Lieber gleich den Chef sprechen

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Die Schülergruppe, die die Jobbörse vorbereitet, Schulsozialarbeiterin Renate Mertens und Corinna Weimer (rechts), die Jahrespraktikantin der städtischen Jugendförderung

Babenhausen ‐ Eigentlich erscheint es wenig unterhaltsam, Firmen anzuschreiben, herum zu telefonieren und Adressenlisten zu erstellen. Von Petra Grimm

Aber die sieben Schüler aus den neunten Klassen der Offenen Schule, die sich auch dieses Jahr wieder gefunden haben, um die Job-Info-Börse vorzubereiten, wirken motiviert und begeistert von ihrer Aufgabe. Im Rahmen des Projektunterrichts organisieren sie die große Kooperationsveranstaltung von Stadt und Schule, die am 5. März zum zwölften Mal stattfindet, gemeinsam mit Schulsozialarbeiterin Renate Mertens, Stufenleiterin Kirsten Mais und dem städtischen Jugendpfleger Michael Spiehl.

Rund 300 Schüler aus den achten, neunten und zehnten Klassen der Gesamtschule und den Abschlussklassen der Flanagan-Schule werden an diesem Tag wieder die Gelegenheit haben, sich über verschiedene Berufe, Ausbildungswege und Studiengänge zu informieren. Sie können Kontakte zu Betrieben der Region und der Stadt knüpfen und sich mit Auszubildenden unterhalten, um sich ein Bild aus deren Perspektive zu machen.

40 bis 50 teilnehmende Firmen, Institutionen und weiterführende Schulen sind für die große Berufsmesse wieder geplant. Seit Ende September sind die Schüler der Projektgruppe zwei Schulstunden pro Woche im Einsatz, um telefonisch Kontakte herzustellen und Firmen anzuschreiben. Viele Betriebe und Institutionen sind bereits seit Jahren dabei, um sich zu präsentieren.

Warum ziehen die Jugendlichen dieses Projekt dem Sport oder anderen Projektangeboten der Schule vor? „Weil es einmal etwas ganz Anderes ist, eine solche Veranstaltung zu organisieren. Man lernt Dinge, die man auch später im Beruf gebrauchen kann, beispielsweise Verantwortung zu übernehmen“, sagt die 15-jährige Sarah Schildbach.

Im Rollenspiel wird alles geübt

Jonathan Liller und Manuel Trippel, beide 14 Jahre alt, die die Telefongespräche mit den Firmen führen, werden beim Pressetermin von den Journalisten genötigt, einmal ein Telefonat vorzuspielen. Souverän und ernsthaft zeigen sie im Rollenspiel, wie sie Kontakt mit einem Betrieb aufnehmen, um ihn zur Teilnahme an der Jobbörse zu gewinnen. Sie haben sich zuvor einen „Telefonleitfaden“ erarbeitet, um nichts zu vergessen. An wen wenden sie sich bei diesen Gesprächen? „Wir versuchen direkt die Chefs zu erreichen“, sagen die beiden Jungs.

Eine Job-Info-Mappe für die Schüler haben die Jugendförderung der Stadt und die Schulsozialarbeit auch wieder herausgegeben. In ihr finden die Jugendlichen hilfreiche Informationen für die Suche einer Ausbildungsstelle. Neben wichtigen Adressen gibt es auch ganz praktische Tipps, beispielsweise, was bei den Bewerbungsunterlagen dabei sein muss und wie man ein Bewerbungsschreiben verfasst.

Leichter ist die Suche nach einem Ausbildungsplatz in Zeiten der Wirtschaftskrise nicht geworden. „Aber es war auch vorher schwierig. Die Betriebe haben einen hohen Standard“, sagt die Schulsozialarbeiterin. „Viele Handwerksbetriebe finden es gut, wenn man vorher bereits ein Praktikum in dem Beruf gemacht hat und schauen auch auf andere Qualitäten als nur auf den Schulabschluss“, so ihre Erfahrungen. Beliebt bei vielen Schülern der Offenen Schule seien Kfz-Berufe und Büroberufe, „weil man sich bei denen nicht schmutzig macht“, sagt sie schmunzelnd. Aber die Job-Info-Börse biete ja auch immer die Gelegenheit, eher unbekannte oder auch ganz neue Möglichkeiten kennen zu lernen.

Quelle: op-online.de

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