Probleme am Bahnhof Babenhausen seit Sanierung

Loks fahren, aber Aufzüge stehen

+
Seit die neuen Aufzüge im generalsanierten Bahnhof Babenhausen eingebaut sind, bereiten sie Probleme. Auch gestern stand einer von beiden wieder mal still.

Babenhausen – Statt in alten Zeiten zu schwelgen, als vor 160 Jahren die ersten Personen- und Güterzüge durch Babenhausen ratterten, solle man sich lieber der Gegenwart widmen, meint Martin Kunkel von der Bürgerinitiative Lebenswertes Babenhausen. Von Thomas Meier

Und wie wahr: Das Auf und Ab der Bahn ist zwar interessant, doch beschäftigt die Menschen heute eher der Stillstand der Aufzüge am erst für viele Millionen Euro sanierten und restaurierten Bahnhof in der Kernstadt. Schon als alle über den schönen neuen Guck des Bahnhofs 2015 sprachen und die Sanierung lobten, waren es die Aufzüge, die erst nicht fristgerecht eingebaut und später fehlerhaft waren. Unsere Zeitung berichtete am 9. Oktober 2015: „Mit voll gepacktem Koffer zum Flughafen, mit Baby im Kinderwagen zur Verwandtschaft oder mit dem Fahrrad zur nächsten Tour: Solche Pläne sind am Babenhäuser Bahnhof mit Stress und Kraft verbunden. Denn die Aufzüge zu den Gleisen sind immer noch nicht in Betrieb.“ Dabei war doch bereits beim Spatenstich im Dezember 2013 die Losung seitens der Bahn ausgegeben worden, den Haltepunkt Babenhausen barrierefrei zu gestalten.

„Das Ein-, Aus- oder Umsteigen ist sehr unbequem“, sagte die damals amtierende Bürgermeisterin Gabi Coutandin. Auch wenn schon bis zum damaligen Zeitpunkt viel verändert wurde, traf diese Aussage nach wie vor zu. „Für uns ist das sehr ärgerlich“, bestätigt Katharina Freckmann vom städtischen Bauamt auf Anfrage. Bis zum Schluss der Sanierung zog sich der letzte Schritt, die Inbetriebnahme der Aufzüge, hin. Und Monate darüber hinaus.

„Leider ist noch heute nicht alles zum Besten bestellt.“, erklärt nun Martin Kunkel, der einen Offenen Brief nebst unserer Berichterstattung zum Jubiläum auch an den Fahrgastverband Pro Bahn Regionalverband Großraum Frankfurt/Main sandte: „Im Jahr 2015 wurde die Sanierung des Bahnhofs Babenhausen fertiggestellt und damit auch zwei Aufzüge zu den Bahnsteigen installiert. Es ist eine große Errungenschaft, den Zugang zu den Bahnsteigen mit diesen Aufzügen behinderten- und altersgerecht zu gestalten. Vermutlich auch mit Unterstützung durch Steuergelder ist dies sicherlich eine gute und sinnvolle Maßnahme. Doch was nützt diese Investition, wenn die Aufzüge nicht funktionieren?“

Bilder: 160 Jahre Eisenbahn - der Knotenpunkt Babenhausen

Seit der stark verspäteten Inbetriebnahme im Jahr 2015 seien durch Störungen die Aufzüge wiederholt tage- und wochenlang außer Betrieb. Kein Ausnahmefall, sondern ein ständig anstehendes Problem, erklärt Kunkel. Auch wenn immer mal wieder Phasen des normalen Betriebes gegeben waren. Aktuell im Dezember sei der Aufzug zu den Bahnsteigen 1 und 2 an zwei Wochen außer Betrieb gewesen. Auch mit Beginn des neuen Jahr 2019 ist die Störung immer noch nicht behoben.

Eine regelmäßige Meldung an die 3S Zentrale der DB werd angeblich immer weitergegeben doch es tue sich nichts. Kunkel fragt: „Ist die DB unfähig diesen Missstand zu beheben? Wurde von dem Aufzughersteller, der Firma Schindler, minderwertige Qualität geliefert oder ist deren Service so schlecht?“ Es werde Zeit, dass sich etwas verbessert, damit sinnvolle Investitionen auch ihren Zweck erfüllen, befindet Kunkel im Schreiben an den Fahrgastverband. Die Menschen mit Einschränkungen wären dankbarFür ein lebenswertes Babenhausen.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare