„Unser Dorf hat Zukunft“

Harpertshausen: Lebensqualität auf dem Land

+
Der Platz neben der Kirche wurde schön bepflanzt und lädt zum Verweilen ein.

Harpertshausen - Sanft wiegt sich das Gras im leichten Wind. Schmetterlinge fliegen von Blume zu Blume. Ein Kleinod ist er geworden, der Platz neben der Kirche in Babenhausens kleinstem Stadtteil. Das etwa 10 auf 60 Meter große Grundstück ist umgestaltet worden. Von Stefan Scharkopf 

Unterteilt ist es in drei Bereiche: Auf dem ersten Teil laden Bänke und Freiflächen als Treffpunkt ein. Es schließt sich ein Ruhebereich an, mit einem großen Schachbrett. Dachplatanen wachsen und können künftig als Sonnenspender dienen. Im hinteren Bereich sprießen allerlei Pflanzen – so kann der Platz als Ortsmitte dienen; bislang war das die Linde.

Fünf Dörfer aus dem Landkreis nehmen in diesem Jahr am hessenweiten Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ teil. Auf das schmucke Areal in Harpertshausen wird die Bewertungskommission sicher ein Auge haben, wenn sie am 8. Juli den Stadtteil, seine Aktivitäten und seine Entwicklung erforscht. Mit der Ausschreibung möchte das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung besonderes Engagement und außergewöhnliche Beiträge zur zukunftsfähigen Entwicklung der Dörfer herausstellen. Der Wettbewerb dient als Impulsgeber für langfristige bürgerschaftliche Beteiligung und gemeinschaftliche Verantwortung. Ein besonderes Augenmerk liegt in der Auseinandersetzung mit dem demografischen Wandel.

Rund 140 Dörfer angemeldet

Hessenweit haben sich rund 140 Dörfer angemeldet. Die Teilnehmenden treten in acht Regionen in zwei Gruppen gegeneinander an. Gruppe A erhielt bereits innerhalb des hessischen Dorferneuerungsprogramms eine Förderung, Gruppe B wurde noch nicht in diesem Komplex gefördert. Aus dem Kreis nehmen in der Gruppe A (mit Dorferneuerung): Otzberg-Habitzheim und Pfungstadt-Eschollbrücken/Eich, in der Gruppe B (ohne Dorferneuerung): Otzberg-Hering, Otzberg-Lengfeld und eben Harpertshausen teil. Beim aktuellen Wettbewerb werden außergewöhnliche Initiativen und Projekte der „Jugend im Dorf“ mit einem Sonderpreis ausgezeichnet, wie es vom Landkreis dazu heißt. Unterstützt von der Dorf- und Regionalentwicklung des Landkreises, bereiten sich die Teilnehmer in den Dörfern derzeit auf die Präsentation von Bau- und Grüngestaltung, bürgerschaftlicher Aktivitäten und der allgemeinen Entwicklung vor.

Wer die Jury auf regionaler und Landesebene überzeugt, kann Geldpreise für seine Projekte gewinnen und sich für den Bundesentscheid qualifizieren. Für den Reinheimer Stadtteil Ueberau gab es beim Bundesentscheid 2013 eine Goldmedaille. Um aus Harpertshausen ein „lebendiges Dorf“ zu machen, sind engagierte Bürger derzeit in verschiedenen Arbeitsgruppen dabei, einige Themenbereiche auszuarbeiten. Eine Gruppe widmet sich im Besonderen der Begehung.

Informationen rund um den Wettbewerb in der Region Süd gibt es beim Fachgebiet Dorf- und Regionalentwicklung des Landkreises, Tel.: 06151/8812125 oder per E-Mail: m.luedicke@ladadi.de

„Dazu gehört auch zusammenzustellen, was in den vergangenen Jahren schon geschehen ist“, sagt Dr. Martina Seuß. Sie ist Vertreterin der Harpertshäuser Bürger in der Steuerungsgruppe von IKEK (Integriertes Kommunales Entwicklungskonzept, als Teil des Dorfentwicklungsprogramms). „Wir haben ein reges Vereinsleben, beispielsweise mit DRK, JRK und Feuerwehr. Auch der Betrieb des Kinderschwimmbads gehört dazu.“ Beurteilt werden aber nicht nur Vereinsaktivitäten, sondern unter anderem historisches Brauchtum, Jugend im Ort, bauliche Gestaltung und Entwicklung, Grüngestaltung und das Dorf in der Landschaft. Nach dem Besuch der Bewertungskommission steht im Sommer der Regionalentscheid an und im kommenden Jahr wird der Landessieg ermittelt.

Quelle: op-online.de

Kommentare