Kreatives statt strammstehen

Studentische Ideen für ehemaligen Exerzierplatz

Für diesen ehemaligen Exerzierplatz haben Studenten Bebauungsentwürfe entwickelt. Rund um den Platz stehen denkmalgeschützte Gebäude sowie der historische Wasserturm. Rechts ist das Gebäude des ehemaligen „Burger King“ zu sehen, das abgerissen wird. 
+
Für diesen ehemaligen Exerzierplatz haben Studenten Bebauungsentwürfe entwickelt. Rund um den Platz stehen denkmalgeschützte Gebäude sowie der historische Wasserturm. Rechts ist das Gebäude des ehemaligen „Burger King“ zu sehen, das abgerissen wird.

Als Exerzierplatz hatte die Freifläche unmittelbar am historischen Wasserturm bereits unter den Amerikanern an Bedeutung verloren.

Babenhausen/Darmstadt – Stattdessen wurde sie bebaut mit einem großen Halle an der Nordseite und mitten darauf eine Filiale des Burger-Bräters „Burger King“ samt Autoschalter. Derzeit wird dort, eingerahmt von denkmalgeschützten Gebäuden, Platz für Neues geschaffen. Die Halle ist bereits von Abrissbaggern dem Erdboden gleich gemacht worden. Als nächstes ist das ehemalige Schnellrestaurant an der Reihe. Und dann?.

Mit dieser Frage haben sich in den vergangenen Monaten Architektur-Studenten der Hochschule Darmstadt beschäftigt. Liane Mannhardt, Leiterin der Unteren Denkmalschutzbehörde beim Landkreis Darmstadt-Dieburg, hatten die Professoren Kristian Kaffenberger und Mathias Lengfeld auf das nicht alltägliche Vorhaben aufmerksam gemacht. Schließlich muss eine neue Bebauung im zukünftigen Kreativquartier auch das Okay der Denkmalschützer bekommen.

Babenhausen/Darmstadt: „Das Interesse war sehr groß“

Ein Ausschnitt aus einem städtebaulichen Vorentwurf: Der ehemalige Exerzierplatz (A), für den Studenten die Entwürfe kreierten. Zur Orientierung: (B) ist der historische Wasserturm, (C) der neuere Wasserturm, (D) das Boardinghouse, in dem die Kita Kaisergärten beheimatet ist, (E) die geplante Grundschule mit der bestehenden Turnhalle. Am oberen Bildrand verläuft die B26.

„Das Interesse war sehr groß“, berichtet Kaffenberger. Letztendlich sei eine 50 Studenten starke Gruppe auf das Projekt losgelassen worden. Nach einer Vorortbesichtigung im Herbst waren der Kreativität kaum Grenzen gesetzt. 36 Ideen und Entwürfe für „Wohnen und Gewerbe“ im historischen Kasernenbereich wurden nun präsentiert. „Es war eine Herausforderung, die kaum hätte schwieriger sein können“, meint der Professor, zumal die Drittsemester noch am Anfang ihres Studiums stehen. Auch wenn die Studenten oftmals den für die Bauherren nicht unwichtigen ökonomischen Aspekt außen vor ließen, bezeichnet Kaffenberger die Entwürfe als „wertvolle Beiträge“.

Besonders angetan hat ihm ein Entwurf mit Modularbauten. Diese können erweitert, abgebaut und andernorts wieder aufgebaut werden. Es sei so etwas wie die Zukunft des Wohnens, meint der Professor. Demnächst nehme man bei einem Umzug einfach sein Modul mit.

Babenhausen/Darmstadt: Warten auf Kaisergärten-Bebauungsplan

Eine Markthalle ist ebenfalls dabei. Allerdings hinterfragt der Professor, ob das in Babenhausen funktionieren würde. „In Frankfurt vielleicht“, meint er.

Zu den Gästen bei der Präsentation in der Darmstädter Hochschule gehörte auch Argyris Mylonas, Projektleiter des Unternehmens Bonava, das das Grundstück mitsamt der umliegenden historischen Gebäude sowie weitere 13 Bauland-Parzellen im zukünftigen Wohnquartier erworben hat. Zwar hätte er sich gewünscht, dass die denkmalgeschützte Umgebung mehr in die Entwürfe eingeflossen wäre, aber er habe interessante Eindrücke gewonnen. „In den skizzierten Zwischenphasen der Entwürfe habe ich vielversprechende Ansätze gesehen, die sich dann im Endergebnis aber nicht unbedingt widerspiegelten“, so Mylonas Bewertung.

Was genau Bonava auf der Fläche inmitten des zukünftigen Kreativquartiers und in den Bestandsgebäuden an dessen Rändern plane, konnte er noch nicht beantworten. In die Detailplanung gehe es erst, wenn der Kaisergärten-Bebauungsplan von den Stadtverordneten beschlossen ist. Dieser soll noch vor Ostern in die Offenlage gehen und nach Möglichkeit vor der Sommerpause beschlossen werden.

Kasernenausschuss

Nächste Sitzung: Donnerstag, 27. Februar, 19.30 Uhr, im Rathaus, Marktplatz.

VON NORMAN KÖRTGE

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare