Kunst findet überall ihre Heimat

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Am Rande der Kunstausstellung präsentierte Jürgen Willer ein Cembalo.

„Daheim sein“, im ganz wörtlichen, aber auch im übertragenen Sinn, war der rote Faden, der sich durch das zweite Kunst- und Kulturwochenende in der Stadthalle zog. Dazu eingeladen hatten die Stadt und jede Menge Kulturschaffende aus Babenhausen und der Region. Von Petra Grimm

Die beiden Tage, angefüllt mit Musik, bildender Kunst, Theater und Lesungen boten eine schöne Möglichkeit, „aus dem Alltag einmal auszusteigen“, wozu Bürgermeisterin Gabi Coutandin einlud. Die Veranstaltung solle das „reichhaltige Angebot der Vereine ergänzen“ und zeigen, dass eine Gesellschaft beides braucht, Teamgeist wie in den Vereinen und kreative Persönlichkeiten, die ihren eigenen Weg gehen, sagte die Bürgermeisterin.

Impressionen vom Kunst- und Kulturwochenende

Zweites Kunst- und Kulturwochenende

Treibende Kraft beim Kunst- und Kulturwochenende war bereits bei der Premiere im Vorjahr der runde Tisch der Babenhäuser Künstler gewesen. Und auch wenn die Kunstausstellung in diesem Jahr im Kleinen Saal untergebracht war, was die Wirkung der Werke natürlich etwas einschränkte, so war die Präsentation der Künstler doch ein zentrales Element. Malerei zeigten Karola T. Bossdorf, Ine Reichart, Heide Jakob, Gudrun Gottstein, Jan Bürli, Willi Seibert und Ulrike Eckhardt. Francisca Hausch präsentierte zudem Collagen, Birgit Birlenberg Textilkunst und Anke Schemion Fotografien. Sonja Schilling war im Foyer mit ihren Skulpturen vertreten. „Der Schwerpunkt der Veranstaltung liegt in diesem Jahr aber eher auf Schauspiel und Musik“, sagte Organisatorin Sylvia Kloetzel, Leiterin des Fachbereichs Standortentwicklung und E-Government.

Dass man in der Musik zuhause sein kann, ließen die Beiträge der Musikschüler von Gerda Stockinger erahnen. Juliane Fuchs , Julian Kohlert, Christian Specht, Joy Melissa Theodoropoulos, Jannika Hollman und Juliana Salgado Lemos bereicherten die Eröffnung mit ihrem engagierten Gesang, Flöten- und Klavierspiel. Wie Kinder im Theaterspielen aufgehen, zeigten die Viertklässer der Schule im Kirchgarten, die gemeinsam mit einigen Lehrern unter der Leitung von Silke Schulz-Mandl im Stück „Der Tausch“ auf der Stadthallenbühne standen. „Die sind ja richtig gut“, flüsterte eine Zuschauerin während der gelungenen Aufführung, in der die Kinder auf der Bühne ihr Leben mit dem der Erwachsenen „tauschten“.

Musik, Lesung und Verpflegung runden die Veranstaltung ab

Mundart gehört natürlich zum Thema „Heimat“. Und so rockte die Band „Schwarzworz“, an der Spitze Frontmann Hansel Billing aus Hergershausen, beim Frühschoppen am Sonntag auf hessisch „üwers Lebe un die Sache, die aam so bassieren“. Gerd Grein aus Otzberg bot eine humorvolle Mundartlesung. Eine erotische Märchenlesung vonRita Maria Fröhle und das Konzert der Frauenband Kick La Luna mit ihrer Weltmusik rundeten das abwechslungsreiche Programm ab, das die Schauspielerin Franziska Bareins wieder mitorganisiert hatte und gekonnt moderierte.

Der TVB sorgte für die Verpflegung der Besucher, deren Aufmerksamkeit auch von kleineren Ereignissen am Rande erregt wurde. So spielte Jürgen Willer auf seinem Cembalo, und die vor 20 Jahren aus Thüringen nach Langstadt gezogene Christine Patzelt-Schatt zeigte ein traditionelles Handwerk, das über Generationen in ihrer Familie weitergegeben wurde: Mit ihrem 150 Jahre alten Stück aus der Heimat - einem Spinnrad - war die Rentnerin im Foyer im Einsatz und beantwortete geduldig die Fragen der Kinder.

Quelle: op-online.de

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