Unglückliche Baulandinitiative

Babenhausen - Den Vorschlag der SPD, die Entwicklung in der Kernstadt voranzutreiben indem das Projekt „Bauland Lachewiesen“ weiterentwickelt wird, sehen die Christdemokraten kritisch. In einer Pressemitteilung nehmen sie Stellung dazu.

Die SPD sprach von „attraktivem Bauland für leistungsstarke Familien“. CDU-Fraktionsmitglied Günther Eckert sagt dazu: „Das ist der falsche Ansatz zum denkbar unpassenden Zeitpunkt. Was hat den Fraktionsvorsitzenden der SPD denn ausgerechnet jetzt dazu bewogen, zusätzliches Bauland für, wie er schreibt, leistungsstarke Familien einzufordern und gleichzeitig das Kasernengelände für diese Zielgruppe abzuqualifizieren?“

Die CDU habe mit der Zielsetzung und Zielgruppenbeschreibung, nur für „leistungsstarke Familien“ Baugebiete einzufordern, ein grundsätzliches Problem. Stattdessen sollten Bauplätze für alle Schichten der Bevölkerung bezahlbar sein und insbesondere Anreize bieten für Familien mit Kindern.

Fraglich ist für die CDU, welchen sozialen Stand es demnach auf das Kasernengelände ziehen solle, wenn der SPD-Fraktionschef bereits heute die vermeintlich ungünstigen Standortbedingungen – Flugplatz, geplante Umgehungsstraße in unmittelbarer Nähe – hervorhebt. „Solche Äußerungen helfen sicher nicht, einen Investor zu begeistern, und sie widersprechen jeglichen Zielen für die weitere Entwicklung der Kaserne“, kommentiert Eckert.

Der Rahmenplan sehe vor, dass das ehemalige Kasernenareal einer hochwertigen zivilen Nutzung zugeführt werde und dort ein Quartier entstehen solle, in dem neue Formen des ökologisch und sozial nachhaltigen Wirtschaftens, Arbeitens und Wohnens realisiert werden. „Da haben wir ihn also, den idealen Standort für die von Herrn Knoke genannte Zielgruppe“, verweist Eckert auf die positiven Aussichten im neuen Wohnquartier.

Bevor in der Lachewiese ein weiteres Baugebiet erschlossen werde, sei es besser, erst die weitere Entwicklung in der Kaserne abzuwarten. Die Bebauung des durch die Allianz genehmigten Baugebiets auf dem Gelände der Firma Elb-Schliff gelte es ebenso zu klären wie die Entwicklung des ehemaligen IRO-Geländes in der Frankfurter Straße und den Verkauf der zur Zeit vorhandenen Baugrundstücke.

Günther Eckert: „Wir halten die Baulandinitiative Lachewiesen zur jetzigen Zeit für wenig geglückt. Noch anstehende und zukunftsweisende Initiativen der Stadt, wie die Kasernenkonversion, werden durch derartige Ankündigungen gefährdet. Wir hoffen, dass es sich dabei lediglich um Einzelmeinungen der SPD handelt und die Mehrheit der Parlamentarier der Stadt nach wie vor hinter einer erfolgreichen Kasernenkonversion steht.“ 

kat

Quelle: op-online.de

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