Kritik an Fahrplänen der Dadina

Busverkehr unter Beobachtung

+
Die neuen Fahrpläne der Dadina sind erst einen Tag alt, da gibt es schon die erste kritische Stimme.

Babenhausen - Es ist 13.01 Uhr an der Joachim-Schumann-Schule: Ein blondes Mädchen mit einem Rucksack kommt um die Ecke geeilt. Sie schaut auf und legt noch an Tempo zu. Hechelnd erreicht die Schülerin ihr Ziel: den Bus. Von Daniel Schmitt

Am Montag hat die Nahverkehrsorganisation Darmstadt-Dieburg (Dadina) ihre Fahrpläne für Busse in Babenhausen und Schaafheim verändert. Betroffen sind die Linie K53, K54, K65, K66 und K86. Nach nur einem Tag trudelte gestern die erste Beschwerde ein. In einem Offenen Brief an das Verkehrsunternehmen haderte der Schaafheimer Jürgen Niccum, Vater zweier Schüler der Joachim-Schumann-Schule, über ein angebliches Chaos zur Mittagszeit.

Sein Vorwurf: Nach der sechsten Stunde um 13 Uhr sei die Zeitspanne zu knapp bemessen, um den Bus K54 nach Aschaffenburg – über Schaafheim und Mosbach – rechtzeitig zu erreichen. Die Fakten: Nur drei Minuten bleiben den Schülern laut Fahrplan, dann fährt der erste Bus los (13.03 Uhr). Zwei Minuten später (13.05 Uhr) folgt der nächste.

Dadina sieht Kritik gelassen

Für Niccum macht das wenig Sinn. Bis die Schüler ihre Sachen gepackt, die Treppen hinunter und zum Bus geeilt seien, habe sich der erste Bus fast ohne Kinder in Bewegung gesetzt. Dadurch entstehe ein großer Andrang im zweiten.

Dadina-Geschäftsführer Matthias Altenhein sieht diese Kritik gelassen: „Vor den Umstellungen hatten wir die gleichen Abfahrtszeiten. Und da hat es funktioniert.“ Das 180 Sekunden nicht viel Zeit sind, bestreitet Altenhein nicht, „es wäre an dieser Stelle aber schwierig, die Abfahrt nach hinten zu verschieben.“ Grund: Wenige Minuten würden laut Altenhein einen langen Rattenschwanz hinter sich herziehen. Es könnte passieren, dass beispielsweise Anschlusszüge nicht erreicht werden.

Bus, Bahn und Tram -Metropolen im Test

Bus, Bahn und Tram -Metropolen im Test

Gemeinsam mit den beiden Busunternehmen VU Aschaffenburg sowie Spahn und Roth aus Schaafheim – die Betriebe teilen sich den Linienverkehr K53 und K54 – will Altenhein das Problem weiter beobachten: „Nach einem Tag können wir noch keine Bilanz ziehen. Wenn es dauerhaft nicht funktioniert, werden wir etwas ändern.“

Als mögliche Lösung verweist der Geschäftsführer auf andere Möglichkeiten. Nach Schaafheim fahre um 13.09 Uhr (K53) ein weiterer Bus, nach Mosbach um 13.31 Uhr (K65). „Natürlich ist es nicht schön, wenn etwas aus Sicht von Eltern nicht klappt. Wir sind aber sicher, dass der Fahrplan absolut Sinn macht. Vielleicht müssen sich alle erst daran gewöhnen.“ Oder sportlich unterwegs sein, wie das blonde Mädchen.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare