Schönheit und Vergänglichkeit

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Künstlerin Dagmar Tormählen-Roth zeigt ihre Bilder, die sie im zwei Serien teilt, im Rathaus. Dagmar Tormählen-Roth präsentiert Bilder aus der Serie „Die Geschichte vom Soldaten“.

Babenhausen - Keine leichte Kost erwartet die Besucher der Ausstellung „Mit Bildern Geschichten erzählen“, die derzeit im Babenhäuser Rathaus zu sehen ist. Von Verena Scholze

Die Künstlerin Dagmar Tormählen-Roth präsentiert mit den Bildern dieser Ausstellung zwei auf den ersten Blick vollkommen unterschiedliche Serien, die jedoch eins gemeinsam haben: Es handelt sich um Geschichten. Zum einen in Farbe gehalten die insgesamt neun Bilder zu „Die Geschichte vom Soldaten“ nach dem Text des Wanderbühnen-Stückes von Charles-Ferdinand Ramuz und der Musik von Igor Strawinsky. Und andererseits der Klassiker „Don Quijote“ von Miguel de Cervantes Saavedra, zu dem die Künstlerin eine Geschichte in insgesamt 14 Illustrationen festhielt.

Viele interessierte Besucher hatten sich zur Ausstellungseröffnung am Sonntag im Rathaus eingefunden. „Es ist ein interessantes Thema, das Kunst und Kultur miteinander verbindet“, sagte der Erste Stadtrat Kurt Lambert, der mit der Künstlerin die Vernissage eröffnete. „Ein Bild sagt einem ein wenig, man sollte jedoch die Serie der Bilder auf sich wirken lassen“, sagte Sylvia Kloetzel, die Wirtschaftsförderin der Stadt, und Organisatorin der Vernissage. „Wir wollen die Besucher mit diesen Bilderserien fordern“, ergänzte sie lächelnd.

20 Jahre alt und bereits einmal ausgestellt

Dabei sind die Bilder der Künstlerin gar nicht neusten Datums. „Sie sind bereits rund 20 Jahre alt und waren bereits einmal ausgestellt“, verriet Dagmar Tormählen-Roth, „ich wollte sie den Interessierten gerne nochmal zugänglich machen“.

Die Bilder zur Geschichte des Soldaten entstanden kurz nachdem sie eine besondere Aufführung des Theaterstücks erleben durfte. „Die Eindrücke waren relativ frisch und ich habe sie umgesetzt“, blickte Tormählen-Roth zurück. Dramatisch wie die Geschichte stellen sich die Personen dar, für deren Gestaltung die Künstlerin jeweils unterschiedliche Techniken verwendete: klare Linien für den Soldaten oder verwobene Linien für den Teufel. Auch ist jedes Bild in Mischtechniken aus Aquarell, Kreide, Tempera, Collage oder Bleistift erstellt. Eindringlich zeigen die Bilder das Ringen des Soldaten mit dem Teufel und bringen die Fragen, die die Geschichte stellt – „Wer bin ich? Was macht mich aus? Was ist Glück und wie kann ich es erhalten?“ – eindrucksvoll zur Ansicht. „Ich wollte von Beginn an die Themen Ernst des Lebens und Schönheit des Daseins, aber auch die Vergänglichkeit darstellen“, erklärte Tormählen-Roth den Besuchern.

Das Gegenstück der Ausstellung bilden dazu die Illustrationen vom „sinnreichen Junker Don Quijote von der Mancha“ und seinem Knappen Sancho Pansa. In dieser Geschichte prallen die Kontraste des realistischen Lebens mit Erfindungen aufeinander. „Dieser Roman wurde in den Jahrhunderten oft illustriert und ich sah für mich den Reiz, mich dort mit einzureihen“, sagte die Künstlerin verschmitzt lächelnd und verriet, dass ihre große Liebe von jeher der Buchillustration galt, der berufliche Lebensweg jedoch ein anderer wurde. Die detailreichen Bleistiftzeichnungen stellen die Wirklichkeit und Fantasie, ebenso wie die Komik und Tragik der Geschichte dar. Auch das Zusammenwirken von Bild und Schrift auf der Doppelseite spielt bei der Darstellung eine Rolle.

Aus Darmstadt stammend

Die aus Darmstadt stammende Künstlerin lebt mit ihrer Familie in Babenhausen. Nach ihrem Studium an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach im Fachbereich Visuelle Kommunikation mit Schwerpunkt Typografie, Illustration und Herstellung Werbegrafik war sie für die Industrie und in der Werbung tätig. Sie ist Wissenschaftliche Zeichnerin für die Archäologische Landesforschung in Hessen und arbeitet neben ihrer Arbeit als freiberufliche Grafikerin und Webmasterin für eine Umweltberatungsfirma. Seit März 2013 arbeitet sie im Medienlabor der Hochschule Aschaffenburg in der Lehre mit. Die Ausstellung der Künstlerin findet im Rahmen der Kunstpunkte Babenhausen statt und ist noch bis zum 20. Oktober zu sehen.

Quelle: op-online.de

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