Babenhäuser Sportvereine

Lücke zwischen 20 und 60

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Der „Bawwehaiser Altstadtfestlauf“ des TV Babenhausen - hier der diesjährige Schülerlauf kurz nach dem Start - steht Mitgliedern von Sportvereinen ebenso offen wie Nichtmitgliedern.

Babenhausen - Die Zeit des Sporttreibens an der frischen Luft geht in diesen Tagen auch in Babenhausen zu Ende. Läufer und Triathleten reduzieren ihr Pensum, Radfahrer setzen auf Spinning statt Rennrad-Touren, Junioren- und Aktivenfußballer absolvieren ihre letzten Spieltage. von Jens Dörr

Jenny liegt im Freibad ebenso verlassen da wie die Tennisplätze in Harreshausen. Zeit zum Durchschnaufen und Pläneschmieden für Babenhausens sportliche Zukunft. Denn da war doch was: Anfang des Jahres stellte das Institut für Kooperative Planung und Sportentwicklung (ikps) im Rathaus vor Vertretern aus Lokalpolitik und Sportvereinen eine Kommunale Sportentwicklungsplanung für Babenhausen vor, die es ein Jahr lang gemeinsam mit Vereins- und Parteikümmerern für die Kernstadt und auch die Stadtteile erstellt hatte.

Analyse des Ist-Zustands, Planungskonzeption und Handlungsempfehlungen hatte das ikps damals präsentiert. Und darauf hingewiesen, dass die Verantwortlichen nun ein Konzept zur Weiterentwicklung des Sports in Babenhausen in der Hand hätten. Vor allem aber: Sportentwicklung sei ein kontinuierlicher Prozess. Im neuen Jahr könnten die Babenhäuser sukzessive erste Maßnahmen spüren.

Große Bedeutung der Vereine

Bei allem aber zu berücksichtigen ist die Frage, wie sich die Mitgliederzahl in den Babenhäuser Sportvereinen entwickelt – insbesondere wie viele Menschen es insgesamt sind, aber auch in welchen Altersgruppen. Gewiss spielt Sport auch im privaten Kreis, in kommerziellen Studios, in der Schule oder als unorganisiertes Individualerlebnis eine Rolle. Dennoch ist die Bedeutung der Vereine nach wie vor groß. Doch wie lange noch? Die ikps-Studie gibt für Babenhausen wertvollen Aufschluss und liefert Zahlen zu einem Aspekt, der in allen künftigen Überlegungen der Entscheidungsträger in der Politik, im Rathaus und in den Vereinen selbst eine Rolle spielen sollte.

Der Organisationsgrad ist in Babenhausen wie allerorts bei den Sieben- bis 14-Jährigen mit Abstand am höchsten: Die Zahl der gemeldeten Vereinsmitglieder ist beinahe identisch mit der Zahl des Einwohnermeldeamts. 98,6 Prozent dieser Kinder und Jugendlichen (Stand 2011) gehören statistisch einem Sportverein an. Manche sind allerdings doppelt und dreifach aktiv, die bloße Anzahl der Personen ist in dieser wie in allen Gruppen also niedriger.

Nachlassendes Engagement

Das Engagement im Sportverein lässt in der Kernstadt wie in seinen Stadtteilen nach der Schule rapide nach: Bei den 19- bis 26-Jährigen sind nur noch 39,2 Prozent Mitglied. Bei jenen, die älter als 60 sind, ist weniger als jeder Dritte in einem Babenhäuser Sportverein Mitglied. Kein Geheimnis ist es, dass trotz vitalerer Senioren die sportliche Betätigung im Alter nach wie vor seltener ist als in der Jugend. Viele der älteren Mitglieder sind durch ihre Mitgliedschaft indes passive Förderer der Gemeinschaft.

Vor allem aber fehlt es auch in Babenhausen an Mitgliedern im Erwerbstätigenalter zwischen 27 und 60: In dieser Gruppe leben (Stand 2010) 8 594 Menschen in der Stadt. 2 691 Mitglieder in diesem Alter haben die Sportvereine. Die Zahl der Personen ist auch hier niedriger als der Mitgliederwert, weil ein Babenhäuser ebenso bei der Germania kicken wie beim Tennisclub aufschlagen kann, in der Statistik dann aber zwei Mitglieder erfasst würden. Andersherum: Mehr als 6 000 Babenhäuser Bürger zwischen 27 und 60 gehören keinem der zahlreichen Sportvereine an. Die potenziell tatkräftigen Personen mittleren Alters sind damit unterdurchschnittlich vertreten. Über alle Altersgruppen hinweg gerechnet, weisen die Menschen in Babenhausen im hessenweiten Vergleich dennoch einen überdurchschnittlichen Organisationsgrad auf: Fast 40 Prozent beträgt das Verhältnis von Mitgliedschaften zu Einwohnern. Im gesamten Hessenland sind es nur knapp 35 Prozent.

Quelle: op-online.de

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