Fischerfest des ASV Langstadt

Lange Schlangen für die Forellen

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Meeresspezialitäten finden reißenden Absatz beim Fischerfest des ASV Langstadt. Ein gemütlicher Sonntag bei den Langstädter Anglern.

Langstadt - Es gibt Feste, die werden regelrecht überrannt. Auf das jüngste Fischerfest des ASV Langstadt traf dieser Ausnahmezustand zu. Von Michael Just

Von zwölf bis 14 Uhr bildete sich eine Schlange vor der Essensausgabe, die über 20 Meter lang war und reichlich Standvermögen verlangte. Wartezeiten von über einer halben Stunde ließen sich nicht vermeiden. Das schlug sich auch auf den Tellern nieder: An einem Tisch saßen zwei befreundete Ehepaare aus Hainburg und Klein-Auheim, vor sich die Bratwürste auf dem Teller. Jene Auswahl schien für ein Fischerfest ungewöhnlich. „Bei der Steak- und Bratwurstausgabe war die Schlange eben erheblich kürzer als beim Fisch“, rechtfertigt Dieter Launhardt. Gerne hätten die Radfahrer aus dem Main-Kinzig-Kreis und dem Kreis Offenbach Fisch gegessen, aber nach 25 Kilometer Radfahren war der Hunger einfach zu groß, um eine längere Wartezeit in Kauf zu nehmen.

Vom Fischerfest im Babenhäuser Stadtteil hatten sie in der Offenbach-Post gelesen und sich daraufhin für diesen Sonntagsausflug entschieden. An den Wochenenden fährt das Quartett regelmäßig zusammen Rad. In Langstadt schätzt es, wie viele andere Gäste auch, die gemütliche Atmosphäre direkt am See mit traumhaftem Blick über das Wasser. Die idyllische Umgebung gleicht nicht nur für sie einem Refugium, wo sich in einer Art Mini-Urlaub für ein paar Stunden dem Alltag entfliehen lässt. Hinzu kommt ein Essenangebot, das keine Wünsche offen lässt: Die selbst geräucherten Forellen werden morgens frisch zubereitet und der zentimeterdicke Wildlachs liegt mit einer hellroten Farbe auf dem Teller, dass einem schon beim Anblick unweigerlich das Wasser im Munde zusammenläuft. „Nicht zu vergessen ist unser selbstgemachter Kartoffelsalat“, hebt ASV-Vorsitzender Stephan Specht heraus. Dafür hätten mehrere Damen zum Schälmesser gegriffen und rund 200 Kilo Erdäpfel verarbeitet.

Mini-Urlaub in idyllischer Umgebung

Der ASV Langstadt präsentiert sich derzeit als relativ kleiner Verein: „Wir haben gerade mal um die 55 Mitglieder, die keinesfalls nur Aktive sind. Da sind auch unsere Frauen mit drin“, erläutert Specht. Wie unschwer zu erkennen war, stellt das Fischerfest jährlich die größte Herausforderung dar. Beim diesem besteht die Möglichkeit, auf dem Vereinsgelände zu essen, was gerne angenommen wird. Los geht es bereits am Samstag mit dem Bieranstich am Nachmittag und einer Bar am Abend. Wohl dem Wetter geschuldet, zeigte sich diesmal die Resonanz als überschaubar. Anders am Sonntag, als die hungrigen Massen regelrecht strömten. Der Ansturm am Sonntag bewog ASV-Mitglied Klaus Schreiber nochmal mit anzupacken. Die Betonung liegt auf „nochmal“. „Eigentlich hatte ich am gestrigen Samstag Dienst, aber ich helfe jetzt beim Abräumen mit und befreie die Gäste, die gegessen haben, von ihrem Geschirr“, sagte er. Erst nach 14 Uhr wurde die Schlange an der Essensausgabe merklich kleiner. Doch auch danach riss der Betrieb nicht ab. Viele nahmen sich noch Fisch mit nach Hause, andere ließen sich von der leckeren Kuchentheke mehrere Stücke in Alufolie einpacken. Hier hatten selbst Nichtmitglieder den ASV mit einer Kuchenspende unterstützt und damit die oft beschworene „Lengschder“ Einheit bewiesen.

Babenhäuser feiern Altstadtfest

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Laut ASV-Vorstand werde man mit dem sonntäglichen Ansturm auf das Fischerfest schon seit Jahren konfrontiert, Abhilfe sei aber schwierig. „In den Bräter passen nur 20 Forellen rein“, führte Stephan Specht an. Um die Wartezeit zu mildern, wurde die Essensausgabe schon in Fisch und Fleisch unterteilt. Wie die beiden Ehepaare aus Hainburg und Klein-Auheim mitteilten, hat ihnen die Wurst geschmeckt. Die Stärkung brauchte es, denn mit ihren Rädern lag noch der Rückweg von weiteren 25 Kilometern vor ihnen. Im nächsten Jahr wollen sie auf alle Fälle wiederkommen, dann mit der Hoffnung, dass ihr Mittagessen aus dem Wasser kommt.

Quelle: op-online.de

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