„LebensMittelPunkt“ umgebaut

Neue Decke schluckt den Schall

Babenhausen - „Wenn 60 Leute auf einen Schlag in den Laden laufen, ist das immer sehr laut“, berichtet Petra Graff, Vorstandsmitglied beim „LebensMittelPunkt“. Die Zeiten des unangenehmen Schalls sind nun vorbei. Dafür sorgt eine neue, lärmdämpfende Decke. Von Michael Just 

Beim Neujahrsempfang des „LebensMittelPunkts“ in den Räumen in der Schlossgasse 18 gingen die Blicke immer wieder nach oben. Die neue, Lärm schluckende Deckenverkleidung in Form von Platten wurde diese Woche in der Schlossgasse angebracht. Des Weiteren zogen die Arbeiter einen Sichtschutz vor der Warenausgabe höher und der Warteraum kommt mit nagelneuem Mobiliar daher. Hier lassen sich nun moderne Tische und Stühle finden, an denen die Kunden Platz nehmen und in Gesprächen die Zeit überbrücken können, bis ihr Einkauf ansteht.

Dieser läuft zukünftig in anderen Bahnen ab. Das offenbart eine Nummernanzeige an der Decke. Ähnlich wie in den Warteräumen von Behörden, bestimmen Ziffern die Reihenfolge. „Vorher gab es immer eine lange Schlange. Damit war der Nachteil verbunden, dass Kinder vorgeschickt wurden, die sich als Platzhalter für ihre Eltern anstellen mussten“, berichtet Vorstandsmitglied Petra Graff. Mittels einer kleinen Trommel, in die alle Empfänger wie beim Bingo-Spiel anhand einer Nummer wandern, beruht die Reihenfolge zukünftig auf dem Zufallsprinzip und nicht mehr darauf, wer es irgendwie ganz nach vorne schafft.

Im sechsten Jahr seines Bestehens verfügt der Verein inklusive des sechsköpfigen Vorstands um Vorsitzenden Manfred Müller über 48 ehrenamtliche Helfer. Dreiviertel davon sind Frauen. Die Männer sind vor allem in der Riege der Fahrer zu finden, die Frauen bewerkstelligen im Gros die Lebensmittelausgabe. Die Verantwortlichen sind besonders stolz auf drei Syrer, die im Helferteam mitarbeiten. „Das ist die beste Form der Integration. Sie bauen Kontakte auf und stehen uns beim Übersetzen zur Seite“, erläutert Graff. Aufgrund keiner oder nur geringer Einkünfte sind derzeit 600 Personen beim „LebensMittelPunkt“ einkaufsberechtigt. Je Öffnungstag (jeweils Montag, Mittwoch und Freitag) kommen rund 60 Personen.

Um die Ausgabe reibungslos zu gewährleisten, bringen die Unterstützer viel Zeit auf. Wenn sich um 14.30 Uhr oder um 16 Uhr die Tore für den stark verbilligten Einkauf öffnen, sind die Helfer in der Regel schon seit drei Stunden mit der Vorbereitung zugange. Sämtliche Ware, die die Fahrer tagtäglich einholen, wird einzeln überprüft. „Wir nehmen jeden Salat in die Hand. Bei Orangen machen wir die Netze auf“, berichtet Petra Leyser und ergänzt, dass nur das abgegeben wird, was man selbst essen würde. Nach 90 Minuten Öffnungszeit räumen die Helfer auf und übernehmen Putzarbeiten, um die Kosten für eine Reinigungskraft zu sparen. Zählt man alle geleisteten Stunden zusammen, kommt meist ein Tagwerk zusammen. Trotz der ansprechenden Helferzahl ist der Verein auf finanzielle Unterstützung in Form von Spenden angewiesen. „Unsere Kunden können nicht soviel bezahlen, wie der Aufwand in Gänze kostet“, sagt Müller. Besonders schätzt er jene Helfer, die sich Woche für Woche engagieren. Zum Zeitaufwand komme noch eine außerordentliche Motivation hinzu: „In der freien Wirtschaft würden sich unzählige Arbeitgeber glücklich schätzen, solche Personen in ihren Reihen zu haben“, so Müller.

Bilder: Babenhausen und Stadtteile

Im vergangenen Jahr fanden erstmals Ehrungen beim „LebensMittelPunkt“ statt. Dabei erhielten jene Personen eine Auszeichnung, die seit fünf Jahren, und damit von Anbeginn mit von der Partie sind. Nun kamen weitere Ehrungen für Gul Ghotay Popal, Roswitha Messenzehl und Robert Lind hinzu.

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © dpa

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare