldern zu kommen, müssen die Landwirte große Umwege in Kauf nehmen und durch die Innenstadt fahren.

Babenhausen - „Nicht wirtschaftlich“ – dieses Prädikat trägt das Ausschreibungsergebnis für die Feldchenbrücke über die Gersprenz. Der Neubau könnte sich um ein weiteres Jahr verzögern. Von Norman Körtge 

Als sich im Dezember 2016 Landwirte an der wenige Tage zuvor für den Verkehr gesperrten Feldchenbrücke versammelten, war deren Forderung klar: eine rasche Wiederherstellung der für die Landwirtschaft wichtigen Querung über die Gersprenz. Die Hoffnung, dass dies 2017 geschehen könnte, zerschlugen sich schnell. Nun sollte es in diesem Jahr geschehen. Die Baugenehmigung lag vor, die Stadtverordneten fassten in der Mai-Sitzung den Beschluss, die Bauarbeiten auszuschreiben. Die Entwurfsplanung sah, wie berichtet, den vollständigen Rückbau und als Ersatz eine verzinkte Stahlkonstruktion vor. Das alles sollte für zirka 227.000 Euro passieren. Doch nach dem Vorliegen der Angebote sieht es schlecht aus für den zeitnahen Bau einer neuen Brücke. „Die wenigen eingereichten Angebote müssen leider als unwirtschaftlich angesehen werden“, teilt Bürgermeister Joachim Knoke mit. Unwirtschaftlich heißt in diesem Fall, dass die derzeit aufgerufenen Preise den vorgegebenen Kostenrahmen gewaltig sprengen würden. Auf Nachfrage, wie viel die Angebote über der Planung lagen, nannte Knoke die Zahl 73 Prozent. Damit hätte der Bau etwa 385.000 Euro gekostet.

Der Magistrat werde nun beschließen, die Ausschreibung wegen Unwirtschaftlichkeit zurückzuziehen, und eine Neuausschreibung auf den Weg bringen. Bauamtsleiter Christian Heinemann sagte auf Anfrage, dass die boomende Baubranche nach wie vor die Preise in die Höhe schnellen lasse. Die Hoffnung sei, dass in einem anderen Zeitraum die Auftragsbücher noch nicht so voll seien und die Kosten im Rahmen blieben.

Bilder: Tag der offenen Kaserne in Babenhausen

Knoke selber schätzt momentan, dass sich der gesamte Bau nun um etwa ein Jahr verzögern wird. Ein gewichtiger Grund seien dabei die restriktiven Vorgaben der Unteren Wasserbehörde, die nur ein kleines Zeitfenster für Eingriffe am Ufer zulasse. Grund sind die Laichzeiten der Fische.

„Mir fehlen die Worte“, war die erste Reaktion von Landwirt Jürgen Rademer, als er von der gescheiterten Ausschreibung erfuhr. Der Zeitpunkt wäre jetzt ideal gewesen. Zumal die Gersprenz Niedrigwasser führe. Zugleich monierte Rademer, der zugleich für die Freien Wähler in der Stadtverordnetenversammlung sitzt, dass es bis zur Ausschreibung so lange gedauert hat. Im Januar habe bereits die Baugenehmigung vorgelegen, weiß er zu berichten. Er wird sich nun, wie seine Kollegen, darauf einstellen, weiterhin quer durch die Innenstadt fahren zu müssen, um zu den Feldern zu kommen.

Quelle: op-online.de

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