"LebensMittelPunkt"

280 Menschen zehren von den Lebensmitteln

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35 ehrenamtliche Helfer packen beim "LebensMittelPunkt" mit an.

Babenhausen - Ältere, alleinstehende Frauen: Das ist die Hauptklientel, die den "LebensMittelPunkt" (LMP) in der Schlossgasse 18 aufsucht. Ist der Mann verstorben, werden die Einkünfte weniger, die Kosten für Miete, Strom und Heizung bleiben. Von Stefan Scharkopf

Viele Frauen sind dann darauf angewiesen, die Kosten für ihre Versorgung möglichst gering zu halten. Die zweite Gruppe, die oft kommt, sind Alleinerziehende mit mehreren Kindern, die aufstocken dürfen. „Wer dagegen fast gar nicht auftaucht, sind junge Arbeitslose“, sagt Hans-Dieter Vogel, stellvertretender Vorsitzender des Vereins "LebensMittelPunkt".

Die Kundschaft steigt stetig, jede Woche verzeichnen die ehrenamtlichen Helfer zwei bis drei Neuaufnahmen. Es könnten aber offensichtlich mehr sein. Denn nach wie vor trauen sich viele nicht. Deshalb sollen die Kunden so eine Art Patenschaft übernehmen für Bekannte, die ebenfalls bedürftig sind, und ihnen helfen, ihre Hemmschwelle zu überwinden. Wer dagegen wieder einen Job hat, scheidet als Kunde freilich aus.

Der "LebensMittelPunkt" versorgt mit günstigen Lebensmitteln

Der "LebensMittelPunkt" e.V. ist eine Initiative, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Bedürftige aus Babenhausen und der direkten Umgebung mit günstigen Lebensmitteln zu versorgen. Überschüssige Ware aus Supermärkten und Discountern wird abgeholt, aufbereitet und nachweislich Bedürftigen – sie brauchen einen Berechtigungsschein – zu einem symbolischen Preis angeboten.

Wie notwendig diese Einrichtung ist, lässt sich an einigen Zahlen ablesen: Seit der Ladenöffnung im Sommer 2011 wurden mehr als 270 Bedürftige im Sinne der Gesetze als Kunden registriert. Wöchentlich wird der Laden in der Schlossgasse von rund 130 bis 150 Kunden frequentiert. Hinter dieser Zahl stecken über 280 Menschen, die von den hier ausgegebenen Lebensmitteln zehren. Minirentner, allein erziehende Mütter mit Kindern, Kranke, Arbeitslose, große Familien mit kleinem Einkommen – die Liste ist lang.

Einige Helfer sind auch bedürftig

Aber es stecken auch über 35 Helfer dahinter, die dies erst möglich machen: An drei Tagen in der Woche öffnet der Laden – und für jeden Verkaufstag sind knapp 60 Arbeitsstunden aufzubringen: Ware abholen, verlesen, säubern, sortieren und herrichten, verkaufen, nach der Ausgabe alles reinigen, die Reste zum Bauern bringen, die Buchführung auf dem Laufenden halten, den Laden putzen für den nächsten Verkaufstag. Einige der Helfer sind ihrerseits auch bedürftig.

Wer etwas kaufen will, geht mit einem begleitenden Helfer die Theke entlang. Zuerste wird das Brot angesteuert, dann geht es zum Kühlfach sowie zum Obst und Gemüse. Allzu viele haltbare Waren hat der "LebensMittelPunkt" nicht in seinem Sortiment, da die Märkte diese noch verkaufen können. Alles wird in einem Kunststoffkörbchen verstaut. Der Inhalt geht dann für zwei Euro an den Kunden. Hier und da gibt es auch so etwas wie Aktionsware, wenn die Märkte beispielsweise Schulhefte aussortieren oder Zahnpasta abgeben.

Zurzeit öffnet der "LebensMittelPunkt" zweimal wöchentlich

Üblicherweise dürfen die Bedürftigen einmal die Woche einkaufen. Derzeit ist der LMP aber recht gut bestückt, so dass die Menschen zweimal pro Woche einen Korb füllen dürfen. Trotz dieser großen Anstrengung ist auch ein Tropfen Wermut in der Erfolgsbilanz: Der Ertrag deckt nicht den Aufwand. So wird der LMP auch weiterhin auf Spender und Gönner angewiesen sein. Die Liste der Ideen hierzu ist lang: Sammlungen an Geburtstagen, Feiern, in Schulen, in Betrieben, in Vereinen – und wo immer es Erfolg verspricht. Der LMP freut sich über jede Zuwendung.

Dieser Tage hatte der Vorstand des LMP Spender, Sponsoren und Initiatoren zu einem Jahresbericht eingeladen und zu berichten, was aus ihren guten Werken geworden ist. Vorsitzender Manfred Müller dankte den Anwesenden. Nur durch die Vielzahl an Gaben in Form von Initiatoren-, Geld- und Warenspenden sei es möglich gewesen, diese Einrichtung zum Leben zu erwecken und zu erhalten. Manfred Müller dankte auch all jenen, die ohne Klagen diese Arbeiten regelmäßig verrichten, ehrenamtlich, ohne jegliche Vergütung.

Spenden decken den Tisch

"LebensMittelPunkt", Schlossgasse 18, Babenhausen.

Öffnungszeiten: montags und freitags 14.30 bis 16 Uhr sowie mittwochs 16 bis 17.30 Uhr.

In der anschließenden Gesprächsrunde am – ebenfalls durch eine Spende – gedeckten Tisch wurden Gedanken ausgetauscht und neue Pläne geschmiedet. Alle Anwesenden waren sich einig: Nicht nur dieser Abend war ein Erfolg.
Was treibt die Helfer an? „Wir sind so etwas wie ein Familienbetrieb“, sagt Vogel, „was uns von der Tafel unterscheidet ist, dass es bei uns auch ein Café gibt, in dem unsere Kunden sich austauschen können. Das wird auch gerne genutzt. Helfen zu können, macht allen Spaß. Und wenn wir dann in die strahlenden Gesichter der Kinder schauen, wissen wir, dass es sich lohnt.“

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Quelle: op-online.de

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