Kreativität statt Schablonen

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Diskutierten auf dem Podium (von links): SPD-Ortsvereinsvorsitzende Simone Kirchschlager, Schauspielerin Franziska Bareins, die Bereichsleiterin der ASB-Kindertagesstätten, Martina Barz, Diplom-Pädagogin Maria Steinmetz-Hesselbach, Thorsten Jakob, Leiter des Naturkindergartens in Büdingen, und der Harpertshäuser Künstler Jan Bürli.

Babenhausen ‐ „Wie können wir unsere Kinder fördern?“ Diese Einstiegsfrage sollte abendfüllendes Thema des ersten Fachgesprächs einer neuen Programmreihe sein, die von der Babenhäuser SPD ins Leben gerufen wurde. Von Melanie Welters

Beim Auftakt drehte sich alles um „Kreativität und Phantasie - Motor fürs Lernen“, mit dem Fokus auf der richtigen Förderung von Kindern im Vorschulalter. Fünf Experten waren an diesem Abend in den Saal der Babenhäuser Stadtmühle eingeladen. Thorsten Jakob, Leiter des Naturkindergartens in Büdingen, legt in seiner Arbeit den Schwerpunkt auf die Beziehung von Kindern zur Natur. In seinem mit Anekdoten aus dem Kindergartenalltag gespickten Vortrag betonte er, dass Kinder Regeln brauchen, aber auch Möglichkeiten, sich zu entfalten. Diese Chancen müssen ihnen vor allem die Eltern eröffnen, denn Kinder lernen besonders im Spiel und durch den Kontakt mit verschiedensten Menschen und Dingen.

Mit ihrer provokativen These „Heutzutage werden Kinder entweder überbehütet oder mit Gleichgültigkeit gestraft“ appellierte Diplom-Pädagogin Maria Steinmetz-Hesselbach an die Eltern, sich Gedanken über die frühzeitige richtige Förderung ihrer Kinder zu machen. „Es ist wichtig, die Potenziale der Kinder zu entdecken und dort gezielt anzusetzen“, fügte sie hinzu.

Kindliches Bedürfnis nach Freiraum beachten

Sich Zeit für seine Kinder zu nehmen und ihr Bedürfnis nach Freiraum zu beachten, auch wenn etwas anderes dafür zurückstehen muss, ist das zentrale Anliegen des Künstlers Jan Bürli, der Kinder spielerisch an die Kunst heranführt. „Kreativität ist etwas anderes als Schablonen“, stellte anschließend Martina Barz, Bereichsleiterin der ASB-Kindertagesstätten, fest. Die Methoden in den Betreuungseinrichtungen seien im Umbruch; beispielsweise müssen Kinder nicht mehr grundsätzlich nach einer einheitlichen Vorgabe basteln, sondern erhalten lediglich Anregungen. Auf diese Weise können sie ihr ganz persönliches Werk kreieren. Barz' Ansatz liegt darin, Kindern Fragen zu stellen und zuzuhören, sie an die Entwicklung individueller Lösungswege heranzuführen und ihnen zu ermöglichen, eigene Erfahrungen zu machen.

Schauspielerin Franziska Bareins hat es sich zur Aufgabe gemacht, Kinder durch Theaterworkshops zu fördern: Dort gelingt es ihnen in kürzester Zeit, Erfolgserlebnisse zu erzielen, indem sie die Rollen, in die sie schlüpfen, frei ausgestalten können. „Das Vertrauen in die Fähigkeiten der Kinder gibt ihnen einen Selbstbewusstseinsschub“, so die Referentin.

Kontroverse Diskussionen und Debatten

Auf diese informativen Vorträge folgte eine Diskussion, in die sich auch das Publikum rege einbrachte. Fragen wie: „Ist es für Kinder unter drei Jahren sinnvoll, den Kindergarten zu besuchen?“ wurden von den Fachleuten unterschiedlich beantwortet und führten auch zu kontroversen Debatten unter den Experten.

Die Veranstaltung wurde von den Gästen gelobt. „Schade nur, dass nicht mehr Eltern die Gelegenheit wahrgenommen haben, denn die Veranstaltung war sehr lehrreich“, sagte der Babenhäuser Adolf Breer.

Als Vertreterin der Stadt suchte Bürgermeisterin Gabi Coutandin das Gespräch mit den Referenten, denn Ideen dieser Art sollen auch in Babenhausen umgesetzt werden. Eine Vernetzung von vorhandenen und neuen Angeboten könnte die Kinderfreundlichkeit der Stadt in Zukunft erhöhen.

Vor allem im künstlerischen und musischen Bereich der Früherziehung sollten mehr Angebote geschaffen werden“, betonte Simone Kirchschlager, Vorsitzende des Ortsvereins der ausrichtenden SPD.

Quelle: op-online.de

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