Eine Skizze für die Skizze

+
Mag es farbenfroh: Grafikerin Dagmar Tormählen-Roth zeigt Skizze und Aquarell im Entstehungsprozess.

Babenhausen - Gelb wandert diagonal über das Papier. Rot zieht sich in eine Ecke zurück. Grün tastet sich langsam vor. Dabei überschneiden sich die Farben, vermischen sich. Bilden Kreuzmuster und Quadrate. Von Katharina Hempel

„Zusammenkommen“ nennt Dagmar Tormählen-Roth ihr Aquarell. Als Teil einer Serie wird sie es bei den Babenhäuser Kunst- und Kulturtagen im November ausstellen. „Leider sind erst zwei von sechs Bildern fertig. Ich muss mich also ein bisschen ranhalten“, gesteht sie lachend. Aber ein wenig Zeit bleibt ihr noch.

Das Thema, unter dem die Kunst- und Kulturtage dieses Jahr stehen: Begegnungen. Fast 15 Babenhäuser Kreative machen mit und zeigen dem Publikum, was sie können.

Dagmar Tormählen-Roth, von Beruf Grafikdesignerin, ist eine von ihnen und zum ersten Mal mit dabei. „Ich fühle mich der Stadt verbunden und möchte mich deshalb gerne bei den Kunsttagen einbringen“, sagt die 48-Jährige. „Ich finde es reizvoll, dass dabei so viele Ausdrucksformen aufeinander treffen: Tanz, bildende Künste, Literatur, Musik...“

Bei Dagmar Tormählen-Roth trifft bildende Kunst auf Grafikdesign. Auf ihrem Arbeitstisch stehen in einem Meer aus Farbe zwei schwarze Laptops – die sie zum Arbeiten braucht. Die Computer teilen sich den Platz mit Pinseln, Farbkästen, Stiften und Mischpalette – die sie zum Malen braucht.

„Was ich bei den Kunst- und Kulturtagen ausstellen werde, ist zweigeteilt“, erklärt sie. „Neben meiner Aquarellserie werde ich grafische Arbeiten zeigen, die ich für Babenhausen gemacht habe. Denn Grafiken, die in der Öffentlichkeit aushängen, werden selten mit dem Künstler dahinter in Verbindung gebracht.“

Wer hätte vermutet, dass das Logo „Haus der Kinder“ oder das des Frauenforums von ihr stammen? Auch der Wandbehang „Wir sind Gemeinde“ in der Stadtkirche geht auf ihre kreative Kappe.

Babenhäuser Kunst- und Kulturtage: am Wochenende des 10. und 11. Novembers in der Stadthalle. Der Eintritt ist frei.

Schließlich lässt sich die 48-Jährige doch noch ein paar Details zu ihren Aquarellen entlocken. Eines wird sie „Brücken“ nennen, das andere „Himmelsrichtungen“. Mehr als die Entwürfe dazu hat die Babenhäuserin jedoch noch nicht angefertigt. Diese aber jeweils in doppelter Ausführung: „Weil ich die Skizzen mitausstellen will, mache ich sie zweimal. Einmal die Rohfassung auf normalem Papier und dann die schöne Version auf festem Aquarellpapier.“

Quelle: op-online.de

Kommentare