Luftnot, Brustschmerz, 112

Herztag des Kreises informiert über „das schwache Herz“

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Beim DRK konnte man Lehrstunden in Wiederbelebung nehmen.

Schaafheim - „Gebrochenes Herz“ ist so eine Redewendung, die einen realen Kern hat. Herzbeschwerden können auch Ausdruck einer starken seelischen Belastung sein, vorzugsweise bei Frauen, haben die rund 400 Besucher des Herztages in Schaafheim so nebenbei erfahren. Thema des Abends war „das schwache Herz“, und es ging beim 15. Herztag des Landkreises Darmstadt-Dieburg eher um organische Erkrankungen wie die koronare Herzkrankheit.

Beim DRK konnte man Lehrstunden in Wiederbelebung nehmen.

Nachdem der letzte Ton der Blasmusik verklungen ist, begrüßt Uwe Bülter die Menschen, von denen viele die Mitte des Lebens bereits überschritten haben. Das „schwache Herz“ ist schließlich – wenn auch nicht ausschließlich – eine Erkrankung, die mit zunehmendem Alter auftritt. Bülter, der selbst mehrere Herzinfarkte überlebt hat, ist seitdem engagierter Botschafter der Deutschen Herzstiftung. Und diese ist in Zusammenarbeit mit dem Landkreis, den Kreiskliniken, dem Deutschen Roten Kreuz und der Sparkasse als Sponsor Ausrichter des Herztages.

Auch die Gemeinde Schafheim sitzt mit im Boot, hat die Halle zur Verfügung gestellt, und „Hausherr“ Reinhold Hehmann spricht ein kurzes Grußwort, in dem er mit etwas Augenzwinkern den Rat seines Hausarztes wiedergibt, jeden Abend ein Glas Rotwein zu trinken. „Und wenn ich das einen Abend nicht schaffe, trinke ich am nächsten halt auch mal zwei.“

Mit dem Schmunzeln ist es jedoch schnell wieder vorbei, denn „das schwache Herz“ ist ein ernstes, für die Betroffenen im Sinne des Wortes „bedrückendes“ Thema, denn wenn das Herz nicht (mehr) zu leisten im Stande ist, was im Alltag von ihm gefordert wird, kann es schnell zum angsteinflößenden Generalsymptom kommen: der Luftnot.

Der Herzschlag ist durcheinander

Wie das Herz grundsätzlich funktioniert, welche Aufgaben es hat, das erläutert Michael Weber, Kardiologe an der Kreisklinik Groß-Umstadt. Es handele sich ja eigentlich „nur“ um einen etwa faustgroßen Muskel, der aber im Laufe eines Lebens Höchstleistungen erbringe: Bei einem 85-Jährigen habe er etwa 1.680.000.000 Mal geschlagen und über 200.000.000 Liter Blut befördert. Das Hauptsymptom des „schwachen Herzens“ sei Luftnot, wiederholt dann noch einmal Gülmisal Güder, Kardiologin der Uni-Klinik Würzburg. Sie spricht von Überforderung durch Mehrarbeit, etwa bei hohem Blutdruck, von Muskelproblemen, stellt aber vor allem die Hauptursache heraus: eine schlechte Durchblutung des Herzmuskels, etwa durch zunehmende Verengung der Blutgefäße, die die Pumpe selbst mit Blut versorgen.

Sebastian Köstlin vom Schaafheimer Arzt- und Apothekenzentrum präzisiert die Symptomatik, bis hin zum Zusammentreffen von akuter Luftnot und Schmerzen in der Brust, den Anzeichen eines Herzinfarkts, bei denen schnelles Handeln geboten sei.

SOS vom Smartphone: Das Mobiltelefon als Nothelfer

Dann immer gleich medizinische Unterstützung rufen und die 112 wählen, darauf schwört Michael Stanisch von der Umstädter Kreisklinik die Besucher ein. Und er fordert sie auf, mit Beatmung und Herzmassage zu beginnen, wenn vor ihnen jemand „umfällt“, sich auch an den Defibrillator zu trauen, der mittlerweile an vielen öffentlichen Orten verfügbar ist.

Vor der Pause animiert die Herzsportgruppe des FSV Mosbach zum Mitmachen. Inzwischen ist auch Landrat Klaus Peter Schellhaas eingetroffen, der sich darüber freut, dass so viele Menschen wegen ihrer Gesundheit zu diesem Abend gekommen sind. Sie hören dann von Slavisa Dukic, Allgemeinmediziner des Schaafheimer Ärzte- und Apothekenzentrum, Informationen zu den Therapiemöglichkeiten. (sr)

Quelle: op-online.de

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