Luftnummer nach der Fahrradprüfung

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Wulf Heintzenberg, Vorsitzender des Luftsportclubs, begrüßte drei kleine Passagiere an Bord: Joshua Beck, Kevin Jochum und Laura Schumacher gehörten zu den 25 Gewinnern der Freiflüge auf dem Babenhäuser Flugplatz.

Babenhausen - (ula) „Ich bin noch nie geflogen“, sagt Kevin Jochum aus Eppertshausen aufgeregt. Mit weichen Knien klettert er an Bord der Maule M6, einem 235 PS starken Kleinflugzeug. 25 Kinder, die im vierten Schuljahr ihre Fahrradprüfung erfolgreich ablegten, fiebern aufgeregt ihren Freiflügen auf dem Flugplatz Babenhausen entgegen.

Die tolle Luftnummer für die Zehn- bis Elfjährigen des ehemaligen Landkreises Dieburg war der Hauptgewinn einer Verlosungsaktion der Jugendverkehrsschulen Reinheim und Dieburg. Bereits seit 35 Jahren bieten Verkehrswacht und Piloten des Luftsport-Clubs Babenhausen (LSC) Grundschülern diesen attraktiven Preis als krönenden Abschluss der erfolgreich abgelegten Fahrradprüfung.

Wir wollten unseren Prüflingen etwas Besonderes bieten“, sagte Walter Faurer, Ehrenmitglied der Verkehrswacht, der die Aktion vor über drei Jahrzehnten ins Leben gerufen hat. Jährlich würden an beiden Verkehrsschulen rund 2000 Kinder ausgebildet, wusste Claus Sterr, Fachberater Verkehrserziehung. Unter den Prüflingen der vierten Klassen wurde jeweils ein Kind pro Schule ausgelost, um per Kleinflieger abzuheben, und „das ist an Verkehrsschulen einzigartig.“ Wer den rasanten Freiflug in bis zu 600 Metern ohne Turbulenzen im Magen überstand, durfte sich anschließend mit Bratwürstchen stärken, die der ADAC für diesen Anlass spendierte.

Wir möchten den Kindern ihren Heimatort aus der Vogelperspektive zeigen“, erklärte Wulf Heintzenberg, Vorsitzender des LSC Babenhausen, der außerdem die Chance nutzte, leidenschaftlich für die Fliegerei zu werben.

Der Luftsport-Club habe rund 200 Mitglieder und die Piloten häufig ein Plätzchen an Bord frei, um Passagieren ein unvergessliches Erlebnis zu bieten. Der Flugplatz Babenhausen war in seiner Jugend ein Schauplatz für Flugpioniere: Albert Botsch sei es 1924 mit einem Segelflugzeug mit 3,5 PS Hilfsmotor geglückt, in nur 3,5 Stunden nach Berlin zu fliegen, erzählte Heintzenberg eine tollkühne Episode. „Fliegen ist kein Sport für Begüterte, sondern für Begeisterte“, gab er die Parole an die aufgeregte Schar aus.

Quelle: op-online.de

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