Kurs „Auskommen mit dem Einkommen“ lehrt Teilnehmer, wirtschaftlicher im Alltag zu sein

„Frischer Fisch ist günstiger“

+
Kursleiterin Christiane Hucke (rechts) zeigte in einer Präsentation, was im Kurs gelernt wurde.

Babenhausen - Überall im Raum des Erasmus-Alberus-Hauses der evangelischen Gemeinde hängen die Erzeugnisse des Kurses. Von Domenico Sciurti

An der einen Wand ist eine Ernährungstabelle befestigt, an der anderen ein „Spar-Barometer“, auf einem Flippboard ist ein großes Blatt Papier befestigt, auf dem in grüner Schrift drei Tage eines Mahlzeitenplans zu sehen sind. „Tag acht: Hähnchen-Gemüse-Pfanne mit Elbli. Kosten: 7,70 Euro“, steht da beispielsweise. Mit zwei anderen Gerichten kommt die Rechnung auf Gesamtkosten von 15,75 Euro. Davon können bis zu elf Personen ernährt werden, heißt es später.

Beim Kurs „Auskommen mit dem Einkommen. Fit für Haushalt, Job und Finanzen“, lernen die Teilnehmer, besser mit dem Geld auszukommen, das ihnen zur Verfügung steht; wie sie wirtschaftlicher im Haushalt und beim Einkaufen sind. Insgesamt neun Personen, acht Frauen und ein Mann, sind gestern zusammengekommen, um ein Resumee zu ziehen. Auch Vertreter der Partner, in deren Kooperation das Projekt zustande gekommen ist, sind dabei gewesen. Geleitet wurde das an mehreren Tagen stattfindende Zusammenkommen von Diplom-Sozialpädagogin Christiane Hucke und Hauswirtschaftsmeisterin Irmgard Wielsch.

Fisch selbst zuzubereiten

„Ich hätte nicht gedacht, dass es günstiger ist, Fisch selbst zuzubereiten, als ihn als Fertiggericht zu kaufen“, sagt Rosemarie Böttcher aus Groß-Umstadt. Diese Lehre nimmt sie aus dem Kurs mit. Gut gefallen habe ihr zudem das Vertrauensverhältnis, auf dem das Miteinander zwischen Teilnehmern und Kursleitern basiere. „Ich konnte auch Privates besprechen“, erklärt die 60-Jährige. Die 55-jährige Babenhäuserin Dusanka Majdancevic glaubt ebenfalls etwas Wichtiges gelernt zu haben: „Ich werde jetzt nicht mehr auf die Angebotsfallen in den Einkaufsmärkten hereinfallen“, sagt sie. Ein Kurstag griff das Thema „Werbung und die Strategien, um Kunden zum Kaufen zu verführen“ auf. Auch dazu hängt ein großes Plakat an der Wand. Neben der Werbung warnt es zum Beispiel auch vor „Quengelfallen“ oder „Einkaufswagenfallen“.

Der Kurs bot noch viel mehr als das. Ein Schuldenberater kam zweimal zu Besuch, die Teilnehmer konnten sich sogar individuell informieren. Und auch das Thema „Behördengänge“ wurde besprochen. Außerdem kochten die Teilnehmer fast bei jedem Treffen gemeinsam, so dass die Theorie auch gleich in die Praxis umgesetzt wurde. Leiterin Hucke schaute dabei stets genau auf die Essgewohnheiten der Einzelnen und gab Tipps.

Karlheinz Frühwein, der Hahn im Korb, habe tagsüber nie gegessen, erklärt er. Erst wenn seine beiden Söhne abends von der Arbeit nach Hause kamen, habe der 56-Jährige etwas zu sich genommen. „Das habe ich jetzt geändert“, sagt er und lächelt. Selbstverständlich wisse auch er jetzt, wo er mehr sparen kann: „Ich kaufe nur noch das ein, was ich wirklich brauche“, ergänzt er.

„Auskommen mit dem Einkommen“

„Auskommen mit dem Einkommen“ ist nicht nur für Menschen gedacht, die wenig verdienen, betont Edda Haack, Leiterin des Diakonischen Werkes Darmstadt-Dieburg, das zusammen mit der Kreisagentur für Beschäftigung in Darmstadt das Projekt im Jahre 2005 ins Leben gerufen hat. Einmal im Jahr organisieren die Verantwortlichen jeweils einen solchen Kurs im Landkreis, mal im westlichen, mal im östlichen Teil.

Die Frage, die der Veranstaltung als Leitfaden diene, ist: „Was braucht der Mensch, um gut und gesund zu leben?“, ergänzt Hucke. Die Kurstleiterin hat das Projekt erst vor zwei Jahren übernommen. Viel Erfahrung bringt sie aus ihrer Haupttätigkeit im Mehrgenerationenhaus in Groß-Zimmern mit, das vom Diakonischen Werk getragenen wird. Es sei äußerst wichtig, dass die Menschen lernen, mit dem umzugehen, was sie haben, schließt sie ab. Für die kommenden Kurse wünscht sie sich, dass mehr Männer teilnehmen. Interessierte können sich direkt an sie im Mehrgenerationenhaus wenden oder sich beim Diakonischen Werk in Darmstadt melden.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare