Ausstellung „Holzwürmer in der Langfeldsmühle“

Kunst trifft auf Handwerk

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Künstler im Gespräch: Martin Fleischmann (links) und Stefan Martin lernten sich durch die Kunst- und Kulturbeauftragten Sylvia Kloetzel kennen. 

Hergerhausen - Von Holz inspiriert sind die Künstler Holger Rauscher, Stefan Martin und Martin Fleischmann. Als „Holzwürmer“ hatten sie sich zusammengefunden, um ihre Arbeiten in der Langfeldsmühle vier Tage lang zu präsentieren. Von Yvonne Fitzenberger

Im Innenhof stehen kleine hölzerne Tische. Außen am Gastraum entlang säumen Skulpturen den Weg. Schalen stehen auf Säulen unter freiem Himmel. Plötzlich wuseln Menschen durcheinander. Eilig tragen sie die meisten Stücke schnell nach innen, um sie vor dem plötzlichen Regen zu schützen.
Es war dem Wetter geschuldet ein unglücklicher Auftakt der Ausstellung „Holzwürmer in der Langfeldsmühle“. Dennoch nahmen viele Gäste den Weg durch den Regen auf sich, um die etwas andere Installation zu sehen.

Trotz des regnerischen Wetters begrüßten die hölzernen Skulpturen von Stefan Martin die kommenden Gäste.

In der Ende des 17. Jahrhunderts erbauten Mühle wurden die Kunstwerke in einem perfekt passenden Umgebung präsentiert, fand Bürgermeister Joachim Knoke. „Es ist eine Ausstellung an einem Ort, der vor Holz strotzt“, sagte er zu Beginn der Vernissage. Auch Holger Rauscher – er wohnt in der alten Mühle, die er eigenhändig renoviert hat – war überzeugt, dass der Ort „das perfekte Ambiente“ für die Ausstellung der drei Kunsthandwerker ausstrahlt. Die Präsentation lockte ein gemischtes Publikum an: Von jungen Erwachsenen über Familien zu älteren Ehepaaren waren die unterschiedlichsten Altersgruppen vertreten. Angezogen wurden sie ebenso von der Handwerkskunst, die die drei Künstler schaffen.

Denn Stefan Martin, Holger Rauscher und Martin Fleischmann kreieren keine Kunst, die einfach nur schön zum Ansehen ist. Alle drei produzieren zudem Stücke, die einen praktischen alltäglichen Nutzen haben.
So zieht zum Beispiel einer der Weinständer von Rauscher die Aufmerksamkeit einer jungen Frau auf sich. Sie schaut ihn sich genau an. Sie beugt sich vor, betrachtet mit wachen Augen jedes Detail bis ihr Blick auf das Schild neben dem Werk fällt. „Oh nein, das ist schon reserviert“, sagt sie enttäuscht zu ihrer Mutter. Tatsächlich haben bereits vor der Eröffnung der Vernissage durch Knoke einige der Exponate den Besitzer gewechselt.

Bilder: Offene Gärten in Hergershausen

Aber nicht nur um die Werke des Ausstellungsneulings Rauscher scharrten sich die Gäste. Ausführlich erklärte Martin Fleischmann interessierten Besuchern, wie einige seiner Kunststücke entstanden sind. „Es passiert schon manchmal, dass man sich versägt“, gestand der Harreshäuser im Gespräch. Er schien ganz in seinem Element zu sein, während er erklärte, wie eine immer noch biegsame Schale aus einem Stück Holz entstand. Gerne teilt er sein Wissen, nicht nur während Ausstellungen, sondern auch als AG-Leiter für „Holz und Design“ an der Eduard-Flanagan-Schule.

Am Ende standen sie immer noch draußen: Die hölzernen Moai-Statuen von Stefan Martin mussten weiter dem Regen trotzen. Zur Belohnung waren sie die Ersten, die den Regenbogen sahen.

Quelle: op-online.de

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