Land sagt 40 Millionen Euro zu

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Das Umstädter Krankenhaus soll in näherer Zukunft nicht mehr das Stadtbild Umstadts prägen. Die Finanzierung eines Neubaus ist nun gesichert. Gebaut wird aber auch schon jetzt, die Vorarbeiten für den Bau eines Ärztehauses sind in vollem Gange.

Groß-Umstadt - Die Zitterpartie um den Neubau der Groß-Umstädter Kreisklinik hat ein Ende. Somit können auch viele Patienten aus Babenhausen auf eine bessere medizinische Versorgung hoffen. Von Ulrike Bernauer

Am Mittwoch teilte Hessens Sozialminister Stefan Grüttner (CDU) im Zentrum für psychische Gesundheit mit, dass die Klinik einen Zuschuss von 40 Millionen aus einem Sonderbauprogramm erhält, um das Bettenhochhaus durch einen Neubau ersetzen zu können. Nicht nur Darmstadt-Dieburgs Landrat Klaus Peter Schellhaas freute sich über den Bescheid. Anwesend waren auch Vertreter des Kreistages, Bürgermeister der Kreiskommunen, der CDU-Landtagsabgeordnete Manfred Pentz, sowie leitendes Klinikpersonal.

Der Landrat, aber auch der Betriebsleiter der beiden Kreiskrankenhäuser in Groß-Umstadt und in Jugenheim, Christian Keller, zeigten sich hoch zufrieden. Im Jahr 2007 wurden die ersten Planungen auf den Weg gebracht, im Jahr 2009 wurden die Anträge auf Förderung an das Land gestellt, so skizzierte Grüttner den Hintergrund der Entscheidung. Denn im Jahr 2009 gab es auch fast eine Zusage einer Förderung in Höhe von 70 Millionen für den Klinikneubau, der insgesamt 100 Millionen Euro kosten soll.

Für den Landrat, die Parteien im Kreisparlament und die Kreiskliniken selbst begann eine Zitterpartie, als der Sozialminister eine Umstellung der Krankenhausförderung in Hessen in Aussicht stellte. Von einer Einzelförderung, bei der eine Klinik einen erheblichen Zuschuss zu einer Baumaßnahme erhält, soll langfristig auf eine Pauschalförderung, bei der jede Klinik einen festgelegten Beitrag jährlich erhält, umgestellt werden. Ursprünglich war die neue Regelung für 2014 angedacht, der Minister stellte den Beginn jetzt für Anfang 2016 in Aussicht.

„Es war uns klar, dass es bei einer solchen Umstellung an einigen Ecken knirschen kann“, erklärte Grüttner am Mittwoch, „deshalb haben wir, um Härten zu vermeiden, ein Sonderprogramm von 120 Millionen hessenweit aufgelegt. Daraus erhält Groß-Umstadt nun mit 40 Millionen ein Drittel.“ Die Dringlichkeit des Neubaus eines Bettenhauses war also nicht nur im Kreistag, hier stehen alle Parteien hinter den Umbauplänen, erkannt worden, sondern auch im Ministerium.

Betriebsleiter Keller konnte auch schon konkrete Pläne nennen. „Die 100 Millionen als Finanzbedarf für den kompletten Umbau sind immer noch aktuell, aber wir hatten von vornherein drei Bauabschnitte geplant.“ Der erste und dringlichste Bauabschnitt ist der Neubau des Bettenhauses, hierfür sind 47 Millionen Euro geplant. „Jetzt wissen wir wenigstens, welche Summe der Kreis noch selbst finanzieren muss“, so Keller.

Im ersten Bauabschnitt wird das ehemalige Pflegeheim abgerissen, in dem sich momentan die Verwaltung des Kreiskrankenhauses, aber auch Teile der Kreisverwaltung während des Umbaus des Kreistagsgebäudes in Dieburg befinden. Über einen Architektenwettbewerb soll das Büro festgestellt werden, das dann die Planung übernehmen soll. Das neue Bettenhaus, das höchstens fünf Stockwerke hoch werden soll, wird auf dem Gelände des ehemaligen Pflegeheims entstehen. Parallel müssen auch noch eine Intensivstation und Kreissäle neu gebaut werden, erstere befindet sich im jetzigen Hochhaus im fünften Stock, die Kreissäle im 10. Stock zusammen mit der Entbindungsstation.

Mit dem ersten Bauabschnitt soll voraussichtlich im Jahr 2016 begonnen werden, Keller rechnet mit einer Bauzeit von zwei Jahren, im Jahr 2018 wird man dann umziehen können. Im zweiten Bauabschnitt sollen die Ambulanz und die Notaufnahme vergrößert werden, „hier stoßen wir jetzt schon permanent an die räumlichen Grenzen“. Die weitere Finanzierung, immerhin stehen für die Bauabschnitte zwei und drei noch 50 Millionen im Raum, wollen Keller und der Landrat dann über die Pauschalförderung ansparen. Wie hoch der jährliche Betrag für Groß-Umstadt sein wird, dazu wollte sich Grüttner noch nicht mit einer konkreten Zahl äußern.

Schellhaas und Keller zeigten sich jedoch hoch erfreut und dankbar über die Zusage der 40 Millionen, die den Neubau des Bettenhauses ermöglichen. „Hier war es am kritischsten“, so Keller, „schließlich ist das Haus fast 50 Jahre alt.“ Gebaut wird aber auch aktuell am Umstädter Krankenhaus. Das Parkhaus unterhalb des Krankenhauses wird gerade aufgestockt und die Erschließungsarbeiten für das Ärztehaus, das am Platz des ehemaligen Kiosks entstehen wird, sind in vollem Gange. Hier rechnet Keller mit einem Baubeginn im Oktober dieses Jahres. Bauherr ist beim Ärztehaus allerdings nicht der Kreis, sondern ein privater Investor.

Quelle: op-online.de

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