Die Kleinen können´s auch

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Die Schippchen fest in der Hand nahmen die Kinder den Großen die Arbeit ab.

Langstadt - In Langstadt haben die Arbeiten für den Umbau des Kindergartens offiziell begonnen. Die Einrichtung wird zur Kita. Von Stefan Scharkopf

Diesmal ist alles anders: Nicht die Großen greifen zur Schippe, um mit dem üblichen Spatenstich die Arbeiten offiziell beginnen zu lassen. Nein, das können die Jungs und Mädels ebenso gut, auch wenn ihr Arbeitsgerät etwas kleiner ausfällt. Danach trollen sich die Kinder von der Baustelle und steuern wieder ihr Container-Dorf an der Markwaldhalle an, das den etwa 50 Kleinen - zwei altersgemischte Gruppen - als Ausweichquartier zur Verfügung steht. Dort ist der Nachwuchs untergebracht, bis der Umbau des Kindergartens am eigentlichen Standort in der Forsthausstraße abgeschlossen ist. Das soll im Frühjahr oder Sommer 2015 sein.

Langstadt ist die letzte Einrichtung in der Stadt, die nun verlängerte Öffnungszeiten anbietet; aus dem Kindergarten wird eine Tagesstätte. Seit diesem September werden die Mädels und Buben ganztägig betreut, also bis 16.30 Uhr. Bislang blieb dies auf den Vormittag beschränkt. Für eine Ganztagsbetreuung sind Platz zum Schlafen, ein Bistro mit Aufwärm- und Kochfunktion sowie mehr Raum für das Personal nötig.

Rund eine Million steht zur Verfügung

Da der Langstädter Kindergarten ohnehin hinsichtlich des Brandschutzes saniert werden musste, beschlossen die politischen Gremien, die Sanierung mit einer räumlichen Vergrößerung zu kombinieren. Auch der Sanitärbereich muss erneuert werden. Für Erweiterung, Umbau, technische Ertüchtigung und Planungskosten haben die Stadtverordneten rund eine Million Euro zur Verfügung gestellt. Eine Aufstockung des Gebäudes wurde im Vorfeld überlegt, auch ein Anbau. Doch aus „technischen Gründen und aus wirtschaftlichen Betrachtungen heraus“ schienen dies keine sinnvollen Alternativen zu sein, wie es hieß.

Im Eingangsbereich zur Kita wird nach der Fertigstellung der Bistrobereich zu finden sein, die Mitarbeiter ziehen in einen etwa 20 Quadratmeter großen Anbau auf der rückwärtigen Seite um. Die Räume werden neu aufgeteilt, die Gruppenräume bleiben erhalten. Der ganze Bau inklusive Dach wird mit Dämmmaterial dick eingepackt, so dass 30 bis 40 Prozent an Energie eingespart werden können. Bei Abbruch-Arbeiten im Inneren seien im Übrigen keine Schadstoffe gefunden worden.

„U3 ist eine enorme Kraftanstrengung“, sagte Bürgermeisterin Gabi Coutandin beim Spatenstich am Donnerstag, „wenn man bedenkt, dass hessenweit bereits zwei Drittel der Kinder unter drei Jahren ganztags eine Kita besuchen.“ So werde es in Babenhausen und in Stadtteilen weitere Erweiterung geben. Überlegt wird auch die Einrichtung einer Waldgruppe in einem der Ortsteile.

Klagen auf einen Kita-Platz - aber wie?

Klagen auf den Kita-Platz - aber wie?

Langstadts Ortsvorsteher Günther Eckert hatte im Vorfeld kritisiert, dass es durch den Umbau nicht mehr Plätze gebe, sondern durch die Arithmetik von U3- und Ü3-Betreuung sogar vier Plätze weniger. Er habe darum gebeten, einen weiteren Gruppenraum für 25 Kinder zu planen und wenn möglich zu realisieren. Der Eigenbetrieb der Stadt habe aber noch nicht einmal den Auftrag gehabt, eine Erweiterung im östlichen Bereich des Kindergartens zu prüfen, sagte er. Eckert befürchtet, dass in Langstadt die Kapazitäten bald nicht mehr ausreichen könnten. Das sei dann der Fall, wenn der erst 2013 für 15 Kinder wieder eröffnete Standort im benachbarten Harpertshausen schließen müsste, weil das alte Schulhaus verkauft werden soll.

Quelle: op-online.de

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