Lösung für Bolzplatz in Sicht

Babenhausen - Unbeschwertes Fußballspielen auf dem Sickenhöfer Bolzplatz ist nicht so einfach. Wie berichtet, hatte sich ein Nachbar über Lärm beschwert und war auch vor den Kadi gezogen. Das Gericht machte sich damals vor Ort selbst ein Bild. Von Stefan Scharkopf

In dem folgenden Beschluss legte es die Spielzeiten genau fest - ausgewiesen auf einer großen Tafel. Diese juristische Entscheidung ist rund sieben bis acht Jahre her. Da es weiterhin Konflikte um den Bolzplatz gibt, wird auf der politischen Ebene über eine Lösung des Problems nachgedacht.

In der jüngsten Bauausschusssitzung hatte Bettina Mathes (Grüne) einen Entwurf präsentiert, wonach der Bolzplatz verlegt und zu einem Freizeitzentrum ausgebaut werden könnte. Mathes ist Ortsbeirätin und Stadtverordnete und hatte ihren Entwurf auch schon im Ortsbeirat und in den Fraktionen vorgestellt. Ein besonderes Mandat dafür hat sie nicht, ihr Konzept, an dem auch andere mitgewirkt haben, fußt auf der Bewerbung Sickenhofens am Wettbewerb „Unser Dorf“, für den sich der Stadtteil – letztlich erfolglos – beworben hatte. Das Konzept von damals könnte jetzt Grundlage für ein Freizeitzentrum sein.

Die CDU-Fraktion hatte in einer früheren Stadtverordnetenversammlung beantragt, ein Freizeitzentrum zu errichten, die „Allianz“ hatte dies zunächst nicht im Haushalt verankern wollen, aber zur weiteren Beratung in den Ausschuss verwiesen.

Ausgangspunkt der Überlegungen ist, dass das Freizeitangebot in Sickenhofen für Sieben- bis 17-Jährige recht dürftig ist: Spielplatz, Bolzplatz – das war´s. Sogar das kleinere Harpertshausen hat da mehr zu bieten. Allerdings, so Mathes, sei nicht nur an die Sickenhöfer gedacht, sondern an alle Babenhäuser. Der Vorschlag deshalb: ein Freizeitgelände für alle auf Sickenhöfer Boden. Ihr schwebt vor, dieses Areal zusammen mit Bürgern, Politikern, Vereinen, Jugendforum und Jugendförderung zu planen. Es soll eine naturnahe Freizeitfläche sein, mit Angeboten für Jugendliche, Bewegungsmöglichkeiten für Senioren, einem anmietbaren Grillplatz, einer Raststation für Radfahrer, möglicherweise einem Matschplatz für Kinder und einem Kletterparcours. Eingebunden könnte das Ganze auch in das „Wassererlebnisband Gersprenz“ werden, was die Möglichkeit eröffnet, Zuschüsse aus einem EU-Programm zu erhalten. Hilfreich bei der Finanzierung wäre Sponsoring durch Firmen und Privatleute sowie Eigenhilfe. Man könnte sich auf einen stufenweisen Ausbau verständigen, angepasst an den städtischen Haushalt. Benötigt wird ein Areal von rund 7 000 Quadratmetern, das in dem Geviert zwischen Gersprenz, Sickenhofen, Tennisanlage, Konfurter Mühle und dem Erloch liegt.

Im Ausschuss wurde über diesen Tagesordnungspunkt nicht abgestimmt. Die Mitglieder kamen überein, die Ergebnisse der Untersuchung zur „Bespielbaren Stadt“, die im Frühjahr vorliegen sollen, und das Sportentwicklungskonzept abzuwarten.

Die CDU wollte ursprünglich darüber abstimmen lassen, ob es sich bei dem Freizeitgelände um ein gemeinsames für Gesamtbabenhausen oder allein für Sickenhofen handeln sollte, hatte davon aber im Lauf der Diskussion Abstand genommen.

Der Magistrat hatte in dieser Wochen darüber entschieden, dass der Sickenhöfer Bolzplatz derweil in einen „multifunktionalen Spielplatz“ umgewandelt wird, und zwar ohne Öffnungszeiten. Da das Refugium durch die Jugendlichen nur eingeschränkt nutzbar ist, schlägt die Verwaltung vor, den Bolzplatz nach Westen zu verlegen, das jetzige Areal in einen Spielplatz (auch fürs Kicken) zu verwandeln und damit die gesamte Fläche umzugestalten. Mit dieser Umgestaltung erhält der Platz auch juristisch die Qualität eines Spielplatzes und fällt entsprechend unter das im Juli geänderte Bundes-Immissionsschutzgesetz. Das besagt, dass der Lärm, der von Spielplätzen ausgeht, im Regelfall keine schädliche Umwelteinwirkung ist. Kläger dürften es schwer haben.

Laut Bürgermeisterin Gabi Coutandin werde der Bolzplatz im Sinne einer Bauunterhaltungsmaßnahme umgestaltet. Der Magistrat hat dafür 18.000 Euro an Kosten festgelegt. Dieses Vorgehen, so Coutandin, schaffe jetzt umgehend Abhilfe, während beim Bau einer Freizeitanlage wohl noch einige Zeit ins Land gehen werde. Der Magistratsentwurf soll jetzt mit den Jugendlichen und dem Ortsbeirat beraten werden.

Quelle: op-online.de

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