Krankenhaushügel aus einem Guss

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Der erste Spatenstich ist getan. Nun kann es losgehen mit dem Neubau der Psychiatrie am Krankenhaus Groß-Umstadt.

Darmstadt-Dieburg ‐ Ziemlich weit in die Zukunft blickte Landrat Klaus Peter Schellhaas beim ersten Spatenstich für die neue Psychiatrie auf dem Krankenhausbuckel von Groß-Umstadt. Nicht nur das neue Gebäude sah er offensichtlich vor seinem geistigen Auge, sondern einen völlig neuen Krankenhaushügel. Von Ulrike Bernauer

Die Gebäude, die Sie heute noch sehen, werden in 15 bis 20 Jahren verschwunden sein“, so Schellhaas‘ Vision für die Zukunft, „wir haben am Kreiskrankenhaus Groß-Umstadt tolle Ärzte und wunderbares Personal, nur die Architektur ist nicht mehr zeitgerecht.“ Auch wenn die Psychiatrie, mit deren Fertigstellung im Sommer 2011 zu rechnen ist, ein vom eigentlichen Krankenhauskomplex getrennter Baukörper ist, soll der Krankenhaushügel aus einem Guss sein. Man werde deshalb einen Architektenwettbewerb ausloben, um eine sinnvolle und ansprechende Gesamtgestaltung des Krankenhauskomplexes zu erreichen.

Geld fließt von Bund, Land und Kreis

Die Architekten haben versichert, wir werden im Kostenrahmen von 13,6 Millionen Euro für die Psychiatrie bleiben“, versicherte der Betriebsleiter des Krankenhauses, Christian Keller, und erntete damit Gelächter vom Publikum aus Politik, Wirtschaft und Krankenhausbeschäftigten. Elf Millionen Euro steuern Bund und Land bei, die restlichen 2,6 Millionen muss der Landkreis bezahlen.

Dafür erhalten die Bewohner des Landkreises eine offene Psychiatrie mit 69 vollstationären Planbetten, sowie eine Tagesklinik mit 17 Plätzen und eine Institutsambulanz. „Mehr Hotel- als Krankenhauscharakter soll das neue Gebäude erhalten“, erklärte Architekt Michael Lube vom Büro LSK-Architekten. Drei Stationen wird die neue Psychiatrie aufweisen, mit jeweils zehn Zweibettzimmern und drei Einbettzimmern. Ein schlangenförmiger Baukörper unterhalb des bestehenden Krankenhauskomplexes wird die drei Geschosse mit Blick auf die Altstadt von Umstadt aufnehmen. Als erster Schritt werden zwei leer stehende Personalwohnhäuser, die sich auf dem künftigen Baugelände befinden, abgebrochen.

Standort bietet Erweiterungsmöglichkeiten

Rund 100 neue Arbeitsplätze wird es durch dieses neue „Zentrum für seelische Gesundheit“ geben. Zehn Ärzte, zwei Psychologen, elf Therapeuten und rund 50 Pflegekräfte werden in der Psychiatrie arbeiten. „Mit 3,5 bis 4 Millionen Personalkosten jährlich ist zu rechnen“, so Keller, „aber ich gehe davon aus, dass die Erlöse der neuen Abteilung höher sind.“ Keller schaute auch noch weiter in die Zukunft, der Standort des neuen Gebäudes ist so gewählt, dass Erweiterungsmöglichkeiten bestehen. „69 Betten werden für die wohnortnahe Versorgung der Bewohner des Ostkreises auf Dauer nicht ausreichen“, so Keller.

Außerordentlich zufrieden zeigte sich Landrat Schellhaas über die kurze Realisierungszeit. Ende 2007 habe man mit den ersten Planungen begonnen. Bis Ostern hatte das Planungsbüro die Entwurfsplanung vorgestellt, der Baubescheid liegt seit Oktober vor. „Wir rechnen im Dezember mit einem Vergabevorschlag für den Rohbau“, erklärte Architekt Lube.

Umstadt „unverzichtbarer Krankenhausstandort“

Den Neubau des Bettenhauses am Groß-Umstädter Krankenhaus kündigte Schellhaas auch schon an. Er habe Zusagen aus Wiesbaden, dass in etwa fünf Jahren - plus, minus einem Jahr - auch hier mit einem Neubau begonnen werden kann. „Umstadt gehört mit zu den 63 unverzichtbaren Krankenhausstandorten in Hessen“, so der Landrat, „das gibt vor allem dem Personal ein Stück Sicherheit für die Zukunft.

Quelle: op-online.de

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