Männerchor seit 1911

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22 aktive Sänger stellten bei der akademischen Feier zum 100-jährigen Geburtstag ihr Repertoire vor.

Sickenhofen - „Musik und Gesang sind die Verbindung zwischen Himmel und Erde - und bringt die Menschen zum Träumen“, sagte Pfarrerin Elke Becker, angelehnt an die biblische Geschichte von Jakob, der die Himmelsleiter anschaut, auf der die Engel herauf und herunter klettern. Von Petra Grimm

Wie sie fanden viele Ehrengäste schöne Worte, um das Engagement des Gesangvereins Bruderkette zu würdigen.

Der Sickenhöfer Männerchor mit seinen 22 aktiven Sängern feiert in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen. Die akademische Feier ging am Samstagabend in der Friedel-Wiesinger-Halle über die Bühne. Gesang des Jubiläumschors, der von Kurt Herdt geleitet wird, und stimmungsvolle Musik des Blasorchesters des Hergershäuser Turnvereins untermalten die Feier. Die Gelegenheit nutzte auch Andreas Larem, Vorsitzender des Kreischorverbands Dieburg - früher Sängerkreis Dieburg -, um verschiedene Ehrungen vorzunehmen. So überreichte er dem Vereinsvorsitzenden Rudi Weilmünster den Ehrenteller des Kreischorverbands, eine Ehrenurkunde des Deutschen Chorverbands und eine Urkunde des Landes Hessen. Die höchste Ehrung für Chorgesang in Deutschland, die Zelter-Plakette, wird der Bruderkette zudem beim Hessentag in Oberursel am 12. Juni überreicht.

Rudi Weilmünster erinnerte an die Geschichte des 1911 als Arbeitergesangverein Bruderkette gegründeten Männerchores, der 1935 wie andere Vereine auch aus politischen Gründen verboten wurde. Zehn Jahre ruhte die Vereinsarbeit. „Aber die Mitglieder verloren sich nicht aus den Augen, so dass der Wiederbelebung 1945 nichts im Wege stand“, erzählte Weilmünster. Aus dem Arbeitergesangverein wurde der „Gesangverein Bruderkette Sickenhofen“. Als Vorsitzende nach dem Krieg nannte er August Schunk, Johann Adam Schroth, Wilhelm Trippel, Friedel Wiesinger und Philipp Trippel. Er selbst leitet den Verein seit drei Jahren. Als Vorgänger von Kurt Herdt, der den Dirigentenstab seit fast 40 Jahren schwingt, erwähnte Weilmünster die Chorleiter Volk Messel, Christian Siegler, Wendelin Sahm, Jean Bauer und Manfred Küchler.

Der Chorgesang sei im Umbruch, sagte Andreas Larem mit Blick auf den hohen Altersdurchschnitt des Chores, in dessen Reihen nur ein Jugendlicher mitsingt. Man müsse sich einerseits dem Zeitgeist anpassen, um weiter zu bestehen. Es sei aber auch wichtig, die Tradition nicht aus den Augen zu verlieren. „100 Jahre Bruderkette ist eine reife Leistung. Das schaffen nur wenige Vereine“, lobte Larem.

Der nächste Veranstaltungstermin der Bruderkette ist bereits am kommenden Samstag, 14. Mai. Um 14 Uhr beginnt in und vor der Friedel-Wiesinger-Halle das Frühlingssingen, an dem sich acht Gesangvereine beteiligen.

„Singen hält jung und aktiv und mit Gesang kann man seine Gefühle wunderbar zum Ausdruck bringen“, bemerkte Bürgermeisterin Gabi Coutandin, die für das kulturelle Engagement im Stadtteil dankte. Die erste Kreisbeigeordnete Rosemarie Lück wünschte dem Verein mehr Sängernachwuchs und dass es gelingt, „sich auf der Grundlage der Tradition zu öffnen“. Der neue Ortsvorsteher Friedel Sahm würdigte den Männerchor als „Begleiter durch das kulturelle Leben in Sickenhofen in guten und in schlechten Zeiten“.

Die Vorsitzenden der Ortsvereine gratulierten ebenfalls zum Jubiläum, das nach dem offiziellen Teil noch in geselliger Runde gefeiert wurde.

Zur Singstunde treffen sich die Sänger der Bruderkette jeden Mittwoch um 19.45 Uhr in der Halle. Männer, die gerne singen, können jederzeit unverbindlich vorbei schauen.

Quelle: op-online.de

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