Aufklärungsquote im Kreis leicht gestiegen

Weniger Fälle in Babenhausen

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Betrachtet man die Aufklärungsquote der Wohnungseinbruchsdiebstähle – Einbrüche, bei denen auch etwas gestohlen wurde – fällt auf, dass immer weniger Fälle aufgeklärt werden.

Darmstadt-Dieburg - Der Kriminalstatistik zufolge hat die Polizei im Jahr 2017 einige Erfolge im Landkreis verbucht. Unter anderem ist Gesamt-Aufklärungsquote gestiegen. Auch die Anzahl der Fälle ist gesunken.

Bedenklich ist hingegen die vergleichsweise hohe Zahl von kriminellen Kindern. Etwas mehr als ein Jahr ist es her, dass am 24. März 2017 in Dieburg eine 81 Jahre alte Rentnerin mit elf Messerstichen getötet wurde. Derzeit läuft der Prozess gegen die beiden Angeklagten Denny M. und Jana F. (Fortsetzung am Mittwoch, 11. April). Neben diesem Fall gab es im vergangenen Jahr im Landkreis Darmstadt-Dieburg sechs weitere Tötungsdelikte – alle wurden von der Polizei aufgeklärt.

Nicht die einzige erfreuliche Nachricht: In Babenhausen etwa sind weniger Kriminalfälle als noch im Jahr 2016 registriert worden. Das zeigt der Blick auf die Häufigkeitszahl, die bekannt gewordene Fälle je 100.000 Einwohner misst. Betrug dieser Wert 2016 noch 3 647 und lag damit über dem damaligen Kreisschnitt von 3 400, ist diese Zahl für Babenhausen auf 3180 gesungen (Kreis 3327). Damit kann die Gersprenzstadt eine positive Entwicklung im Kreisgebiet vorweisen. Trauriger Spitzenreiter ist nach wie vor Weiterstadt mit einer Häufigkeitszahl von 5 960. Direkt dahinter Dieburg mit 4823.

Insgesamt sind im Landkreis 9805 Kriminalfälle bekannt geworden, 4770 Tatverdächtige hat die Polizei ermittelt. Von diesen sind 3812 männlich, 958 Personen weiblich. Der Anteil der nichtdeutschen Tatverdächtigen fiel um 7,9 Prozent und lag mit 1 685 Tatverdächtigen bei 35,3 Prozent der Gesamttatverdächtigen.

Beachtlich ist die Anzahl der kriminellen Kinder. Von 68 ist die Zahl der Tatverdächtigen gleich um 20 auf 88 Kinder angestiegen. Davon kommen allein neun aus Dieburg, was bedeutet, dass jedes zehnte kriminelle Kind in Dieburg zugeschlagen hat.

Positiv ist, dass die Aufklärungsquote im Landkreis von 56,5 auf 57,4 Prozent gestiegen ist. Erschreckend gering ist hingegen die drastisch nach unten gefallene Zahl der aufgeklärten Wohnungseinbruchdiebstähle. Lediglich sieben Prozent der 287 Fälle haben die Ermittler im vergangenen Jahr aufgeklärt. In 148 Fällen blieb es allerdings nur beim Versuch, was meist auch auf eine gute Wohnungssicherung hindeutet. 2016 haben die Beamten bei zwei Einbrüchen weniger noch 20,4 Prozent der Fälle gelöst. Die geringe Quote erklärt die Polizei damit, dass Ermittlungen in diesem Bereich einen großen Aufwand in Anspruch nehmen würden. Dies betreffe insbesondere das Zusammenführen von Erkenntnissen, Spuren oder weiterer Ermittlungsansätze. Das führe wiederum dazu, dass insbesondere Taten, die zum Jahresende geschehen sind, erst im Folgejahr zu einem Ermittlungserfolg führen würden.

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Genau anders herum lief es bei der Aufklärungsquote bei Kfz-Diebstählen – also beispielsweise Autos, Motorräder und -roller. Haben die Polizisten 2016 noch 11,6 Prozent der 69 Diebstähle aufgeklärt, im vergangenen Jahr waren es bei 59 Fällen ganze 39 Prozent. Also ein Anstieg von über 28 Prozent. Im Bereich Diebstahlsdelikte gab es 2017 in Dieburg insgesamt 752 Fälle, davon haben die Beamten mit 54,1 Prozent mehr als die Hälfte aufgeklärt. Im Bereich des schweren Diebstahls hat die Polizei 15,6 Prozent der 128 verzeichneten Fälle aufgelöst – darin sind auch die 13 ungeklärten Wohnungseinbrüche eingerechnet.

Bedenklich ist, dass die Fallzahlen im Deliktsbereich „Widerstand gegen Polizeivollzugsbeamte“ im Landkreis von 17 Fällen (2016) auf 31 Fälle gestiegen ist, was ein Plus von ganzen 82 Prozent bedeutet. In drei Fällen wurde die Tat innerhalb kürzester Zeit vom gleichen Täter begangen. Der 22-jährige deutsche Staatsbürger sei betäubungsmittelabhängig, sitzt wegen dieser und anderer Taten derzeit in einer psychiatrischen Anstalt und wartet dort auf seinen Prozess, teilt die Polizei mit. Weitere zwei Taten wurden ebenfalls innerhalb kürzester Zeit von einem 20-Jährigen (deutscher Staatsangehöriger türkischer Herkunft) begangen, der aufgrund seines gezeigten Verhaltens mittlerweile als „Mehrfach-Intensiv-Täter“ eingestuft ist und in ein entsprechendes Programm aufgenommen wurde. (lahe/nkö)

Quelle: op-online.de

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