Nur noch ein Tierheim erhält Unterstützung

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Etwas ängstlich: Der sechs Monate alte Leon wird von Marcus Neff, Mitarbeiter des Tierheims in Babenhausen, gefüttert.

Babenhausen - Die Situation ist komfortabel, die Babenhäuser haben freie Auswahl: Die Rede ist vom Kreistierheim in Münster und dem Tierheim in Babenhausen, betrieben vom Tierschutzverein Münster und Umgebung. Von Daniel Schmitt

Beide Einrichtungen werden von der Gemeinde Babenhausen finanziell bezuschusst und dienen als Anlaufstelle für die Bürger. Von einer „unbefriedigenden Lösung“ spricht Bürgermeisterin Gabi Coutandin und will Ende des Jahres die Mitgliedschaft im Münsterer Kreistierheim beenden.

Rund 30 Jahre standen der Tierschutzverein und das Kreistierheim unter der gleichen Leitung, entsprechend konnten Tiere sowohl in Münster als auch in Babenhausen abgegeben werden. 2010 kam es zur Kündigung zwischen Kreis und Verein. „Seitdem zahlt unsere Stadt doppelt“, erklärt Coutandin. An das Kreistierheim den Mitgliedsbeitrag von 8450 Euro im Jahr (52 Cent pro Einwohner) für die Unterbringung herrenloser Fundtiere, an den Tierschutzverein einen Zuschuss von 1000 Euro. Aus diesem Grund habe der Magistrat beschlossen, nur noch ein Tierheim zu unterstützen, so Coutandin.

Einschränkung für die Planung gibt es noch nicht

Die Entscheidung fiel auf das in Babenhausen – aus nachvollziehbaren Gründen: „Schließlich macht es deutlich weniger Mühe, Fundtiere in Babenhausen abzugeben, als deswegen nach Münster zu fahren.“

Eine Einschränkung für die Planung des Magistrats gebe es aber noch, das erklärte Coutandin auf der jüngsten Stadtverordnetenversammlung: „Es geht nur, wenn vertraglich auch alles in Ordnung ist.“ Gemeint ist: Die Stadt muss mit dem Tierschutzverein abklären, ob die geforderten Leistungen – beispielsweise die gesetzliche Auflage, dass Fundtiere aufgenommen werden müssen – in vollem Umfang gestemmt werden können. Vorher kann dem Kreistierheim nicht gekündigt werden. Gespräche stehen erst in den nächsten Wochen an.

Für das Kreistierheim hätte der Absprung der viertgrößten von 13 Mitgliedskommunen enorme Auswirkungen. „Der Ausstieg von Babenhausen würde uns natürlich wehtun, wir könnten es aber nachvollziehen“, sagt Carsten Helfmann, Bürgermeister von Eppertshausen und gleichzeitig zweiter Vorsitzender des Kreistierheims. Ändern könnte es Helfmann freilich nicht, sollten die Babenhäuser ihr Vorhaben in die Tat umsetzen. „Das ist eine alleinige Entscheidung von Babenhausen“, so Helfmann.

Von März 2012 bis Mai 2013 fanden 25 herrenlose Fundtiere aus Babenhausen in Münster eine neue Heimat, das entspricht acht Prozent der gesamten Fundtiere. Zudem gaben 19 Privatpersonen (14 Prozent) ihre Lieblinge ab. Fallen diese weg, gebe es weniger Personalbedarf, so Helfmann: „Dann müssten wir schauen, wie wir damit umgehen.“

Quelle: op-online.de

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