Jubiläumschronik zur Feier ab sofort erhältlich

Langstadt blickt auf 175 Jahre zurück

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Die Übergabe der Bücher: von links Bernhard Münch, die Vorsitzende des Ortsvereinsgremium Christa Erbes, Bernd Bundschuh, Druckerei-Inhaber Wolfgang Krapp, Karl-Heinz Bader und Ortsvorsteher Günther Eckert.

Langstadt - Stattliche 256 Seiten umfasst die Jubiläumschronik, die Bernd Bundschuh gemeinsam mit einigen Mitstreitern im Auftrag des Langstädter Ortsvereinsgremiums verfasst hat. Von Petra Grimm

Das Festbuch, das anlässlich des 750-jährigen Bestehens des Ortes herausgegeben wird, ist seit vergangener Woche zu erwerben. „Heimatforscher“ will Bernd Bundschuh, der von 1961 bis 2009 in Langstadt zuhause war und jetzt in Kleestadt lebt, nicht genannt werden. „Ich forsche ja nicht“, sagt er bescheiden. Er sieht sich eher als Chronist. Und als solcher beschäftigt er sich bereits seit 1970 mit der Lokalgeschichte. Sammelt, zeichnet auf und fotografiert. Viele Aufnahmen von ihm finden sich neben den historischen Bildern, Karten und Dokumenten in der Festchronik, die eine Fortsetzung des Buches darstellt, das im Jahre 2005 anlässlich des 125-jährigen Bestehens der evangelischen Kirche in Langstadt auf seine Initiative hin herausgegeben wurde.

Auf einen Abriss der wechselhaften Geschichte des Dorfes, das im Jahr 1267 erstmals urkundliche erwähnt wurde und seit 1971 ein Stadtteil von Babenhausen ist, verzichtete Bundschuh. Denn die Historie in Kurzform findet sich bereits in der ansprechenden Festschrift, die vor ein paar Wochen an die Langstädter Haushalte und auch in den Nachbardörfern verteilt wurde.

Das älteste Schulbild aus dem Jahr 1905, die Oberstufe mit Lehrer Martin Treusch.

Eröffnet wird das reich bebilderte Buch mit einem Kapitel über die Jubiläumsfeierlichkeiten vor 50 Jahren, an die sich viele Langstädter gerne erinnern. Daran anschließend werden rund 20 verschiedene Aspekte des dörflichen Lebens behandelt. Neben Bundschuh waren auch Pfarrer Reiner Haberstock, der Babenhäuser Stadtarchivar Georg Wittenberger, Karl-Heinz Bader und Willi Schäfer als Autoren im Einsatz. Mit Heinrich Diehl vom Burghof, Jahrgang 1934, hat Bundschuh viele Gespräche geführt. Aus diesen Informationen ist das umfangreiche Kapitel über die Entwicklung der Landwirtschaft ab den 1940er Jahren entstanden, das die Arbeitsabläufe auf einem Bauernhof sowohl über die vier Jahreszeiten als auch im Tagesverlauf anschaulich beschreibt. „Schließlich haben die Vorfahren der meisten Langstädter in der Landwirtschaft gearbeitet“, erklärt Bundschuh, der die Geschichte verschiedener Institutionen wie die des Kindergartens oder der Schule detailliert beschreibt. Auf den zahlreichen Fotos in diesen Kapiteln werden sich die meisten Langstädter im Kreise ihrer Kindergartengruppe oder ihres Schuljahrgangs entdecken. Einen interessanten Fundus für heimatkundlich Interessierte stellen die Berichte über die Rathäuser mit ihrem „Personal“, den Bahnhof, das Hirtenhaus oder das Geschehen in den Backhäusern dar. Kulturgeschichte wird auch in dem Abschnitt über die Bräuche im Dorf und die Mundart lebendig, der auf eine Befragung aus dem Jahr 1943 von Dr. Heinrich Winter zurückgeht. Bundschuh hat sie im Staatsarchiv aufgestöbert. Wie die Kerb, Ostern, Weihnachten oder eine Hochzeit traditionell gefeiert wurden, ist hier nachzulesen. Umfangreiche Abhandlungen über die jüdischen Familien im Dorf haben Georg Wittenberger und Pfarrer Reiner Haberstock beigesteuert.

Bauernregeln auf dem Prüfstand: Bilder

Die erfolgreiche Verbindung der Vergangenheit mit der Gegenwart beschreibt Karl-Heinz Bader in seinem interessanten Kapitel über die Dorferneuerung. Die Erinnerungen des im Jahr 2008 verstorbenen Langstädters Georg Lück über seine Erlebnisse in den beiden Weltkriegen haben Eingang gefunden in das Buch, ebenso wie die Biografien zweier herausragender Langstädter, des Forschers und Lehrers Dr. Heinrich Diehl (1882 bis 1978) und des vielfach ausgezeichneten Naturschützers Otto Diehl. Neben Bundschuh hat vor allem der Dieburger Bernhard Münch viel Zeit und Engagement in das Buch gesteckt. Denn er hat ehrenamtlich das umfangreiche Layout erstellt.

Das nicht nur für Lengschder interessante Buch ist für 20 Euro in Langstadt im Nahkaufladen von Heidi Micka, im Laden der Bäckerei Klein und in den Naturkostläden von Frank Ludwig Diehl in der Hauptstraße und in Babenhausen in der Fahrstraße 16 zu haben. Auch bei der Bilderausstellung im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten am kommenden Wochenende kann man es kaufen.

Wer mit den Langstädtern ihr Jubiläum feiern will: Am Freitag (23. Juni) beginnt das Fest um 20 Uhr in der evangelischen Kirche mit Szenen aus dem Leben der Lutherin „Katharina von Bora“. Am Samstag, nach dem Festumzug um 16 Uhr, wird in der Hauptstraße bis in die späten Stunden zur Party mit Live-Musik eingeladen. Der Festsonntag beginnt mit einem Gottesdienst um 10 Uhr, dem sich ein Frühschoppen anschließt. Am Nachmittag rocken „Atze & Friends“.

Quelle: op-online.de

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