Märchenhaft pädagogisch

+
Die Texte waren rasch gelernt, das Publikum gebannt: Die Schüler der dritten und vierten Klasse der Markwaldschule spielen „Hänsel und Gretel“ein.

Langstadt - Behutsam zünden sie die Kerzen an. Die Mädchen und Jungen postieren sich als Engel im Kreis. Vor ihnen liegen zwei Mitschüler auf dem Boden. Sie spielen das schlafende Geschwisterpaar Hänsel und Gretel, das zuvor der Sandmann ins Reich der Träume geschickt hat. Von Michael Just

Die Szene kommt im Märchen der Brüder Grimm nicht vor. Aber in der Oper „Hänsel und Gretel“ von Engelbert Humperdinck. Während der Märchenprojekttage an der Markwaldschule stellte das Einstudieren und die Aufführung eines an die Oper angelehnten Stückes den Höhepunkt für die Grundschüler dar.

„Durch das Brüder-Grimm-Jahr kam uns die Idee, unsere Projektwoche unter das Thema Märchen zu stellen“, erzählt die stellvertretende Schulleiterin Anna Grof. Dabei arbeiteten die Klassen eins und zwei sowie die Klassen drei und vier jahrgangsübergreifend zusammen. Die Jüngsten beschäftigen sich mit dem Inhalt diverser Märchen, die sie zuvor in der schummrigen Kuschelecke vorgelesen bekamen. Die 27 Schüler der Klassen drei und vier wagten sich an diese Aufgabe: Sie studierten eine eigene Version von Humperdincks Hänsel und Gretel ein.

Ein begeisternder Besuch des Odenwälder Galli-Theaters, das „Rumpelstilzchen“ aufführte, rundete die Sache ab. Mit Spannung erwarteten Schüler, Lehrer und Eltern die Abschlusspräsentation, die halbstündige Aufführung von „Hänsel und Gretel“.

Schon im Vorfeld zeigte sich Grof zufrieden: „Wir hatten gerade dreieinhalb Tage zur Vorbereitung. Was dabei herauskam, ist schon klasse.“ Viele Schüler lernten ihre Texte ziemlich rasch, dazu half ein Erzähler. Beeindruckend waren die musikalischen Elemente, der Gesang der Schüler sowie die Orffschen Rhythmus-Instrumente. Anna Grof weiß, dass Märchen für die Schüler immer eine wertvolle pädagogische Komponente haben: „Es geht um Fantasie, aber auch um zwischenmenschliche Beziehungen.“ So könne der Nachwuchs zum persönlichen Umgang miteinander aus vielen Stücken etwas mitnehmen. Die Geschichte vom „Hässlichen Entlein“, sei dabei nur ein Beispiel.

Für die Markwaldschüler war die Präsentation nicht die letzte Aufführung: „Wir gehen damit in die Gemeinde. Die Seniorennachmittage bauen mittlerweile fest auf uns“, weiß Grof. So werden die Schüler am 2. und 8. Dezember in Langstadt und in Harpertshausen auf der Bühne stehen und mit Humperdincks Liedgut, das vielen bestens bekannt ist, die Senioren erfreuen.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare