Laienspiel zum Kirchen-Jubiläum

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Harald Heckwolf (vorne rechts) und Inge Heckwolf (Zweite von links) sind die beiden Initiatoren des Projekts.

Hergershausen - Der 29. September 1712 war sicher ein besonderer Tag für die Hergershäuser. An diesem Sonntag vor 300 Jahren wurde die heutige, evangelische Kirche eingeweiht. Von Petra Grimm

Der Vorgängerbau aus Holz war 1711 wegen Baufälligkeit abgerissen und an gleicher Stelle mit dem Bau einer neuen Kirche aus Bruchsteinmauerwerk begonnen worden. Im kommenden Jahr wird die Kirchengemeinde das 300-jährige Bestehen ihrer Dorfkirche feiern. Ein Höhepunkt im Reigen der verschiedenen Veranstaltungen wird die szenische Darstellung der Kirchengeschichte durch eine Gruppe Laienspieler sein. Ein Projekt, das die beiden Hergershäuser Heimatforscher Inge und Harald Heckwolf ins Leben gerufen haben. Die erste Vorbesprechung war im März. Nach und nach formiert sich jetzt die Gruppe, zu der auch einige Darsteller des Sickenhöfer Laientheaters gestoßen sind.

Entwickelt habe sich die Idee zu diesem Projekt aus den Recherchen für ihr 2005 veröffentlichtes Buch „Hergershausen – Vom Haufendorf zum Stadtteil“, sagen die beiden. Harald Heckwolf hatte zudem 2003 einen reich bebilderten Kirchenführer publiziert, so dass das Wissen über die Historie der Kirche da war. „Wir haben uns dann gefragt, wer könnte das Drehbuch schreiben und bei den Proben Regie führen?“, erzählt Inge Heckwolf. Mit der Brensbacher Hobbykabarettistin Marlene Schwarz, die man über ihre komödiantischen Auftritte bei Festen der Hergershäuser Kirchengemeinde kennengelernt hatte, fanden die beiden eine für diese Aufgaben geeignete Mitstreiterin.

Geschichte von damals war eine Geschichte von Männern

Die kleine Kirche wird 300 Jahre alt.

„Es werden insgesamt neun Szenen sein, die jeweils etwa fünf bis zehn Minuten dauern. Die meisten habe ich bereits geschrieben“, sagt Marlene Schwarz, die hauptberuflich als Psychotherapeutin für Kinder und Jugendliche arbeitet. Beim jüngsten Treffen der Theatergruppe lasen die Beteiligten sich die ersten Szenen mit verteilten Rollen durch und besprachen einige organisatorische Dinge. Etwa 15 Sprechrollen sind zu besetzen. „Wenn man den Text fünf oder sechsmal gelesen hat, kann man ihn. Da muss man nicht viel büffeln“, beruhigte Schwarz die Laienspielergruppe, in der sich mehr Frauen als Männer zusammengefunden haben. Das ist ein „Problem“, wenn man historische Szenen darstellen will. „Denn die Geschichte von damals war eine Geschichte von Männern“, erklärt Schwarz, die eine elegante Lösung fand. „Geschichte kann man auch über Tratsch und Klatsch von Frauen darstellen“, so die Autorin. Das Theaterstück wird die Zuschauer auch im ganz wörtlichen Sinne bewegen. Denn die einzelnen Episoden werden an verschiedenen Stellen im alten Ortskern zu sehen sein. Der geführte Rundgang von Szene zu Szene ist gleichzeitig eine Reise durch die Zeit, die mit der Entstehung des Kirchenbaus beginnt und in der jüngsten Vergangenheit endet.

Die geplante Aufführung soll am 29. September 2012 stattfinden, also genau an dem Tag der Kircheneinweihung vor 300 Jahren. 200 Jahre lang wurde am Sonntag nach dem 29. September auch die Kirchweih im Dorf gefeiert. „Erst seit der Renovierung 1912 wird der Kerbsonntag nach Gallus (16. Oktober) ausgerichtet“, sagt Harald Heckwolf.

Quelle: op-online.de

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