Für Kunst- und Gartenfreunde

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Die Sickenhöfer Malerin Heide Jakob (Zweite von rechts) stellte ihre Arbeiten aus und lud die Gäste auch in ihren Garten ein. Auf dem Bild sind ihr Mann Carl-Heinz (rechts), Freunde und Familie zu sehen.

Sickenhofen - Schon der große Garten im Sonnenschein wirkte wie ein Kunstwerk. Viele Interessierte waren bereits am Vormittag in die Galerie von Heide Jakob gekommen und bevölkerten Atelier und Ausstellungsräume. Von Melanie Welters 

Im Februar hatte die Künstlerin nicht nur das 10-jährige Galeriejubiläum gefeiert, sondern auch einen zweiten Raum für ihre Gemälde eingeweiht. „Seit ich einen Stift halten kann, male ich leidenschaftlich gern“, lächelt Heide Jakob. Ende der 70er Jahre habe sie dann begonnen, zusätzlich zu Aquarell- auch Ölfarben einzusetzen.

Mit den unterschiedlichsten Techniken und Hilfsmitteln wie Schwamm, Spachtel und Salz kreiert die Autodidaktin immer wieder neue eindrucksvolle, großformatige Gemälde, aber auch kleine Aquarellkarten. Neben den überwiegenden Blumen- und Landschaftsbildern zählen auch Menschen und Tiere zu ihren Motiven. „Blumen strahlen etwas Positives aus und sind am beliebtesten bei meinen Kunden“, erklärt die Künstlerin. Am häufigsten vertreten ist die Kamelie, Heide Jakobs Lieblingsblume, unter deren Zeichen auch dieser Galerietag steht.

Im Garten der Jakobs zeigte die Blume in diesem Jahr jedoch nicht ihre gewohnte Blütenpracht, was am kalten Winter und dem plötzlichen Umschwung zum warmen Wetter liegt.

Die vielen fotorealistischen Kameliengemälde, durch die sich die Künstlerin besonders auszeichnet, machten diesen kleinen „Kunstfehler der Natur“ aber mehr als wett. „Die täuschend echte Darstellungsform ist das, was die Leute am meisten beeindruckt“, berichtet Heide Jakob bei einem Rundgang durch den neuen Ausstellungsraum. „Aber ich selbst male auch gern schon mal etwas ganz anderes.“ Sie bleibt neben einem abstrakt-modernen Gemälde stehen: „Das hier hat mir besonders viel Spaß gemacht; ich habe nur zwei verschiedene Farben verwendet und mit der Fließtechnik gearbeitet. Da konnte ich meiner Fantasie freien Lauf lassen.“ Genau wie bei dem Gemälde mit dem Titel „The Terrible Cat“, das beim Betrachter ebenfalls sofort die Sinne anregt. „Ölfarbenreste werfe ich nicht einfach weg, sondern male mit ihnen einfach aus dem Bauch heraus drauf los. Da kommt schnell solch ein verrücktes Bild heraus,“ sagt sie schmunzelnd.

Andererseits plant die Künstlerin häufig im Voraus die Farbwahl ihrer Bilder und stellt sich selbst immer wieder neuen Aufgaben. Sie deutet auf eine geometrische Landschaft in Kontrastfarben: „Es ist sehr schwer, zwei verschiedene Ölfarbtöne so dicht nebeneinander zu malen, ohne dass sie sich dabei vermischen. Das war meine Herausforderung.“

Auch Auftragsarbeiten nimmt Heide Jakob an und geht dabei genau auf die individuellen Wünsche der Kunden ein. Zudem hat sie seit längerer Zeit eine regelmäßige Schülerin, der sie Malunterricht erteilt.

Seit 2005 spendet Heide Jakob einen Teil ihres gesamten Erlöses an die Kinderkrebsklinik der Uni-Klinik Frankfurt. Letztes Jahr habe sie so einen neuen Laptop für den Aufenthaltsraum der Kinder finanziert. Am Ende dieses wieder einmal erfolgreichen und gut besuchten Galerietages freute sich die Künstlerin schon auf den nächsten Tag der Offenen Tür, der am 27. September stattfinden wird: „Bis dahin werde ich viele neue Bilder malen. Für mich die ideale Möglichkeit zu entspannen.“

Quelle: op-online.de

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