Leidenschaft gehört den Wildrosen

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„Rosentag“ hieß es im Babenhäuser Ostring. Mit ihrem Mann gab Silvia Schroth (links) Einblicke in ihren Garten und Tipps zum Thema Wildrose. Wegen des Regens der letzten Tage hatten die Rosen aber kaum geblüht.

Babenhausen ‐ „Das ist jetzt die dritte offene Gartenpforte bei uns“, erzählt Silvia Schroth. Nach 2003 und 2005 öffnete die Babenhäuserin mit ihrem Mann Hans an Fronleichnam ihr Kleinod im Ostring für die Öffentlichkeit, um unter dem Titel „Rosenduft und Blütenrausch“ Einblicke zu gewähren und sich mit Rosenfreunden auszutauschen. Von Michael Just

Überall in dem naturnahen Garten waren kleine, gemütliche Sitzecken zwischen Sträuchern und Hecken eingerichtet, wo eine Tasse Kaffee und ein Stück Erdbeerkuchen mit dem Anblick von über 100 Rosenarten in direkter Nachbarschaft besonders gut schmeckten. Leider hatten die nasskalten Temperaturen der letzten Tage dafür gesorgt, dass noch kein Blütenmeer die Besucher erwartete. „Eigentlich kommt unsere Aktion drei, vier Tage zu früh“, sagt Schroth. So hätten einige Rosen erst am Morgen des Fronleichnamtages mit den lange vermissten Sonnenstrahlen die Köpfe geöffnet.

Die Leidenschaft der Schroths gehört den Wildrosen, vor allem den alten, historischen Sorten. „Sie sind naturnaher, widerstandsfähriger und vor allem frostsicher“, führt die 53-Jährige an. Der Nachteil sei, dass sie nur einmal im Jahr für vier Wochen blühen. Um die 100 Sorten kann das Ehepaar mittlerweile vorweisen. Neue kommen immer noch dazu, „sofern wir einen Platz im Garten finden“, lachen die beiden. Die Raritäten, die sie suchen, lassen sich mittlerweile nur noch in ausgewählten Rosenschulen finden.

Selbst China gilt als Rosenland

Vor allem die französischen Gallika-Arten hat man im Auge. „In diesem Garten lebt die deutsch-französische Freundschaft botanisch auf“, wirft dazu eine Freundin ein. Der Garten zeigt sich bei genauerem Hinsehen aber als international, wie nicht nur die Rosensorte „Rose de Resht“ verrät. „Resht ist eine Stadt in Persien“, sagt Schroth und klärt auf, dass es auch hier herrliche Wildrosen gebe, genauso wie im Nachbarland Syrien, wo die Damazener-Rose herkommt.

Selbst China gelte als Rosenland: „Diesen Importen vor rund 150 Jahren ist es zu verdanken, dass es überhaupt gelbe Rosen gibt“, sagt die Babenhäuserin und verweist auf die in der Folge vorgenommenen Kreuzungen. In Europa habe man zuvor nur die Farben Weiß und Violett gekannt.

Die große Rosen-Leidenschaft begann vor 20 Jahren, als ein Urlaub in Norddeutschland das Paar mit der Materie vertraut machte und daraus eine Passion erwuchs. Rosen in den Verkauf wandern aus der Fülle im Garten aber nicht: „Wir machen das aus Spaß und um diese Freude mit anderen zu teilen.“ Einen Expertenstatus haben sich die Schroths schon seit längerer Zeit erworben, was auch das selbst gemachte Rosenöl, das Rosengelee oder auch die Rosenlimonade zeigen.

Rosen nach hartem Winter aufpäppeln

Als Mitglied bei den Rosenfreunden Vogelsberg-Wetterau nimmt man dort regelmäßig an den Stammtischen teil. Die dortigen Rosenfreunde rückten auch mit einer größeren Abordnung an Fronleichnam nach Babenhausen an. Im Hof hatten sie einen kleinen Info-Tisch aufgebaut, wo es Wissenswertes aus erster Hand gab.

Was am meisten gefragt wurde, konnte Vorsitzender Dieter Straulino beantworten. „In diesen Tagen geht es oft darum, wie man die geschwächten Rosen nach dem harten Winter aufpäppeln kann“, sagt er. „Wir raten erstmal zum Rückschnitt und nicht zum übermäßigen Düngen“, lautet sein Tipp. Denn wenn die Rose schwächelt, sei auch die Wurzel geschädigt. „Die Wurzel bekommt vor allem dadurch wieder Kraft, dass sie Nährstoffe suchen muss. Mit dem Einsatz von Dünger handelt man dann eher kontraproduktiv“, sagt Straulino. Erst wenn sie anfängt zu treiben und zu blühen, sei ein oft schwer zu deckender Ernährungsbedarf da, bei der man der Pflanze in Maßen unter die Arme greifen kann.

Quelle: op-online.de

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