Lärmgrenzwerte nicht überschritten

Babenhausen ‐ „Die sachlichen Argumente für eine Westumgehung werden immer dünner.“ So kommentieren die Grünen ein Gutachten des Amtes für Straßen- und Verkehrswesen (ASV) zur Lärmbelastung entlang der Bouxwiller Straße. Von Stefan Scharkopf

Sowohl Messungen aus 2007, als auch aktuelle Daten hätten keine Überschreitungen der Grenzwerte feststellen können. Das ASV hatte insbesondere die Lärmbelastung für die Schulen unter die Lupe genommen und kommt hier zu dem Ergebnis, dass die gültigen Grenzwerte nicht überschritten werden. Das bestätigt auch Markus Schmitt vom ASV in Darmstadt auf Anfrage. Für die relevanten Grenzwerte seien keine Überschreitungen im Bereich der Schulen ermittelt worden. An einigen Häusern entlang der Straße sehe es aber anders aus. Es gebe Hausbesitzer, denen ein Zuschuss für Lärmschutzfenster zugestanden worden sei, weil die Grenze von 70 Dezibel am Tag oder 60 Dezibel in der Nacht überschritten worden seien.

Schmitt wertet die Ergebnisse nicht als Argument gegen eine Westumgehung. „Das Land Hessen hat die Umgehung im vordringlichen Bedarf des Verkehrswegeplans. Es wurde eine Kosten-Nutzen-Analyse erstellt, und die hat ergeben, dass im Verhältnis zu den Kosten der Nutzen hoch ist.“ Bei täglich 14.000 Autos und Lkws auf der Bouxwiller Straße, davon ein hoher Anteil an Durchgangsverkehr, sei die Entlastung gegeben. Deshalb genieße das Projekt auch eine hohe Priorität.

Hohe Priorität

Lesen Sie dazu auch:

Zwischenergebnisse zum Entwicklungsplan des Landkreises

Geplant wird an einer Westumgehung aber nicht, weil es von der Stadt dafür keinen positiven Parlamentsbeschluss gebe. „Wir können nur mit der Stadt zusammen planen“, so Schmitt. Auch in seinem Verkehrsentwicklungsplan verweist der Landkreis darauf, dass die Westumgehung als dringlich bewertet wird.

Politisch ist die Westumgehung seit vielen Jahren umstritten. Die SPD fordert zur Entlastung des Nord-Süd-Verkehrs den Bau der Westumgehung. Das steht in ihrem Gesamtkonzept für die Verkehrspolitik. Die CDU will noch ausstehende Untersuchungen abwarten und sich dann entscheiden. Die Grünen lehnen die Westumgehung ab. Statt eine Millionen teure Westumgehung zu fordern, müsse Verkehrslenkung und die Reduzierung von innerörtlichem Ziel- und Quellverkehr das vordringliche Ziel einer nachhaltigen Verkehrspolitik sein.

Erst wurde die Bouxwiller Straße als Umgehungsstraße durch die Landschaft gezogen, dann günstige Wohnbebauung und ein Schulzentrum an der Straße zugelassen und danach fordert man unter anderem mit dem Argument der Lärmbelastung für die Schulen, im Westen der Stadt eine neue Umgehung für die Umgehung. Kurzsichtiger und den gemessenen Tatsachen nicht entsprechend kann ein gesamtstädtischer Verkehrsansatz kaum sein“, meinen die Grünen. Das ASV mache deutlich, dass an der Bouxwiller Straße lediglich eine Lärmsanierung anzuwenden sei, die vom Land Hessen auf freiwilliger Basis durchgeführt werden könne.

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © Pixelio

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare