Elternverein übernimmt Rasselbande

„Verlässlich für Eltern und Kinder“

Langstadt - Der Name bleibt bestehen, der Träger wechselt: Ab Juni sind die Kinder der Markwaldschule nicht mehr in der Obhut des Bundes Deutscher Pfadfinder (BDP) bei der Nachmittagsbetreuung, sondern in der des neu gegründeten Elternvereins „Rasselbande Langstadt“. Von Stefan Scharkopf

Mit Unterstützung der Stadt Babenhausen gewährleistet der Verein tägliche Betreuungszeiten bis 16.30 Uhr. Verein, Stadt und Grundschule als Kooperationspartner unterzeichneten jetzt einen entsprechenden Vertrag. „Wir freuen uns über die Initiative der Elternschaft, die die Weiterführung des Betreuungsangebots in guter Qualität sicherstellt. Zudem gibt der abgeschlossene Leistungsvertrag dem Verein finanzielle Planbarkeit und den Eltern ein verlässliches Angebot. Die Zusammenarbeit zwischen Schule, Verein und Stadtverwaltung ist von Vertrauen geprägt“, sagt Bürgermeisterin Gabi Coutandin.

Derzeit werden an der Markwaldschule 15 Kinder betreut. Das ist genau die untere Grenze für den BDP, für die noch eine Betreuung ermöglicht werden kann. Aufgenommen werden könnten 30 Kinder.

Unsicherheitsfaktor beseitigen

Für die Eltern, die auf eine Versorgung ihrer Kinder angewiesen sind, ein Unsicherheitsfaktor; daraus und weil sich abzeichnete, dass der BDP die Einrichtung nicht weiterführen will, resultieren Vereinsgründung und Trägerwechsel. Wie Sheryl Dröll, eine der beiden Erziehrinnen, die beim Betreuungsverein weiter machen, auf Nachfrage sagte, wird für die nächsten Schuljahre mit einem Plus bei den Anmeldezahlen gerechnet. Für 2013/14 sollen es 18 Kinder sein. Auch für die Folgejahre geht man von über 15 Kindern aus.

Für Kinder und Eltern soll sich nichts ändern, die tägliche Betreuungszeit läuft weiterhin von 7.30 bis 16.30 Uhr. Nach den Sommerferien soll der Anfang probeweise auf 7 Uhr vorverlegt werden. Hierfür wird noch eine Honorarkraft eingestellt. Sind die Kinder bis 16.30 Uhr untergebracht, zahlen Eltern 100 Euro im Monat, bis 14.30 Uhr 70 Euro. Auch daran soll sich nichts ändern.

Aufgenommen werden können außer den Markwaldschülern auch Mädels und Jungs, die die Mira-Lobe-Schule (Schule für Sprachförderung) in Eppertshausen besuchen. Gleiches gilt für Eduard-Flanagan-Schüler, sofern sie in Harpertshausen oder Langstadt wohnen.

10.000 Euro für die ersten drei Jahre

Die Stadt hatte sich für den Abschluss von Leistungsvereinbarungen entschieden, die mit den jeweiligen Betreuungsvereinen die Rechte und Pflichten der Vertragspartner regeln sollen. Der Zuschuss der Stadt besteht aus einem jährlichen Sockelbetrag pro Einrichtung sowie einer Bezuschussung pro Kind und Betreuungsstunde. Für die „Rasselbande“ hat der Magistrat für die ersten drei Jahre ein Budget von je 10.000 Euro zugesagt.

„Die vom Schulgesetz vorgegebenen verlässlichen Schulzeiten sind in der Wirklichkeit noch längst nicht umgesetzt und entsprechen nicht dem Bedarf. Heute wollen und müssen beide Eltern arbeiten, um den Lebensstandard zu sichern und für ihr Alter vorzusorgen. Der Fachkräftemangel in den Unternehmen der Region unterstützt die Erwerbstätigkeit der Eltern“, findet Bürgermeisterin Gabi Coutandin. Auch eine höhere Trennungsrate und die große Zahl der Alleinerziehenden machten eine Berufstätigkeit notwendig. Hier sieht sich die Stadt in der Pflicht, die Betreuung von Kindern zwischen einem und elf Jahren im Rahmen ihrer finanziellen Leistungsfähigkeit zu unterstützen. Der Ausbau der U3-Betreuung, die verlängerten Öffnungszeiten in den Kitas und die vertragliche Absicherung der Betreuenden Grundschule zeige die Familienfreundlichkeit der Stadt.

Quelle: op-online.de

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