Löschen als Kernthema

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Die Rettung eines „Verletzten“ war eine der Übungen, die die jungen Feuerwehrleute zu absolvieren hatten.

Harreshausen (pg) - Rauch drang aus der Fahrzeughalle der inzwischen aufgelösten Harreshäuser Feuerwehr, als die Nachwuchsbrandschützer aus der Kernstadt heranbrausten.

Mit großem Eifer rollten die Jugendlichen die Schläuche aus und machten sich im Inneren des Gebäudes auf die Suche nach der vermissten Person, die es aus den Flammen zu retten galt. Dazu hatten sie sich sogar selbst gebaute Atemschutzgeräte-Attrappen umgeschnallt. Der Verletzte wurde auf der Trage ins Freie gebracht und von zwei Jungs „betreut“. Die Rettung der vermissten Menschen hat immer Vorrang, wissen die jungen Brandschützer.

Dann wurde gelöscht. „Der Löschangriff ist ja immer noch unser Kernthema“, sagte der Babenhäuser Jugendfeuerwehrwart Carsten Liebhardt, unter dessen Leitung sie am Samstagmittag bei ihrer Jahresabschlussübung einen Brandangriff mit Menschenrettung trainierten. 15 Jungen und Mädchen, der insgesamt 32 Jugendliche zählenden Babenhäuser Jugendfeuerwehr, waren beteiligt.

„Nach der Auflösung der Harreshäuser Wehr sind wir jetzt auch für diesen Stadtteil zuständig. Deshalb machen wir die Übung heute hier. Es sind auch fünf junge Harreshäuser dabei, die jetzt in der Jugendfeuerwehr der Kernstadt mitmachen“, erklärte Carsten Liebhardt. Der standardisierte Ablauf eines Löschangriffs und die nötigen handwerklichen Fähigkeiten sollten geübt werden.

Beim simulierten Brandangriff durfte auch mal gelächelt werden.

Eine solche Abschlussübung soll es in Zukunft immer am Ende des Sommerhalbjahres geben, sagte Liebhardt. Nach den Herbstferien, wenn nicht mehr im Freien trainiert wird, steht dann jede Menge Theorie auf dem Plan. Die Jugendlichen erfahren dabei etwas über die Feuerwehrvorschriften, die technischen Geräte und die Organisation der Feuerwehr. „Dafür teilen wir die Jugendlichen in zwei Altersgruppen ein, eine von zehn bis 13 Jahren und eine ältere Gruppe von 14 bis 17 Jahren. Sonst wiederholt sich für die Älteren der theoretische Stoff“, sagte der Jugendfeuerwehrwart. Während der Jugendfeuerwehrzeit werde fast der komplette Inhalt des Grundlehrgangs, der die Jugendlichen für den aktiven Dienst befähigt, durchgenommen.

„Für die Jugendfeuerwehrleute ist der Lehrgang dann kein Problem mehr. Aber auch für Quereinsteiger ist es machbar“, sagte Liebhardt. Im Winter sorgen zudem Spieleabende und Besichtigungstouren für Unterhaltung bei der Jugendabteilung. Es gibt außerdem praktische Versuche: „Wir führen vor, wie Feuer entsteht und was wir dagegen tun. Das geht bis zur Fettexplosion“, so Liebhardt. Im Sommerhalbjahr wird die Theorie umgesetzt.

Aufgeregt, aber auch mit spürbarer Begeisterung zeigten die Nachwuchsfeuerwehrleute ihr Können. Liebhardt war zufrieden. „Sie haben vielleicht ein bisschen viel Schlauch ausgerollt“, sagte er augenzwinkernd. Aber im Ernstfall, wenn man in ein brennendes Gebäude geht, sei mehr Schlauch auf jeden Fall besser als zu wenig.

Quelle: op-online.de

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