U3-Betreuung: Kreis will die 35 Prozent erreichen

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Fröhliche Kinder in der Kita „Kunterbunt“ in Babenhausen. Die stetig steigende Zahl berufstätiger Eltern verlangt nach immer längeren Betreuungsangeboten in den Kitas und Grundschulen, die Kommunen, Kreise und Träger vor große Herausforderungen stellt.

Babenhausen/Darmstadt-Dieburg - 2007 wurde beim sogenannten „Krippengipfel“ von Bund, Ländern und kommunalen Spitzenverbänden festgelegt, dass bis August 2013 für 35 Prozent der Kleinkinder unter drei Jahren ein Anspruch auf einen Krippenplatz besteht. Von Michael Just

„Das Ziel werden wir erreichen. Die Annahme, dass man dadurch das Gros der Nachfrage abgedeckt hat, ist jedoch falsch“, sagt die Sozialdezernentin des Landkreises Darmstadt-Dieburg Rosemarie Lück. Diese Woche legte sie dem Kreisausschuss einen umfangreichen Bericht über die Versorgungssituation der Kindertagesbetreuung in den 23 Städten und Gemeinden des Landkreises vor. „Der Bericht bietet eine umfassende Grundlage für die weiteren Ausbauplanungen“, so die Vize-Landrätin.

Ende 2010 wies das Betreuungsangebot für U3 im Kreis einen Prozentsatz von 27,9 Prozent aus. Für die fehlenden 7,1 Prozent ist noch Zeit, dazu gibt es mehrere ehrgeizige Kommunen, die bereits eigene Ziele jenseits dieser Marke formuliert haben. Dazu gehörten unter anderem Alsbach-Hähnlein, Roßdorf, Dieburg, Münster, Groß-Bieberau, Mühltal, Pfung-stadt, Ober-Ramstadt, Seeheim-Jugenheim oder Weiterstadt. Hier strebt man teilweise einen Versorgungsgrad von bis zu 80 Prozent an.

Eine Reihe von Klagen

Dass das anvisierte Ziel von 35 Prozent wohl kaum ausreichen wird, machen schon jetzt Berechnungen deutlich, dass ab dem 1. August 2013 zirka 4500 Kinder im Kreis einen Rechtsanspruch auf frühkindliche Förderung in einer Tageseinrichtung haben. Lück befürchtet deshalb mit dem Blick auf die eventuell fehlenden Ressourcen, dass auf den Kreis als öffentlichem Träger der Jugendhilfe eine Reihe von Klagen zukommt. Damit sei zu rechnen, auch wenn eigentlich die Städte und Gemeinden selbst dafür verantwortlich sind, die im Bedarfsplan vorgesehenen Plätze zu schaffen.

„Wir haben für die Umsetzung keinen Hebel. Die Kommunen sind deshalb aufgefordert, dem Ausbau von U3 Vorrang einzuräumen. Dafür werden wir sie bestmöglich unterstützen“, sagt die Erste Kreisbeigeordnete.

Derzeit verschlingt ein Krippenplatz an Betriebskosten zwischen 1000 und 1 200 Euro im Monat. Dass Bund und Land die Einrichtung von U3-Plätzen finanziell unterstützen, reicht für die Kreisverwaltung künftig nicht mehr aus. Hier müsse laut darüber nachgedacht werden, dass der Bund sich auch an den Betriebskosten beteiligt. „Das ist das eigentlich Teure an der Sache“, so Lück.

„Druck der Eltern immens“

Laut Otto Weber, Hauptabteilungsleiter für Familie und Soziales in der Kreisverwaltung, nützen geschaffene Krippenplätze wenig, wenn Eltern nicht in der Lage sind, diese zu finanzieren. Schon jetzt übernehme der Kreis eine stattliche Anzahl von Krippenbeträgen, die von Eltern nicht aufgebracht werden können.

In der Zukunft steht der Kreis der Herausforderung gegenüber, dass trotz abnehmender Geburtenzahlen die Betreuungsnachfrage weiter wachsen wird. Insgesamt sieht sich die Kreisverwaltung dafür aber gut positioniert. So liegt die Versorgungsquote im Kita-Bereich bei 95,8 Prozent. Die Ganztagesplätze machen 38 Prozent aus. Der Bereich der nachschulischen Betreuung, vor allem bei den Grundschulen, wurde mit 24 Prozent ebenfalls deutlich ausgebaut. 185 Plätze gibt es derzeit für besondere Integrationsbedürfnisse.

Neben der U3-Frage steht fast gleichberechtigt das nachschulische Betreuungsangebot. „Der Druck der Eltern ist in diesem Bereich derzeit immens“, weiß Otto. So werde es eine wichtige Aufgabe sein, die 38 Prozent von Ganztagesplätzen im Kita-Bereich in gleichem Umfang auch bei der nachschulischen Betreuung zu erreichen (derzeit 24 Prozent). „Der Ausbau von Ganztagsangeboten an den Schulen, etwa mit einer zeitlich offenen Nachmittagsbetreuung, ist zwingend erforderlich“, bilanziert die Sozialdezernentin.

Quelle: op-online.de

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