Kunst- und Kulturtage 2014

Keine einzige Minute Langeweile

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Bei den Kunst- und Kulturtagen sorgen Theater, Zauberei und Tanzeinlagen für beste Stimmung. Die Flamenco-Tänzerinnen brachten einen Hauch Andalusien in den kleinen Saal der Babenhäuser Stadthalle.

Babenhausen - „Schade, dass jetzt wieder alles vorbei ist“, sagte eine Babenhäuserin nach der Abschlussveranstaltung der Kunst- und Kulturtage. Von Petra Grimm 

Hunderte interessierte Besucher aller Generationen genossen die Kunst- und Kulturtage der Stadt, die am Wochenende in der Stadthalle und am Sonntag auch in der evangelischen Kirche unter dem Motto „Ausdruck“ alle Sinne ansprachen (wir berichteten).

Ein Höhepunkt war zweifellos das Varieté am Samstagabend, das die Schauspielerin Franziska Bareins als Conférencier in der Figur eines Zeitungsverkäufers mit Berliner Zungenschlag moderierte. Sie sang zwischen den einzelnen Programmpunkten Lieder aus dem Filmklassiker Cabaret mit Liza Minelli, die unter die Haut gingen. Und auch die anderen Beteiligten – der Zauberer Frank Zick, das A-cappella Ensemble ChorColores, die Flamenco-Gruppe von Nicole Schmiedecke und das Sickenhöfer Laientheater (SiLT) – begeisterten das Publikum mit ihren Beiträgen. Langeweile kam keine Minute auf während der rund zweistündigen Show.

„Wie macht er das bloß?“, fragten sich die Zuschauer beim Auftritt von Frank Zick, der aus den diesjährigen Deutschen Meisterschaften der Zauberkunst als viertbester Illusionist des Landes hervorging. Zick „The Magic One“ zeigte, wie man aus einem Fünf- Euro- Schein einen Hunderter macht und las die Gedanken einer „Freiwilligen“ aus dem Saal. Seine ausgefeilten Tricks sorgten für Verblüffung und seine humorige Darbietung, die das Publikum immer wieder einbezog, für entspannte Stimmung und viel Gelächter.

Fasziniert waren die Zuschauer von den drei jungen Flamenco-Tänzerinnen, die unter der Leitung von Nicole Schmiedecke diesen traditionellen spanischen Tanz trainieren. Sie brachten in dieser kalten Novembernacht einen Hauch Andalusien in den kleinen Saal der Stadthalle. Fliegende Röcke und rhythmisch stampfende Absätze, die grazile Körperhaltung und der ernste Blick – da passte alles. Die Sängerinnen von ChorColores sorgten mit ihren schönen Stimmen und den A-cappella, also ohne Instrumentalbegleitung vorgetragenen Liedern ebenfalls für Gänsehautmomente. Schräg und skurril wurde es im zweiten Teil des Abends, den SiLT mit einer ganz eigenen Interpretation des bekannten Märchens des dänischen Schriftstellers Hans Christian Andersen bestritt.

Kunst- und Kulturtage 2014

Kunst- und Kulturtage 2014 

„Des Kaisers neue Kleider“ wurden in dieser Version von den beiden Designern Meister Strich und Meister Faden angefertigt. Ein gelungener Gag war, dass die beiden, gespielt von Jens Kutscher und Dirk Herz, Karl Lagerfeld und Harald Glööckler wirklich täuschend ähnlich sahen. Der eine mit strengem weißhaarigen Zopf und Sonnenbrille, ein bisschen blasiert, und der andere strassbesetzt und mit blinkendem Glitzerring - sagenhaft. Als Wolfgang Herz am Ende als nackter Kaiser im hautfarbenen Ganzkörper-Anzug vor sein Volk trat, stockte dem Publikum der Atem. Ein dickes Lob an die Ausstatter dieses humorigen Vergnügens.

Originell war, dass die Künstler aus dem ersten Teil des Varieté-Abends während des Märchens noch einmal auftraten. Franziska Bareins spielte als Caspar mit und auch der Zauberer Frank Zick, ChorColores und die Flamencotänzerinnen waren in die Handlung eingebunden. Sie bestritten die Show am kaiserlichen Hof. Eine wirklich gelungene Aufführung, bei der die Sickenhöfer Laienspieler bewiesen, dass sie mehr können als volkstümliche Komödien, mit denen sie sonst vor ihr Publikum treten.

Quelle: op-online.de

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