Lichterfest beim Hergershäuser Verein Herigar

Luciakatzen und die Wilden Zehn

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Lichterfest beim Hergershäuser Verein Herigar mit schwedischem Gebäck und Musik. Die Flötengruppe von Renate Ding spielte beim Lichterfest in Hergershausen, das Herigar mit dem lebendigen Adventskalender zusammenlegte.

Hergershausen - Wer bis dato noch nichts mit dem Begriff „Luciakatzen“ anfangen konnte, der lernte am Samstagabend dazu – allerdings nur dann, wenn er beim vorweihnachtlichen Stelldichein bei Herigar in der Alten Schule vorbeischaute. Von Michael Just 

Dort ließ sich nämlich erfahren, dass damit keine Rasse samtiger Vierpföter gemeint ist, sondern dass „Lussekatt“, wie es auf schwedisch heißt, durch den Magen gehen. Das skandinavische Gebäck wird traditionell zum Luciafest gebacken, das in Schweden am 13. Dezember einen wichtigen vorweihnachtlichen Feiertag darstellt. Susanne Schmidt und Nadja Rohrwasser engagierten sich als eifrige Bäckerinnen und hatten von den „Katzen“ größere Mengen hergestellt.

Die waren durchaus nötig, denn mit seinem Lichterfest und dem Öffnen des 21. Türchens des lebendigen Adventskalenders legte Herigar gleich zwei Veranstaltungen zusammen. Das zahlte sich mit einer sehr guten Resonanz aus. Ganz unverhofft wurde sogar der Glühwein knapp.

„Wir hatten im Vorfeld kräftig die Werbetrommel gerührt und sogar Flyer im Ort verteilt“, erzählt der erste Vorsitzende Ingo Rohrwasser. Dabei spricht er in den höchsten Tönen von den fleißigen „Helferlein“ des Vereins: Die hätten sich nicht nur beim Verteilen der Zettel eingebracht, sondern auch für die anfallenden Dienste sofort bereitgestanden. „Obwohl einige Mitglieder heute privat verhindert sind, war es kein Problem, genügend Ersatz zu finden“, sagt er über die Anerkennung und den Zuspruch, der Herigar im Ort mittlerweile zuteil wird. Für den Verein war es bereits die zweite Teilnahme am lebendigen Adventskalender: Im Anschluss an das kommunale Kinderkino am 6. Dezember lud man schon einmal ans Alte Schulhaus ein.

Spendenschwein aufgestellt

Anders als in Schweden, wo es zu den Luciakatzen Glögg oder Kaffee gibt, wurde Glühwein gereicht. Wer großen Hunger mitgebracht hatte, durfte sich über ein Chili con Carne freuen, Vegetarier über eine Lauchsuppe. Die Gerichte bereiteten Bürger unentgeltlich für Herigar zu, so dass hier keine Kosten für den rührigen Verein entstanden. Wie beim Adventskalender üblich war ein Spendenschwein aufgestellt, dessen Inhalt am Ende gemeinnützig gespendet wird. Bei Herigar gehört ein Spendenschwein ohnehin zur Standardausrüstung: Bei sämtlichen Veranstaltungen wird auf eine Kasse verzichtet, alles läuft auf Spendenbasis. „Das funktioniert in Hergershausen“, hebt Ingo Rohrwasser hervor. Meistens gingen die Einnahmen mit den Ausgaben null auf null auf, womit man zufrieden sei. „Wer mehr reinschmeißt, der weiß, dass ihm das Geld ohnehin später wieder durch unsere Arbeit, etwa durch Blumen oder Beete, zu Gute kommt“, sagt der Vorsitzende.

Für Unterhaltung sorgte die Flötengruppe von Renate Ding, die mit ihren „Wilden Zehn“ mehrere Lieder parat hatte. Später schloss sich dann noch Fine Smart Music in den Räumen der Alten Schule an. Sängerin Isabell Dupke Ziegenhals hatte diesmal eine ganze Band um sich versammelt.

Zuvor genossen auch Rudolf und Marina Radke den Glühwein. Der pensionierte Hergershäuser war in den letzten Tagen schon beim Öffnen von rund 15 Kalendertürchen im Ort dabei. „Zum einen habe ich im Ruhestand Zeit dafür, zum anderen wollte ich mir Anregungen für unsere eigene Veranstaltung holen“, sagt er. Vor wenigen Tagen bildeten die Radkes mit vier weiteren Häusern im Westend eine „Gemeinschaftsproduktion“ für ein Fenster. Zusammen wurde aufgebaut, dazu ein kleiner Privatchor und Trompetenmusik organisiert. Wie der Hergershäuser sagt, ist der lebendige Adventskalender eine Einrichtung, die man am Leben erhalten muss. Radke: „Heutzutage wollen sich immer weniger Menschen an Vereine binden. Der Kalender stellt eine Möglichkeit dar, sich unabhängig davon lokal einzubringen und etwas für das Gemeinwohl zu tun.“

Quelle: op-online.de

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