Länder näher aneinander bringen

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Nicht werfen, nicht über die Linie! Gar nicht so einfach, die Schüler hatten aber viel Spaß. Das Mädchen rechts muss von der einen Seite der Kletterwand auf die andere ohne dabei den Boden zu berühren.

Babenhausen - Hand in Hand stehen sie in einer Reihe: deutsche, französische und schwedische Schüler. Der Junge am Ende der Schlange hält einen Stock, er muss ihn ablegen, darf ihn nicht werfen, und darf auch nicht die Markierung auf dem Boden überschreiten, nur so gibt es Punkte. Von Domenico Sciurti

 Keine leichte Aufgabe, aber die Mannschaft hat viel Spaß dabei.

In der Turnhalle der Offenen Schule in Babenhausen kämpfen sechs Mannschaften gegeneinander. „Es sind internationale Gruppen“, erklärt Andreas Murmann. „Wir wollten einen Ländervergleich vermeiden“, ergänzt er. Murmann ist federführend verantwortlich für das Comenius-Projekt. Derzeit sind Delegationen der Partnerschulen aus Nizza in Frankreich und Västeras in Schweden zu Besuch, um mit den Babenhäusern das zweite Projektjahr anzugehen. Nach einer Konferenz am Morgen, in der die Verantwortlichkeiten verteilt wurden, sind die Teilnehmer nun zum spaßigeren Teil übergegangen.

An einer Kletterwand versucht eine junge Französin von der einen Seite auf die andere zu gelangen, ohne dabei den Boden zu berühren. Etwa drei Meter weiter ist ein weiteres junges Mädchen an ein Sicherheitsseil gebunden, sie muss 15 Getränkekästen übereinanderstapeln, dabei immer oben die Balance halten.

Ein Wettbewerb scheint das Zusammenkommen nicht zu sein, Schüler und Lehrer reden miteinander, lachen viel. Das Comenius-Projekt läuft in Babenhausen nun schon im zehnten Jahr. Die ersten liefen über drei Jahre, das derzeitige nur noch über zwei. Immer wieder kommen hiesige Schüler mit denen anderer Schulen zusammen, um einen kulturell-informativen Austausch zu haben. „Die Schulen in Nizza und Västeras habe ich über eine Online-Plattform gefunden“, erklärt Murmann, der schon bei mehreren Austauschprojekten mitwirkte und deswegen viele Erfahrungen diesbezüglich hat.

„Jedes Projekt hat einen eigenen thematischen Schwerpunkt“, erläutert er. Im Aktuellen gehe es um „Mensch und Tier“. Im ersten Jahr standen Fragen im Mittelpunkt wie: Welches Tierfleisch bevorzugen die einzelnen Länder? Oder: Welche Rolle spielen Zoos? Auch die Vögel der jeweiligen Schul-Umgebungen wurden ausgekundschaftet. Im zweiten Jahr nun beschäftigen sich die Teilnehmer vor allem mit der Überfischung mancher Gewässer. Aber auch Haustiere werden thematisiert.

Die Schüler recherchieren die Inhalte und stellen Präsentationen zusammen. Wenn sie sich dann treffen – in der Regel zweimal im Jahr – informieren sie sich gegenseitig. Auch einen Blog haben sie erstellt, in dem sie über ihre Erfahrungen sprechen (www.comenius-pets-blog.over-blog.de).

Das Ziel des Projektes ist aber nicht nur informeller Natur. „Wir möchten die einzelnen Länder näher aneinander bringen“, erläutert Murmann weiter. „Und auch die Hemmungen, eine andere Sprache sprechen zu müssen, sollen überwunden werden.“ Selbst die mit dem Projekt vertrauten Lehrer profitieren davon. Denn „keiner von ihnen ist Sprachlehrer“, erklärt Murmann und lacht.

Quelle: op-online.de

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